Info Mauritius        
Urlaub Info Mauritius
   
Webcam Mauritius
 
Mauritius Wetter
  Mauritius Forum  
Mauritius Bilder
 
Mauritius Unterkunft
   
Mauritius English Home
   

 

 
               

Australien-Teil1

Alles über andere Reiseziele, Fragen, Berichte, Erfahrungen und Geschichten.
Forumsregeln

Australien-Teil1

Beitragvon Sundri » Mi Feb 09, 2011 1:39

Meine erste Australienreise

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben mich in eine, für mich jedenfalls, neue Welt einzuarbeiten. Ich hoffe, ich werde sowohl den Laien, die die Mehrheit der Leser dieses Reiseberichts stellen, als auch den Fachleuten in meinem Bekanntenkreis gerecht. Ich selbst bin naturinteressierter Laie und garantiere nicht für alle Angaben, obwohl ich mir Mühe gegeben habe. Über Kritik und Korrekturen freue ich mich.

Ich bin um 2 Uhr nachts bei angenehmen 19 Grad in Perth, der Hauptstadt von Westaustralien angekommen. Am nächsten Tag war es heiß und ich habe gleich Bekanntschaft mit den kleinen Fliegen gemacht, die, auf der Suche nach Feuchtigkeit, einem in Augen, Mund oder Nase krabbeln, wenn man nicht ständig mit den Händen vor dem Gesicht wedelt. Im Kingspark wurde es dann richtig heftig! Fotografieren und gleichzeitig Mücken vertreiben ist nicht einfach. Aber jedes dritte Foto ist nicht verwackelt! :wink)

Bild

Perth wurde 1829 am Swan River nahe dessen Mündung in den Indischen Ozean von Captain Stirling gegründet. Man wollte die Franzosen von der Besiedelung des australischen Westens abhalten. Der Ort wurde nach einer Stadt in Schottland benannt.
Die offizielle Gründung war 1856. Heute ist es die fünftgrößte Stadt Australiens. Die eigentliche City ist klein, aber fein! Alles wirkt sehr sauber und neue, moderne Gebäude sind geschickt hinter historischen untergebracht. Die Stadt erinnert mich etwas an Port Louis (Mauritius), ist aber sauberer und hat intakte, breitere Bürgersteige. Das Stadtgebiet reicht vom Indischen Ozean im Westen bis zu den Hügeln der Darling Range.
Perth ist die westliche Endstation der Indian Pacific Railway, die bis nach Sydney fährt.
Ansonsten besteht Pert aus sehr vielen Vororten, hin und wieder Palmen und sogar einzelnen Bananenstauden. Deshalb:“Alunga“ = Ort mit viel Sonne in der Abo-Sprache.

Die Besonderheit dieser Kolonie bestand darin, dass sie zunächst nicht als Strafkolonie gegründet war. Die ersten Siedler waren Engländer der Mittelklasse. Sie hatten keinerlei landwirtschaftliche Erfahrungen.
Die Siedlung basierte auf einem Landvergabesystem, bei dem das bewilligte Land proportional zu dem eingebrachten Vermögen und der Zahl der, durch den Siedler mitgebrachten Arbeiter stand. Da es zuerst einen Ansturm von Siedlern gab, denen das gelobte Land versprochen wurde, gründete man zwei Siedlungen: Freemantle an der Küste und Perth 32 km weiter landeinwärts. Das Land dazwischen war fruchtbar, im Hinterland herrschten Sumpf und vor allem Sandböden vor. Da das fruchtbare Land nicht ausreichte, wurden weitere Orte im Landesinneren gegründet. Die „Swan River Mania“ war schnell wieder vorbei, als man in England erfuhr, wie schwer das Leben in WA wirklich war. Durch Zunahme der Weidewirtschaft im Hinterland, der Gründung von Walfanggesellschaften und dem Beginn des Holzexports kam es zu einem Aufschwung und einem Arbeitskräftemangel. Schließlich forderte man doch Sträflinge an.
Durch die Entdeckung von Gold in Halls Creek und später in Kalgoorlie und Coolgardie gab es einen explosiven Bevölkerungszuwachs. Die Versorgung der Goldfelder und der Aufbau einer Infrastruktur geschahen von Perth aus. Heute ist Perth die am schnellsten wachende Stadt Australiens und eine der schönsten Landeshauptstädte der Welt.
Ich muß gestehen, dass ich mit dem Dialekt Probleme hatte. Am ersten Tag, in Perth, hörte ich ständig Leute "to die" sagen und dachte, die beschäftigen sich hier aber viel mit dem Sterben, bis ich kapiert hatte, dass "today" damit gemeint war!

BildBild


Der Kingspark, ein 400 ha großes Wald und Wildblumengebiet, besteht zum Teil noch aus ursprünglichem Buschland und einem Botanischen Garten mit westaustralischen Pflanzenarten.
1872 auf Wunsch von John Forrest begründet, ist es der älteste Parks Westaustraliens. Man hat von dort einen tollen Blick auf die Skyline und den Fluss. Heute halten die Einwohner ihr Picknick auf der Wiese ab, früher haben dort die Nyoongars Kängurus über den Abhang getrieben. Mount Eliza Scarp war ein wichtiger Jagdgrund. Später wurden Kiefern und Agaven gepflanzt, um den Hang zu stabilisieren, bis man feststellte, dass das Wurzelsystem dieser Pflanzen die Erosion förderte. Danach bekam Eliza ein Facelifting verpasst. Um die ursprüngliche Limestone Heath Community wieder herzustellen wurden 300.000 Setzlinge gepflanzt.

Blick vom Mt Eliza auf Perth
Bild

Eine Zusammenfassung von Westaustralien in einem Satz, könnte sich wie folgt lesen: Eine ausgedehnte Fläche, meist geologisch sehr alt, gemeinhin unfruchtbar, tropisch im Norden,
temperiert im Süden, der Trockenheit unterworfen, mit einer großen unterschiedlichen Flora und Fauna, die viele besondere Arten in der Region beinhaltet.

Das Hauptcharakteristikum dieses relativ flachen Gebiets ist das Darling-Plateau oder Western Shield, aus altem Granit, der oft von jüngerem Sandstein oder Laterit und großen Sandgebieten überlagert ist. Die Bodenvarietät ist außergewöhnlich, sogar in kleinen Gebieten, was sich am Stärksten auf die Verbreitung der Pflanzen auswirkt.
Die Region hat ein mediterranoides Etesienklima, d.h. kühle, nasse Winter mit Tiefdruckgebieten, die nach Osten ziehen und Regen mitbringen und einen warmen bis heißen, trockenen Sommer, in dem 5-6 Monate fast kein Regen fällt. Die Pflanzen sind an das saisonale Klima sowie an Feuer angepasst.

Das Feuer spielt seit dem mittleren Tertiär, als Australien trockener wurde, eine wichtige Rolle.
Viele australische Samen haben Mechanismen entwickelt um im Dämmerzustand zu verharren, bis die Bedingungen für die Keimung gegeben sind. Einige warten auf Regen, andere benötigen ein Buschfeuer. Man hat herausgefunden, dass die Chemikalie Butenolid im Rauch (auch in kaltem Zustand) in der Lage ist, schlafende Samen aufzubrechen. Es verhilft über 400 heimischen Pflanzen zum Wachstum. Die Asche ist ein idealer Dünger.

