Info Mauritius        
Urlaub Info Mauritius
   
Webcam Mauritius
 
Mauritius Wetter
  Mauritius Forum  
Mauritius Bilder
 
Mauritius Unterkunft
   
Mauritius English Home
   

 

 
               

Australien, Teil 2

Alles über andere Reiseziele, Fragen, Berichte, Erfahrungen und Geschichten.
Forumsregeln

Australien, Teil 2

Beitragvon Sundri » Mi Jul 27, 2011 23:50

Nach erheblichen technischen Problemen und endlosen Abstürzen kehre ich nun mit neuem PC zurück. Ich hoffe, ich werde in diesem Leben noch fertig!
Teil 2

Manjimup liegt ungefähr auf der Hälfte der Busstrecke. Dort macht der Busfahrer eine halbe Stunde Pause. Es gibt dort einen Imbiss. Beim Versuch einen Kaffee zu bestellen, habe ich sprachlich mal wieder voll auf dem Schlauch gestanden, als die Bedienung mich mehrmals "teigwei? fragte. Erst als sie auf einen Pappbecher deutete, habe ich's kapiert. :oops:

BildBild
Dieser Baum hatte es mir angetan. Es war ein emsiger Honigfresser (Vogel) drin, der aber einfach zu schnell hin und her flog. Ich habe es nicht geschafft ihn zu fotografieren.

Der Name Manjimup kommt von einem essbaren Riedgras.
Die Region ist sehr fruchtbar. Hier wachsen Kartoffeln, Blumenkohl und Äpfel (Pink Lady Apple), die sogar nach Europa exportiert werden. Die Gegend ist der Hauptproduzent für Trüffeln, die an Restaurants in Perth, Melbourne und Sydney gehen. Das Klima hier ist dem des Perigords in Frankreich ähnlich. Man experimentiert auch mit Grünem Tee, da Manchimup exakt die gleiche Entfernung zum Äquator und ähnlich saure Böden hat, wie das Teegebiet Shizuoka in Japan. Jedenfalls haben japanische Experten das empfohlen und der Ort ist darauf angesprungen. Ich habe mir vorgenommen, die Fortschritte zu verfolgen und meinen Grünen Tee in Zukunft in Manchimup zu bestellen!! Es gibt dort eine Industrie zur Holzverarbeitung, die sich woodchipping nennt.

Man unterscheidet nach der jährlichen Niederschlagsmenge Kwongan-Heiden mit 400-600 mm, vom Jarrahwald (600-1000 mm) mit Eukalyptus marginata, der 20 m hoch wird und ab einer Niederschlagsmenge von 1000-1400 mm gibt es Karriwälder mit E. Diversicolor, die die höchsten Bäume Australiens stellen sollen, was man in Tasmanien allerdings bestreitet. Ich lasse es so stehen.

Warrenregion

Biogeographisch spricht man von der Warenregion, wenn man das Gebiet meint, wo Karriwälder, bzw. gemischte Wälder mit Tingle und Marri wachsen. Im Norden und Osten grenzt diese Region an Jarrahwald. Der größte Teil dieses Gebiets ist unbewohnt, also Natur pur. Bekanntere Städte sind Margaret River, Augusta, Pemberton, Walpole und Denmark.
Der Wald besitzt dichtes Unterholz mit vielen Erbsenpflanzen, Mimosen, Myrtengewächsen und Proteen.

Bild
Baum-Hovea

BildBild
Bossiaea und Chorizema

Karriwald benötigt schweren Lehmboden und nimmt ungefähr die Hälfte des Gebiets ein. Die ärmeren, lateritischen Böden sind mit Jarrah und Marri bewachsen.
Andere Arten sind der Peppermint und Red Flowering Gum.
Die Region hat eine sehr hohe Endemismusrate.
In tierischer Hinsicht kann man hier, von den bereits vorgestellten Tieren, das Quokka, das Bandicoot und das Bürstenkänguru (Woylie genannt) finden.

Es ist kein Regenwald, besitzt aber Regenwaldrelikte.

Bild
Zamias sind palmenähnliche Pflanzen in Afrika, Australien und auf den amerikanischen Kontinenten, sind jedoch mit diesen nicht verwandt. Macrozamia ist in Australien endemisch und war eine wichtige Nahrungsquelle für die Aborigines. Um die Toxine zu entfernen, wurden die reifen Früchte ca 100 cm tief vergraben und dort 8-9 Monate belassen. Danach konnten sie verzehrt werden.

Manchimup liegt am nördlichen Ende eines Karriwaldes, am südlichen Ende liegt Denmark. Diese Bäume werden bis zu 90 Meter hoch und benötigen dafür ca 100 Jahre, Lehmboden und jährliche Niederschläge von 1000-1400 mm. Karriwald kann mit Marri und Tingle durchsetzt sein. Die äußere Rinde ändert die Farbe, wenn sie altert und wird jedes Jahr abgeworfen. Die neue hat eine frische Farbschattierung mit rosa, orange, grau und weiß. Die Oberseite der Blätter ist von einem matten Dunkelgrün, während die Unterseite blasser ist, deshalb: diversicolor. Die hohen, offenen Baumkronen, die wie Broccoli aussehen, lassen das Licht bis auf den Waldboden durch. Das Unterholz ist dicht, saisonal erscheinen Orchideen. Habe im November allerdings keine mehr gesehen.
Karri wurde in großen Mengen für den Bau der Australischen Eisenbahnlinie benutzt.