Banksien gehören zur Familie der Proteen (Silberbaumgewächse). Australien hat davon 77 Arten.
Der Kingspark hat wiederum einige davon:

Bild Bild
Bansia littoralis und Banksia asbyi

Bild Bild
Banksia pilosylis und eine vertrocknete Banksia caleyi

Bild
Bansia laricina (Rose Banksia)

Bild
feuerfester Banksia samen

Benannt sind sie nach Sir Joseph Banks (1749-1820), der mit James Cook auf der Endeavour reiste. Die Zunge des Honigfressers und Banksiablüten passen ideal zusammen. Man geht davon aus, dass sie sich auch zusammen entwickelt haben. Banksiablüten schmecken häufig nach Honig und werden von Vögeln und kleinen Säugetieren besucht. Nektar fressende Vögel wie Lorikeets und Silvereyes folgen der Blühsaison verschiedener Banksia-Arten. Banksien mit leuchtenden Blüten, die man nachts sieht, sind ein Moonlight Dinner für Possums und Flughunde.
Die Swamp Banksia wird von manchen Aborigines vielseitig genutzt: der Nektar wird gegessen oder mit Wasser zu einem süßen Getränk vermischt. Trockene, alte Blüten werden mit Tierfett geschmiert und als Fackel genutzt. Man benutzt sie auch als Haarbürste. In den Grampians wird schlammiges Wasser damit gefiltert.
Banksien sind von Dieback betroffen. Diese Krankheit wird durch einen Phytophthora Pilz hervorgerufen.


Black and White
BildBild
Australian Raven (Corvus coronoides) und Australian Magpie (Gymnorhina tibicen)

Normalerweise sind die Raben größer als die Krähen. Die Neuhollandkrähe (Australian Raven) und die Tasmankrähe zählen zu den größten Krähen innerhalb der Familie der Raben und Krähen.
Die Neuhollandkrähe ist ein häufiger Gast in Parks und Gärten von Perth und brütet in vielen Vororten.

Bild

Der Flötenvogel (Gymnorhina tibicen) erinnert an die Europäische Elster, daher der englische Name "Australian Magpie". Sein Ruf erinnert an eine Flötenmelodie. Die frühen australischen Siedler dachten, dass man diesen Vogel zum Sprechen bringen könnte, indem man seine Zunge teilte. Zum Glück ist diese grausame Praktik längst Geschichte. Sie können Noten über vier Oktaven singen und acht verschiedene Alarmrufe ausstoßen. Beide Geschlechter singen. Der Gesang des Kükens ist ähnlich wie der der Eltern, aber einige Teile sind unterschiedlich. So erkennen die Eltern ihr Kind. Der Teil des Gesangs, der gleich dem der Eltern ist, ist der „Nachname“, während der „Vorname“ bei jedem Jungvogel anders klingt.
Bekannt ist er durch seine Angriffe auf Menschen. In bestimmten Gegenden müssen Kinder und Radfahrer während der Brutsaison, von August bis Oktober, Schutzhelme tragen. Der Vogel greift bevorzugt von hinten und ohne Vorwarnung die Kopfregion an. Deshalb werden Augen hinten auf die Helme geklebt, oder gemalt. Wenn man Augenkontakt hält, greifen sie nicht an.
Man sagt, dass er „seine“ Gartenbesitzer verschont, gegen fremde Eindringliche jedoch sein Nest heftig verteidigt. Er benötigt hohe Bäume als Nist-und Rastplatz und offene Flächen für die Nahrungssuche.

Caversham Wildlife Park

Der Caversham Wildlife Park liegt inmitten des 4300 ha großen Whiteman Park, im australischen Busch, ca 20 km nördlich der City von Perth. Dieser Tierpark ist ein Familienbetrieb mit ca 200 Tierarten. Es gibt begehbare Gehege mit Nutztieren. Sie züchten dort Wombats, Tasmanische Teufel, Koalas, Graseulen und Kasuare.

Bild

Der Southern Hairy-nosed Wombat (Lasiorhinus latifrans)

Die nördlichen und der südlichen Hairy-nosed Wombats gehören einem anderen Genus an, wie der Common Wombat mit seinen drei Unterarten ( Vombatus ursinus, V. u. Tasmaniensis und V. u. Hirsutus). Sie haben längere Ohren und eine breitere, haarige Nase. Spitzname: Bulldozer of the bush. Sie sind leichter in Gefangenschaft zu halten, wie der Common Wombat, da sie zahmer werden.

Bild

Das Common Brushtail Possum (Trichosurus vulpecula) ist nachtaktiv. Es gibt sechs Unterarten mit weißem, silbergrauem bis kupferbraunem Fell im Norden und mehr schwarzgrauem Fell im Süden. Goldfarbenes Fell entsteht durch eine seltene Mutation. Es kommt am häufigsten in Tasmanien vor.

Bild

Koalas sind praktisch veranlagt. Da die zweiten und dritten Zehen miteinander verwachsen sind, können sie sich damit ihre Zecken entfernen. :lol: Der Beutel hat die Öffnung, wie bei den Wombats nach unten. Die Koalamutter kann zwei Arten von Milch für verschiedene Entwicklungsstadien herstellen. Vor der Entwöhnung gibt es zusätzlich „Pap“, einen Eukalyptusblätterbrei des Blinddarms, den die Mutter vor dem Kotabsatz über die Kloake ausscheidet. So bekommt das Kind die nötigen Bakterien um später Eukalyptusblätter verdauen zu können.

Bild
Achtung! Bin zwar noch klein, aber schon ein richtiger Teufel!

Etwas Ordnung im Beuteltierreich muss sein!
Die Ordnung Dasyuromorphia umfasst die fleischfressenden Raubbeutler wie Beutelmarder, die Beutelteufel, sowie etliche Beutelmäuse. Der Numbat gehört in eine eigene Familie, ebenso der ausgestorbene Beutelwolf.
Zur Ordnung Peramelemorphia gehören die Nasenbeutler, die größtenteils Allesfresser sind. Das Bandicoot gehört auch hierher.
Dann gibt es noch die Ordnung Notoryctemorphia mit den Beutelmullen.
Schließlich gehören zur Ordnung Diprotodontia die bekannteren, größeren Tiere, die hautsächlich Pflanzenfresser sind, auch wenn einige Insekten und Nektar nicht ganz verschmähen. Der Ordungsname bedeutet "Zwei Vorderzähne", Eckzähne fehlen. Neben den 2 großen Schneidezähnen haben sie noch zwei Paar kleinere. Nur der Wombat hat, wie die Nager, nur 1 Paar. Sie unterscheiden sich von den kleineren Beuteltieren auch durch ihre Füße und Zehen. Die zweite und dritte Zehe der hinteren Füße sind teilweise verschmolzen. Daraus ergibt sich der "Fellpflege-Zeh" mit dem sie verfilztes Fell entwirren können. Baumbewohner wie Koalas und Ringtail-Possums haben gegenüberstellbare Finger an den vorderen Extremitäten, wie die Primaten. In dieser Ordnung gibt es 2 Unterordnungen: Vombatiformes (Koala und Wombats) und Phalangerida, zu denen alles gehört, was nach Possum oder Känguru aussieht.