Bild Bild
Karri (Eucalyptus diversicolor)

Das Unterholz wird dominiert von Karri-sheoak (Allocasuarina decussata), Karri-hazel (Trymalium spathulatum), chorilaena,mit seinen Eichenblättern, Karri-wattle (Acacia pentadenia), Baum Hovea und Waterbush (Bossiaea) sind Erbsen, Adlerfarn und Lepidosperma (Zyperngräser), sowie auch durch die Kletterpflanzen Coral Vine (Kennedia coccinea), eine rote Erbse, Clematis und Hardenbergia. Die Bodenflora ist beschränkt, Karri-Dampiera (D. hederacea) ist jedoch häufig. Ihr merkt schon... Diese Pflanzen gibt's vom Genus her zwar öfter, aber alle, die Karri als Vorsilbe haben, sind auf ein sehr kleines Gebiet beschränkt.
Bild
Karri-Hazel (Trymalium floribundum), das weiße Kraut, rechts.

Bild
Karri-Sheoak hat eine dicke, borkige Rinde und ist oft bemoost.

Bild
Die Blätter von Karri-Wattle (Acacia pentadenia) riechen wie der Urin eines Katers.


BildBild
Chorilaena-Eichenblätter + unscharfe Blüte

Bild
rechts: Peppermint (Agonis flexuosa), einer meiner Lieblingsbäume. Die Blätter strömen einen Pfefferminzduft aus, wenn man sie bricht. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für das gefährdete Ringtail Possum; es ernährt sich von den Blättern und baut sein Nest in diesem Baum.

Bild Bild
Peppermint Tree (Agonis flexuosa) und Wattie (Agonis juniperina)

Es gibt nur ein paar Hauptflüsse im Südwesten und die meisten haben ihren Oberlauf in den Salzseen des Weizengürtels und den angrenzenden ländlichen Distrikten.

Bild

Bild
Native Willow (Callistachys lanceolata)

Bild

Ihre Vegetation wird wird durch den Wassergehalt kontrolliert und die Paperbarks, Sheoaks, Flooded Gums (Eucalyptus rudis) und Seggen (Juncus, Lepidosperma) entlang ihrer Ufer, sind Arten, die einige Grade an Salinität vertragen. Die kleineren Süßwasserströme des fernen Südwestens sind mit watties umrandet.

Bild Bild
Flooded Gum (E. rudis) und Swamp Paperbark (Melaleuca raphiophylla)

Bild

Bild
Thysanotus

Nahe der Küste und ein Stückchen landeinwärts, gibt es Süßwassersümpfe, meist saisonal, aufgrund der winterlichen Regenfälle. Sie variieren botanisch, einige, entlang der Südküste sind extrem artenreich, inklusive Seggen, Heide und Myrte. Die Restionaceae ist ein Beispiel für einen Gondwanaland-Link; die Familie ist in Südafrika gut vertreten.

Bild
Briza major ist eine einebürgerte Restionaceae. In Südafrika und Australien nehmen die Restionaceae in der natürlichen Vegetation die ökologischen Nischen der Süßgräser, Binsengewächse und Riedgrasgewächse ein. Nach der Besiedelung Australiens durch Europäer wurden sie von diesen eingeführten Pflanzengruppen verdrängt (Weideflächen). Die Samen vieler Arten keimen erst nach einem Buschfeuer aus.

Bild
Der Tassel Rope-rush ist auch eine Retionaceae.

Walpole-Nornalup Nationalpark BildBild
Karri-Boronia

Der Walpole-Nornalup Nationalpark wurde bereits um 1910 begründet. Er besitzt 698 einheimische Arten, darunter viele Orchideen und vier Eukalyptusarten, die nur um Walpole herum vorkommen: Rates Tingle (E. brevistylis), Red Tingle (E. jacksonnii), Yellow Tingle (E. guilfoyley) und Red Flowering Gum (E. ficifolia).
Rate's Tingle wurde zuletzt entdeckt und nach John Rate, der 1969 von einem Ast erschlagen wurde, benannt.
Der Franzose Pierre Belangers war 1910 der erste Siedler am Frankland River. Ein Jahr später kam die Thompson Familie aus England und ließ sich am Deep River nieder
1912 begleitete die Familie Belanger den Wissenschaftler Sydney Jackson bei einer Exkursion zu den Tingle-Bäumen. Diese wurden später nach ihm Eucalyptus jacksonii genannt.

Bild

1926 wurde Tom Swarbrick Land bei Walpole bewilligt. Er war so begeistert von der Natur, dass er 1927 zum ersten Ranger des Parks wurde. Walpole begann 1930 als Zeltstadt und wurde "Nornalup" genannt, 1934 wurde der Name in Walpole geändert.

BildBild


Die Tingles haben schon um 1920 Touristen angelockt, die von den ersten Siedlern der Gegend, den Familien Belangers und Swarbrick in deren Häusern beherbergt wurden. Ein ca 400 Jahre alter Tingle, der sich neben einem Picknickplatz befand, wurde von Touristen als „Garage“ benutzt um anschließend ein Foto von „Auto im Baum“ zu machen.