Bild

Beuteltiere teilen sich Fortpflanzungseigenschaften mit den Plazentatieren und den Monotremen. Sie gebären wie Plazentatiere, der Keim wird aber, wie bei den Monotremen durch einen Dottersack ernährt. Sie besitzen zwei Beutelknochen, die vom Schambein nach vorne ragen. Der Fortpflanzungstrakt ist verdoppelt. Weibchen haben zwei Uteri und zwei Vaginae, von denen eine jedoch eine Pseudovagina ist. Die Männchen haben einen gespaltenen oder doppelten Penis mit vorgelagertem Hodesack.
Einen Beutel besitzen nicht alle. Die "beutellosen" Beuteltiere verbergen ihre Jungen in Hautfalten. Manche haben einen permanenten Beutel, bei anderen entwickelt er sich nur während der Tragzeit. Kängurus haben den Beutel bekanntlich vorne, viele kletternde Arten eher hinten, da das praktischer ist.
Da die meisten Arten keine echte Plazenta entwickeln, fehlt die immunologische Barriere zwischen Mutter und Keim, so dass die Tragzeit abgeschlossen sein muss, bevor die Immunabwehr der Mutter voll wirksam wird. Der Keim wird über Ausscheidungen der Uterusschleimhaut ernährt, die über Chorionzotten aufgenommen werden (Dottersackplazenta). Die Neugeborenen kommen durch einen zwischen den Vaginae liegenden Geburtskanal zur Welt, sind sehr klein und haben erst rudimentär entwickelte Organe. Die Vordergliedmaßen sind gut entwickelt, da sie aus eigener Kraft zu den Zitzen der Mutter krabbeln müssen, die hinteren sind noch nicht ganz fertig. Die Säugezeit dauert im Verhältnis länger. Das hat den Vorteil, dass die Tragzeit für die Mutter verkürzt ist und sie schneller, falls das Kind stirbt, ein neues zur Welt bringen kann. Der Energieaufwand der Mutter soll bei beiden Fortpflanzungsarten (Plazentatiere und Beuteltiere) gleich sein, ist bei den Beuteltieren aber über einen längeren Zeitraum verteilt.

BildBild
Rotes Känguru (Macropus rufus)
Das Rote Känguru ist nicht zwangsläufig rot. Die Männchen werden boomer genannt und können dunkelgrau sein. Die Weibchen sind graublau bis rötlich und werden als blue-flyers bezeichnet. Sie unterscheiden sich von dem Westlichen Grauen und dem Östlichen Grauen durch die Größe. Hat man keinen Zollstock dabei, muss man sich an der breiteren Schnauze mit weißen Streifen an den Backen, die bis zu den Ohren verlaufen, orientieren.
Es sind Rudetiere, die in kleinen Gruppen Nahrung suchen. Ihre Körpertemperatur regeln sie bei großer Hitze indem sie sich die Vorderbeine lecken.
Durch die Keimruhe oder embryonale Diapause ruht die Entwicklung des Embryos. So kann es drei „Kinder“ in verschiedenen Entwicklungsstadien haben. Einen ruhenden Blastozysten, ein Joey im Beutel, das an einer Zitze hängt, sowie einer, der den Beutel bereits verlassen hat, aber an „seiner“ Zitze, die „mitgewachsen“ ist eine Milch mit anderer Zusammensetzung trinkt, wie das „Beutel-Kind“.
Es gibt auch „Beutelzwillinge“. Sie entstehen, wenn die nach der Geburt entstandene Blastozyste sich ohne Keimlingsruhe zum Embryo weiterentwickelt.

Bild

Das Sumpf-Wallaby (Wallabia bicolor) ist der einzige Vertreter der Gattung Wallabia. Es besitzt weniger Chromosomen wie die Macropusarten, kann sich jedoch mit M. agilis hybridisieren. Es frisst bevorzugt Sträucher, Feldfrüchte, einheimische, wie auch exotische Pflanzen. Es scheint eine Toleranz für verschiedene giftige Pflanzen, wie Adlerfarn, Lantana oder den gefleckten Schierling zu besitzen. Gras mag es weniger, was für Wallabies untypisch ist. Sie bewegen sich nur leicht hüpfend, mit gebeugtem Kopf, vorwärts, bei der Nahrungsaufnahme auch auf allen Vieren.
Sie praktizieren eine embryonale Diapause, die sich von der, anderer Beuteltiere unterscheidet, da die Ausreifungszeit länger ist, wie sein Östruszyklus. Übersetzt heißt das, dass es sich schon vor der Geburt des jetzigen Nachwuchses wieder paaren kann. Die Blastozyste entwickelt sich aber erst zum Embryo weiter, wenn der Beutel frei wird.
Aborigines mögen sein Fleisch aufgrund des schlechten Geruchs und Geschmacks nicht. Kommerziellen Jägern ist sein Fell zu rau. Es kommt von Queensland bis Victoria und im östlichen Südaustralien vor.


Bild

Rotnacken Wallaby oder Rotnacken Känguru (Macropus rufogriseus)
Es gibt die Unterarten M. r. Banksianus auf dem australischen Festland und M. r. rufogriseus auf Tasmanien. Die tasmanische Unterart wird Bennett-Känguruh genannt. Diese Känguruart gibt es auch in Schottland auf einer Insel bei Loch Lomond. Otto Koenig, den die österreichischen Biologen wahrscheinlich kennen, hat versucht, 50 Exemplare in Österreich auszuwildern. Sie sollen aber, nach meiner Information, alle verstorben sein.
In Deutschland gibt es sie in der Region um Burg Stargard in Mecklenburg. Dort sind sie aus einem Zoo abgehauen und vermehren sich seitdem in der Natur.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=18693

Bild

Southern Brown Bandicoot
Bandicoots sind Kurznasenbeutler. Der deutsche Name Bandikut (Schweineratte) steht für die Bandikutrarren, eine Nagergattung. Das kann zu Verwechslungen führen.
Es sind bodenbewohnende Tiere. Ihre Hinterbeine sind länger, weshalb sie hoppeln können. Sie haben Krallen an den Vorderbeinen um nach Nahrung zu graben. Sie kommen von der trockenen Wüste bis in den feuchten Regenwald vor. Sie graben Höhlen oder nehmen sich hohler Baumstämme oder verlassener Kaninchenbauten an. Sie sind fressen alles von Insekten über Wirbeltiere bis hin zu pflanzlichem Material. Ihr Gebiss ähnelt dem der Raubbeutler. Se besitzen, wie der Koala eine primitive Plazenta. Die Krallen der Vorderfüße sind bei der Geburt schon voehanden.
Obwohl diese Art sich sehr schnell reproduzieren kann, wenn genügend Futter zur Verfügung steht, ist sie auf dem Festland gefährdet.

Bild

Bettongia penicillata, das Bürstenkänguru wird bis 38 cm groß (ohne Schwanz). Es ist nachtaktiv, schläft tagsüber in flachen Erdmulden, die es mit Gras auslegt. Es frisst zu 80% Pilze, vor allem Mykorrhizapilze, die mit Pflanzen eine Symbiose eingehen. Daneben frisst er auch Zwiebeln, Knollen, Samen, Früchte, grüne Pflanzenteile sowie kleine Gliederfüßer. Dieses Tier trinkt gar nicht. Es deckt seinen Wasserbedarf über die Nahrung. Der Verdauungstrakt funktioniert über Fermentation. Die Pilze werden nicht direkt verdaut, sondern von Bakterien in Nährstoffe umgewandelt.
Leider steht dieses Tier kurz vor der Ausrottung. Man weiß nicht genau warum. Natürlich stellen Füchse und Katzen ihnen nach, aber auch Krankheiten sollen ein Grund sein, warum Teilpopulationen völlig verschwunden sind. Näheres dazu weiß ich nicht.

Bild

Der Kookaburra oder Jägerliest, oder Lachender Hans, ist der größte Vertreter der Familie der Eisvögel. Er kam ursprünglich in Westaustralien und Tasmanien nicht vor, wurde dort aber eingeführt, da er unter anderem auch Mäuse, Ratten und Schlangen frisst. Wegen seinem regelmäßigen Gelächter am frühen Morgen und am Abend wird er auch "Buschmann's Uhr" genannt. Der Legende zufolge soll eine Art Gott dem Vogel das Lachen am frühen Morgen befohlen haben, damit die Menschen den Sonnenaufgang nicht verschlafen.
Ich überlege jetzt meinen Radiowecker gegen einen solchen Vogel einzutauschen!! :P

Bild

Der Tawny Frogmouth
Eulenschwalm (Podargus strigoides)
Der Vogel gewöhnt sich leicht an Menschen und ist daher der einzige nachtaktive Vogel, den man auch in Gärten antreffen kann. Sie bauen ihr Nest in jedem Jahr auf demselben Ast desselben Baumes. Den Namen Tawny Frogmouth hat er wegen seinem breiten Schnabel erhalten. Wenn sie beunruhigt sind, strecken sie den Kopf und Körper schräg vom Sitzast weg nach oben, so dass sie wie der abgebrochene Teil einer Astgabel aussehen. Die Färbung variiert von grau-hellbraun im Süden bis rotbraun im Norden Australiens.

Bild
Rotrückenreiher (Nycticorax caledonicus)
(Ich danke agi für die Identifizierung dieses Vogels! Ich weiß oft nicht, was ich so fotografiere! :? )
Dieser Vogel wird etwa 60 cm groß und trägt zur Paarungszeit Nackenfedern. Er kommt in ganz Australien, außer m trockenen Zentrum vor. Es gibt ihn auch in Neuguinea, Melanesien, Indonesien (vielleicht trifft Robert gerade jetzt auf ihn?), außerdem findet man ihn auf den Philippinen (Jenneth, schon Mal gesehen??) und in Japan. Er bracht einen hohen Baum in Wassernähe, kann auch ein Garten mit Teich sein.



BildBild

Die Farm Show, erklärt die Arbeit der Hütehunde , zeigt, wie Schafe geschoren werden und erklärt alles rund um die Herstellung von Schafwolle.

BildBild
Koala und Bindenralle


Rottnest Island

Bild

An diesem Tag war es morgens schon warm und ich habe Shorts angezogen. Bereits am Hafen in Freemantle wusste ich, dass dies ein Fehler war! Alle hatten Jacken dabei, nur ich nicht.
Es gibt eine Fähre und ein Expressboot. Man hat mir das Boot empfohlen, da es mehr „fun“ macht. Wir bekamen vorsichtshalber Ölzeug zum Überziehen. Die Hinfahrt verlief jedoch trocken.

Bild

Rottnest wurde vor ca 7000 Jahren, als der Meeresspiegel anstieg, vom Festland abgetrennt. Sie ist die größte Insel auf dem Kontinentalschelf vor Perth. Das Riff, das die Insel umgibt, ist vor ca 100.000 Jahren entstanden, als der Meeresspiegel noch drei Meter höher war als heute. Es wird durch die warme Leeuwin Strömung gespeist.
Die Insel liegt 19km von der Küste entfernt im Indischen Ozean. Sie ist mit niedrigem Buschwerk bedeckt und besitzt kleine, flache Seen.

BildBild

Vor der Trennung soll die Vegetation die Gleiche gewesen sein, wie auf dem benachbarten Festland. Das weiß man anhand von Pollenfunden von Tuart, Marri, Jarrah, Banksia und Sheoak. Nach der Trennung vom Festland verschwanden, dem Salz und den Winden ausgesetzt, hunderte von Pflanzenarten, so dass es heute nur noch ungefähr 140 einheimische Arten gibt.
Die ursprüngliche Vegetation (nach der Trennung) unterschied sich sehr von der des Festlandes. Sie entwickelte sich in Abwesenheit von Aborigines und ihrem Feuer, das sie auf dem Festland zum Roden, zur Jagd und landwirtschaftlich nutzten (firestick-farming). Ein großer Teil der Insel bestand aus Wald, der nicht an Feuer angepasst war und deshalb den Menschen nicht überlebte, oder sich nur sehr langsam regenerierte. So nahmen im Laufe der Jahre Pflanzen, die besser angepasst sind, ihren Platz ein. Die drei heimischen Baumarten sind die Rottnest Island Pine (Callitris preissii), Rottnest Island Tea tree (Melaleuca lanceolata) und Acacia rostellifra, die durch die Quokkas während der letzten 50 Jahre sehr dezimiert worden sind.

Es gibt zwei kleine Siedlungen mit Läden und Ferienwohnungen-der Rest ist Wildnis. Man kann dort Fahrräder mieten, oder eine Busrundfahrt machen. Wenn man ankommt, herrscht ein bisschen Rummel, der sich aber auf den Jetty und diese zwei Siedlungen beschränkt. Wenn man die Insel erkundet, ist man ziemlich allein; die übrigen Strände sind leer.

Bild Bild
Man sieht fette Skinke über die Straße laufen, manchmal, auch eine Schlange. Um den Jetty rum sind Papageien, Seemöwen und Pelikane.

Bild

Bild Bild

Die Dugite (Pseudonaja affinis) ist auf Rottnest kleiner wie auf dem Festland. Sie ist giftig, aber nicht angriffslustig; man muß ihr Zeit geben, aus dem Weg zu gehen.

Bild

Bis 1901 war Rottnest eine Gefängnisinsel für Aborigines. Sie saßen dort jahrelang wegen so schwerer Straftaten, wie „Stehlen oder Töten eines Schafs“. Viele kamen aus dem warmen Norden. Für sie muß der Winter auf Rottnest wirklich unerträglich gewesen sein. Sie bekamen weder Gemüse noch frisches Obst zu essen. Das verfütterte der Superintendent an seine Pferde. Sie schliefen auf dem blanken Boden, ohne Toilette. Der Boden wurde morgens, wie bei einem Tierkäfig, mit Wasser und Schrubber gereinigt. Unter dem letzten Vorsteher hatten sie sonntags Freigang und durften auf die Jagd gehen. Die ersten Siedler verließen die Insel wieder, als 1864 das Gefängnis gebaut wurde. Während des Ersten Weltkriegs gab es hier ein Konzentrationslager für Staatsangehörige des Dreibundes. 1915 saßen hier 841 östereichische und deutsche Gefangene. Bis 1937 wurde der Miltärische Stützpunkt ausgebaut. Während dem 2. Weltkrieg wurden hier italienische Zivilgefange inhaftiert und anchließend Kriegsgefangene der gekaperten "Remo".
Seit 1903 ist die Insel ein Naherholungsgebiet, seit 1917 Naturschutzgebiet. Privatautos sind nicht erlaubt.

Bild

Quokkas sind die einzigen Vertreter der Gattung Setonix.
Auf dem Festlande gibt es Quokkas (Setonix brachyurus) im Südwesten, um Sümpfe herum. Sie sind dort allerdings selten geworden, da eingeschleppte Füchse und verwilderte Katzen ihnen nachstellen. Es sind Kurzschwanzkängurus, auch wenn ein Holländer, sechzehnhundertnochwas diese Tiere für Ratten hielt, woher die Insel ihren Namen hat. Auf Rottnest, wo es wenig Konkurenz um Lebensräume gibt, leben sie in verschiedenen Habitaten. Auf dem Festland sind sie nachtaktiv, auf Rottnest haben sie sich umgestellt. Es gibt hier keine Füchse und Haustierhaltung ist verboten.
Solange die Quokkas von den Sträflingen gejagt wurden, blieb die Population klein, in den 1930er Jahren boomte sie.
Der Anstieg der Population hat das Gesicht der Insel erneut verändert, da nur Pflanzen, die von den Kängurus verschmäht werden, eine Chance haben groß zu werden. Im Ergebnis gibt es auf dieser einst bewaldeten Insel heute mehr niedriges Gestrüpp, dass von den Quokkas verschmäht wird.
Am Ende des Sommers wird das Frischwasser selten. Quokkas können mit Brackwasser überleben ( 2,5% NaCl) und gelegentlich mit Meerwasser (3,3% NaCl), aber nicht über längere Zeiträume. Sie konzentrieren ihren Urin, um den Wasserhaushalt auszugleichen. Über sukkente Pflanzen, wie "Pigface" (Mittagsblumen) nehmen sie auch Wasser auf.

BildBildBild

Unzureichende Wasserzufuhr und ein niedriger Stickstoffgehalt der Pflanzen im Sommer führt zu Problemen, wie Anämie und hoher Sterblichkeitsrate unter den Joeys, da beides für die Proteinproduktion wichtig ist. Außerdem kommt Kobalt und Kupfer kaum in der Erde vor. Das sollsich auf das Fortpflanzungsverhalten auswirken.


Penguin Island und Seal Island

Bild

BildBild

Diese Inselchen liegen vor Rockingham und gehören zum Shoalwater Marine Park. Es gibt dort ca 500 Zwergpinguine (Eudyptula minor), die kleinste Art aus der Familie der Pinguine (Spheniscidae). Sie werden 35-40 cm groß. Es ist die einzige Pinguinart, die auf dem australischen Festland, entlang der Südküsten und auf Tasmanien brütet. An der Ostküste findet man sie bis hoch nach Solitary Island in New South Wales. Mit 2-3 Jahren werden sie geschlechtsreif. An anderen Orten kann man sie abends mit Hilfe einer Rotlichtlampe sehen, was die Tiere nicht stören soll, da es das Mondlicht imitieren würde. Fotografieren konnte ich sie nur hier, da es hier von Hand aufgezogene und gesund gepflegte Tiere gibt, die man, da sie an Menschen gewöhnt sind, nicht mehr auswildern kann. Die Art ist nicht gefährdet, auf dem Festland stellen ihnen jedoch Hunde, Katzen und Füchse nach, im Meer Seelöwen und Haie. Die größte aktuelle Gefährdung ist jedoch der Plastikmüll im Meer, sowie Angelschnüre in denen sie sich verheddern, sowie kleinere und größere Ölkatastrophen. Von 828 Vögeln, die bei neun Unfällen vor Südaustralien verölt wurden, waren 54% Kleine Pinguine.

Bild

Da es vor Seemöwen wimmelt, während die Pinguine erst im Dunkeln an Land gehen, haben wir die Insel in Seagull Island umgetauft. :P

Bild

Die Silver Gull (Chroicocephalus novaehollandiae) ist die häufigste Seemövenart in Australien. Erwachsene Vögel haben einen leuchtend roten Schnabel und rötliche Beine. Je leuchtender der Schnabel, desto älter ist der Vogel. Jungtiere haben einen schwarzen Schnabel und schwarze Beine.

BildBild

Die Zügelseeschwalbe (Onychoprion anaethetus) findet man auf allen tropischen und subtropischen Meeren. Es ist eine kleine Seeschwalbe von 30-32 cm Länge. Sie ist ein Zugvogel, der auf Felseninseln brütet.

Bild

Auf Seal Island gibt es Australische Seelöwen und Pelikane.

Bild

Unter den fünfundreißig Flossenfüßern gibt es fünf Arten von Seelöwen, eine davon ist der Australische Seelöwe (Neophoca cinerea), er ist der seltenste. Man schätzt die Zahl auf 11000 bis 13000 Individuen. Ca 2700 -3400 gibt es in Westaustralien. Neben den Seelöwen brüten in Australien auch zwei Arten von Seebären, der Neuseeländische Seebär (Arctocephalus forsteri) und der Australische Seebär (Arctocephalus pusillus doriferus). Man findet sie oft an den selben Küsten.
Der Australische Seelöwe gehört zu den Ohrenrobben und wird zwischen 1,8 m (Weibchen) und 2,5 m lang. Kolonien gibt es entlang der Küsten von West- und Südaustralien.

Bild

Australische Seelöwen wandern wenig, auch außerhalb der Fortpflanzungszeit und bleiben in der Nähe ihrer Kolonien. Sogenannte „haulout sites“ sind Strände, die die Tiere das ganze Jahr nutzen um an Land zu gehen. Sie unterscheiden sich von den Plätzen, die die Tiere nur gelegentlich aufsuchen, wie einige Strände bei Perth und auf Rottnest Island. Es gibt sechs solcher Haulouts in einem Radius von 50 km um Perth. Männliche Tiere nutzen sechs Inseln vor Perth/Rockingham als haulout sites: Carnac Island, Seal Island, Penguin Island, Little island, Burns Rock und Dyer Island. Diese Plätze sind wichtige Habitate für die Seelöwen, da es nur wenige solcher Plätze an der Westküste gibt. Manche Plätze spielen eine wichtige Rolle im Leben der männlichen Seelöwen, um sich von der energiezehrenden Futtersuche zu erholen, um sozialen Interaktionen zu erlernen und um Prädatoren, zum Beispiel dem Weißen Hai, auszuweichen.
Der Australische Seelöwe scheint sich, im Gegensatz zum New Sealand Four Seal, nicht von der intensiven Bejagung in der Vergangenheit erholt zu haben. Die Brutplätze befinden sich 250-350 km nördlich von Perth, bei Jurien. Die Brutzeit dauert 18 Monate an und der Nachwuchs leidet unter dem aggressiven Verhalten der Erwachsenen. 40-50% sterben während der ersten zwei Jahre, z. B. an infizierte Wunden, 20% überleben das erste Halbjahr nicht.
Im Gegensatz zum Neuseeländischen Seebären, der in mittleren Wasserschichten jagt, begibt sich der Australische Seelöwe in Tiefen bis 100m auf dem Kontinentalschelf.

Bild

Der Australische Pelikan (Pelecanus conspicillatus) ist die weltweit größte Pelikanart. Erwachsene Vögel können bis zu acht Kilogramm wiegen. Er hat auch den längsten Schnabel von allen Vögeln (bis 50 cm). Er kann damit 30 cm lange Fische fangen. Jeder Pelikan frißt 2 kg Fisch pro Tag. Außerdem vertilgen sie auch Kröten, Fröche, Krebse und manchmal sogar Schildkröten.
Pelikane gehören zur selben Ordnung wie Fregattvögel und Albatrosse und nutzen auf ähnliche Weise Luftströmungen um bis zu 3 km über der Meeresoberfläche zu kreisen. Trotz ihrer Größe können sie, wenn nötig, weite Strecken zurücklegen.

Der Bauzungen-Skink lebt auch auf Penguin Island. Westlicher Blauzungen Skink (Tiliqua occipitalis), eine von sechs Tiliqua Arten, die es in Australien gibt. Er wird bis zu 45 cm lang. Man findet ihn in WA südlih des Northern Territorry. In Südaustralien gibt es eine östliche und eine westliche Population. Weitere Arten gibt es in Neuguinea und Indonesien. Er bevorzugt Grasländ und quartiert sich gern in Hasenbauten ein.

Bild

Die Australische Zwergscharbe ist ein häufiger Wasservogel an Süß- und Meerwasser. Sie ist nicht nur kleiner, wie die Elsterscharbe, sondern hat auch einen orangegelben Fleck im Gesicht und schwarze Beine.

Bild

Wildblumen und ein interessanter Stein...

Kwongan:
Dieser Aboriginal Terminus wird heute weithingehend für die niedrige heideähnliche Vegetation benutzt, die in großen Gebieten des Südwestens üblich ist, wobei die Niederschläge 250-400 mm betragen. Das ist häufig der Fall bei Böden, die wenig fruchtbar sind, dass gerade auf ihnen die Flora am reichsten entwickelt ist. Viele Familien sind sehr dominant, nämlich Protaceae, Myrtaceae, Fabaceae und Epacridaceae. Man findet auf kleinen Gebieten Dutzende von Arten.
Kompakter Wuchs, kleine feste Blätter und ein Überfluss an kleinen Blüten charakterisieren viele Arten. Wenn sie nicht blühen nehmen jedoch viele eine verwirrende Eintönigkeit in der Form an.
Dornen fehlen fast immer, werden aber ersetzt durch stechende Blätter oder Stammspitzen. Krautige Pflanzen sind in Kwongan nicht gut vertreten, es gibt jedoch einige besondere, wie Leschenaultia, Popflower (Glischrocaryon) und triggerplants (Stylidium). Man verbindet die gesamte Region mit niedrigen Sträuchern, vor allem Mallee-Eukalypten.
Kwongan bedeckt große Gebiete des Südwestens, besonders nördlich von Perth zwischen den unteren Murchison und Moore Flüssen, im Süden von Dumbleyung und den Stirling Range bis zur Isrealite Bay, und im Osten und Südosten von Southern Cross. Besonders reiche Gebiete sind Kalbarri, Stirling Range und Fitzgerald River National Parks und Mount Lesueur in der Nähe von Jurien.
Bild
Dampiera
Bild
Verticordia

Sie sind eng verwandt mit Chamelaucium, Rylstonia und Darwinia.
Diese Pflanzen nachzuzüchten war wohl eine Herausforderung für die Fachleute. Es gibt nur einen Samen in jeder Blume. Dann hat man sie, wenn ich es richtig verstanden habe, auf Darwinia citriodora aufgepfropft und das hat geklappt. In der Vergangenheit sind sie oft in der Wildnis gepflückt worden. Um diesem Problem zu begegnen werden jetzt mehr als 20 Arten für den Blumenhandel gezüchtet.

Bild
Verticordia
Bild
Verticordia
Leider hatte ich mich vor diesem Urlaub nicht genügend informiert. Ich wollte Wildblumen sehen und bin (fast) überall zu spät gekommen. Die eigentliche Wildblumenzeit in WA sind die Monate September und Oktober. Dann soll der ganze Busch eine einzige Blumenwiese sein. Ich war im November schon etwas spät dran. Eine Ahnung davon habe ich aber noch bekommen.

Bild Bild
Bild Bild
Gänseblümchen

Das australische Grasland ist ein wichtiger Lebensraum für heimische Gänseblümchen. Australiens kurzlebige Sorten haben sich in Mio von Jahren entwickelt, um in trockenen Zonen zu überleben. Sie überstehen zurückgezogen Hitze, Kälte und Wassermangel. Der süße, wohlriechende Duft mancher Ausdauernden lockt Ameisen an, die sich so am Bestäubungsprozess beteiligen. Weißen Blüten fehlen Pigmentzellen. Sie reflektieren unerwünschtes Sonnenlicht. Wenn die Blütenblätter korrekt ausgerichtet sind, fallen die Sonnenstrahlen direkt in das Zentrum der Blüte. Eingeschlossene Hitze zieht Insekten als Bestäuber an.


Bild
Verticordia (Fetherflower)

Um den berühmten Waverock zu sehen, habe ich an einem Tag 700 Kilometer mit dem Touristenbus zurückgelegt. Die ersten zwei Stunden ging es durch Buschland. Im September/Oktober muss es dort durch die Wildblumen sehr bunt sein. Nach 97 Kilometern kommt York, Dieser Ort war die erste inländische Siedlung in WA und gehört heute zu den besterhaltensten Städten aus dem 19. Jahrhundert.

BildBild

Die Stadt York liegt im Avon Valley. Das Tal ist das älteste Siedlungsgebiet im Binnenland von WA. Robert Dale, ein junger Fähnrich der britischen Armee sagte 1830, es wäre die fruchtbarste Ebene, die er je gesehen hätte! Deshalb hat sich hier eine blühende landwirtschaftliche Infrastruktur entwickelt. Der Avon River führt nach ergiebigen Regen reichlich Wasser. Die Sommerabende sind hier angenehm kühl. Das Klima ist im Frühling, Herbst und Winter mild.
Das ist der heutige Weizengürtel von Westaustralien.
Vom Bus aus.. naja..
Weizenfelder rechts...Weizenfelder links...Weizenfelder am Horizont...drei Stunden lang.

Bild Bild

In Corrigin haben wir einen Friedhof für Hütehunde besucht. Dass die Leute die Arbeit ihrerer Hunde so schätzen, hat mich schon gerührt.
Diese kleine Stadt liegt mitten im Weizengürtel, 229 km südöstlich von Perth. Sie hat eine gewisse Berühmtheit erlangt, da sie den Weltrekord in "Most dogs in a Ute" hält. Ein ute ist ein kleiner Geländewagen.

http://www.corrigin.wa.gov.au/doginaute

BildBild

Schließlich waren wir in Hyden und haben den Wave Rock gesehen. Das Ding ist schon beeindruckend, aber man muß sich, wegen der vielen Fliegen, ein Netzt über das Gesicht ziehen. Der Wave Rock ist ein 2,7 Milliarden alter Granitblock, der durch Erosion und Verwitterung zu einer Welle geformt wurde. Die Welle ist 15 Meter hoch und 110 Meter lang. Er befindet sich 350 km östlich von Perth, wo der Weizengürtel an das Outback grenzt. Die ersten weißen Siedler waren Sandelholzfäller. Einer von ihnen hatte den Nachnamen Hyde, woher die Stdt, die dem Wave Rock am nächsten liegt, ihren Namen hat.
Die Wellenform soll durch Regenwasser entstanden sein. Der Granit ist an der Oberfläche härten als an den Seiten, so dass herunterlaufendes Regenwasser im Laufe der Jahrmillionen den Felsen ausgewaschen hat. Die vertikalen Streifen entstanden durch chemische Prozesse. Ausgewaschene Karbonate bilden die schwarzen, Eisenhydroxid die roten Streifen.

Bild

Hippo's Yawn ist geologisch jünger (etwa 700 Millionen Jahre alt) und erinnert an ein gähnendes Nilpferd.

Bild

Die Ebene rund um diese Steine besteht aus Buschland mit Kasuarinen, Akazien und Eukalyptus. Sandelholz soll es hier auch noch geben. Im Frühling hier blühen Orchideen.
Es gibt, 3 km von Hyden, einen kleinen privaten Wildpark mit Kängurus und Co.

Bild

Salzseen gibt es überall in den trockenen Teilen des Südwestens. Manche sind alt, aber viele sind entstanden, als das Land im letzten Jahrhundert urbar gemacht wurde.

Bild

Große Gebiete des Südwestens, vor allem im südöstlichen Weizengürtel, haben schwerere Tonerden, auf denen die Mallee-Eukalypten die dominierende Vegetation darstellen. Viele Eukalyptusarten gedeihen hier, einige sind Sommerblüher.

Mulkas Cave

BildBild

Diese Höhle (einzige mit Malereien in WA) soll ursprünglich eine Rolle in der Traumzeit der Nyoongars gespielt haben, bis Mulka, der Schreckliche dort lebte und seine Handabdrücke hinterlassen hat. Mulka war die Frucht einer verbotenen Liebe und deshalb vom Stamm verstoßen. Er soll sehr groß und stark gewesen sein. Seine Mutter tadelte ihn dafür, dass er Kinder aß, weshalb er sie tötete. Schließlich wurde er vom Stamm bei Dumbleyung getötet und die Gegend für Tabu erklärt.

BildBild
Handprinting und Teebaumstrauch


Bild

Der Thorny Devil (Moloch horridus) ist eine wüstenbewohnende Agamenart, die 20 cm groß wird. Sein stacheliges Aussehen soll vermutlich Angreifer abschrecken. Und ihn ungenießbar erscheinen lassen. Er kommt in Steppen und trockenen Buschwüsten in West-, Süd- und Zentralaustralien, sowie in der Victoria-Wüste vor. Er hat lange Beine, so dass sein Körper den heißen Wüstenboden nicht berührt. Die Haut ist mit winzigen Furchen durchzogen. Durch die Kapillarkräfte der Furchen wird alle Feuchtigkeit direkt in Richtung Mundwinkel geführt, wo das Tier sie aufnehmen kann. Auf diese Weise kann die Echse den morgendlichen Tau ausnutzen, oder sie kann trinken, indem sie beispielsweise ein Bein ins Wasser taucht. Seine Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Ameisen und Termiten, die er mit seiner klebrigen Zunge aufnimmt. Eigentlich ist er nachtaktiv, weshalb es wohl ein Glücksfall war, dass wir ihn überhaupt gesehen haben. Diese Echse ist vom Aussterben bedroht und steht unter Artenschutz.

Bild

Die Nanorina sind eine endemische Art von Honigfressern. Dieser Yellow-throated Miner (N. flavigula) lebt in trockenen Wäldern, aber auch in Parks und Gärten, wie hier in Hyden. Er ist ein lauter Vogel, frißt Insekten und Nektar und zeigt ein sehr aggressives Verhalten gegenüber anderen Vogelarten.


An der Stelle wird es Zeit die Embleme von Westaustralien vorzustellen! Da ist der Schwarze Schwan, der annodunnemals irgendwen beeindruckt hat, weshalb der Swan River so heißt:

Bild

Dann gibt noch Mangle's Kangooroo Paw. Nun ist es so, dass ich diese verflixten Kängurupfötchen beim besten Willen nicht auseinanderhalten kann. Es gibt mittlerweile so viele Züchtungen davon, was gut ist, da sie so nicht länger in der Natur geräubert werden. Das Problem ist nur, dass ich bei vielen Fotos, speziell Kängurupföten betreffend, nicht mehr weiß, ob ich das Bild in freier Natur oder in einem Park geschossen habe. Ich stelle stellvertretend welche ein, da ich die Mangle's nicht finde!

Bild Bild

Dann gibt es noch den Numbat (Ameisenbeutler), ein kleines Beuteltier, das Termiten und weiße Ameisen bevorzugt. Die Art ist gefährdet und wird im Zoo von Perth nachgezüchtet, wo diese Bilder entstanden sind.

Bild

Er Tier ist tagaktiv. Es gibt ihn heute, in der Natur, nur noch in einem kleinen Gebiet mit Wandoo-Bäumen (Eukalyptus-Art) und in Jarrah-Wäldern in der südwestlichen Ecke von WA.

Bild



Numbat-Baby im Zoo:

http://www.youtube.com/user/PerthZoo



Der Südwesten ist die Heimat einer der reichsten Floren der Welt. Südlich und westlich einer Linie, die grob zwischen Shark Bay und Isrealite Bay verläuft, gibt es ungefähr 8000 Arten von Blütenpflanzen, von denen ca 80 % nirgendwo anders wachsen. Einige große Gruppen sind ganz oder hauptsächlich auf die Region begrenzt und haben sich auch hier entwickelt, z. B. Dryandia, Synaphea, Conostylis (cottonheads), Chamelaucium (wax flower) und der einseitige Zylinderputzer (Calothamnus).

BildBild
Conostylis candicans(Grey Cottonhead) und Dryandra carlinoides

BildBild
Chamelaucium uncinatum (Geraldton Wax) und Calothamnus (einseitiger Zylinderputzer)

Andere erschienen bevor die Region, in der frühen Kreidezeit, vom östlichen Australien isoliert wurde, haben sich hier aber mehr spezialisiert wie woanders, z. B. Verticordia (Featherflower), Darwinia, Stylidium (triggerplants) und Gastrolobium.

BildBild
Stylidium bulbiferum und Verticordia cooloomia

BildBild
Darwinia meeboldii (Cranbrook Bell), gibt es nur in den Stirling Ranges und Gastrolobium

Die alte Herkunft zeigt sich durch die Verwandtschaft zu den Floren anderer Länder, die den Kontinent Gondwanaland bildeten. Familien wie Proteaceae (Silberbaumgewächse), Epacridaceae (Australheidekraut), Rutaceae (Rautengewächse), Restionaceae und Myrtaceae (Myrtengewächse) sind in Südamerika und Südafrika gut vertreten, aber auf der Gattungsebene haben sie mit Australien wenig gemeinsam. Casuarinaceae finden sich als Fossilien in Afrika, sind aber heute dort ausgestorben; sie kommen in Australien, Südostasien, Neu-Kaledonien und auf einigen Pazifikinseln vor.
Sie sehen manchen Koniferen sehr ähnlich, sind aber bedecktsamige Pflanzen. Die Wurzeln haben meist eine Verbindung mit den stickstofffixierenden Frankias (Strahlenpilze, die eigentlich Bakterien sind, deren Zellstruktur eine äußere Ähnlichkeit mit den, von Pilzen gebildeten Myzelen hat). Die Casuarinen können aber auch Proteid-Wurzeln ausbilden.

Die Allocasuarinen im trockenen Süden Australiens werden „sheoak“ genannt. Das harte Holz zählt zu den Eisenhölzern. Es wurde von den ersten Siedlern viel genutzt, z.B. Für Dachschindeln. Heute werden noch Möbel daraus hergestellt.

Bild
Die segmentierten, rutenartigen Zweige haben die Funktion von Blättern übernommen.


Der Australind (Zug) fährt zwischen Perth und Bunburry. Von dort aus kann man mit dem Bus in den Süden weiterfahren. Auf der Zugfahrt habe ich immer wieder die Grasbäume bewundert, die auch Black Boys genannt werden, da sie für die ersten Siedler, aus der Entfernung, wie Krieger gewirkt haben. Eine Woche später habe ich gelernt, dass man diesen Ausdruck nicht mehr benutzen soll, weil er diskriminierend ist. Xanthorhoeas findet gibt es wohl in vielen Gebieten Australiens, WA hat 9 Arten.

Bild
übliche Fom

Bild
außergewöhnliche Form

Die Grasbäume sind eng mit den Lilien verwandt. Es gibt sie seit ca 200 Millionen Jahren in Australien. Sie haben die Dinos und viele dramatische Umweltveränderungen überlebt. Dank ihrer feuerfesten „Jacke“ können sie wilde Buschfeuer überleben. Viele Eidechsen, Vögel und Insekten sind von diesen einzigartigen Pflanzen abhängig, was Futter und Schutz betrifft. Eine Studie hat ergeben, dass 315 Wirbellose und 100 Wirbeltiere diese Bäume nutzen. Einige Grasbäume sollen über 600 Jahre alt sein. Jeder Meter Stamm steht für hundert Jahre.

Früher wurde ein Getränk mit Zitrusgeschmack hergestellt, indem man die Blütenstängel ins Wasser stellte. Die Samen wurden zu Mehl gemahlen und anschließend verbacken. Eine energiereiche Nahrung mit nussartigem Geschmack ergaben die weißen Böden der jungen inneren Blätter, die Herzen des Stammes und die sukkulenten Wurzeln. Schmackhafte Maden fand man im unteren Teil der Pflanze.
Aus getrockneten Blütenähren wurden Speere gefertigt und die harten Blätter sind scharf genug, um damit Fleisch zu schneiden.
Wenn Aborigines anderen mitteilen wollten, wo sie zu finden sind, zündeten sie einen Grasbaum an.
„Crampy wamps“ lautet der Name einer Krankheit, die das Nervensystem von Rindern befällt, wenn sie Grasbäume fressen. Schiffärzte stellten im 18. Jahrhundert aus dem verdünnten Gummi eine Medizin gegen Durchfall her. Die frühen Siedler nutzten es als Lack.
Eine archäologische Ausgrabung am Mt. Mulligan bei Cairns hat gezeigt, dass die Ureinwohner bereits vor 3000 Jahren den Sekundenkleber kannten, wenn auch nicht den von der Firma Uhu. :lol: Man hat Klebstoffspuren an Steinen analysiert und herausgefunden, dass der Klebstoff von Xanthorrhoea johnsonii stammt, einer Grasbaumart, die in Queensland wächst. Streng riechende Gummikügelchen entweichen dem Stamm und werden steinhart, wenn sie aushärten. Dieses Harz wurde jahrtausendelang im Feuer geschmolzen und als Sekundenkleber genutzt. Mit dem wasserfesten Harz wurden auch die Rindenkanus und hölzerne Wasserbehälter bestrichen.

Man darf sich in Bunburry keine Minute aufhalten, wie ich es getan habe!! Der Australind fährt um 9Uhr 30 von Perth ab und kommt um 12 Uhr in Bunburry an, dann muss man vom Zug aus-und in den Bus einsteigen, was ich nicht getan habe! Während ich am Bahnhof Fahrpläne studiert habe, ist der Bus abgefahren. Als ich mich dann nach dem nächsten Bus erkundigt habe, sagte mir der freundliche Mann hinterm Schalter: „Morgen wieder!“

Bild Bild

Also bin ich in einem Motel abgestiegen und habe mich bei strömendem Regen, auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht, was nicht so einfach war, da es hier mehr Surfbretter wie Backwaren zu kaufen gibt. Schließlich habe ich was gefunden und mich gesättigt. Am nächsten Tag habe ich dann den Bus erwischt und bin ca 5 Stunden durch Orte mit 100 bis 500 Einwohnern gefahren. Es wurde zunehmend grüner, die Bäume höher, bis man schließlich durch Waldlandschaft fährt. Dazwischen sieht man immer wieder Weinreben, da die australischen Weine aus der Gegend kommen.

Das ist Teil 1 meines Berichtes. Am zweiten Teil arbeite ich noch.

Bild
Benutzeravatar
Sundri
mari bon connaisance lor moris
mari bon connaisance lor moris
 
Beiträge: 252
Bilder: 94
Registriert: Mo Jul 02, 2007 23:43
Wohnort: Hessen

Info Mauritius Annonce
 

Re: Australien-Teil1

Beitragvon monika » Mo Jul 18, 2011 21:17

Einfach nur WOW Sundri,
Deine Reisebericht sind klasse. Lese Dich immer wieder so gerne.

Ganz liebe Grüsse,
Monika
Benutzeravatar
monika
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 2061
Bilder: 4
Registriert: Mo Aug 02, 2004 15:57
Wohnort: Flic en Flac


Zurück zu Andere Reiseziele



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast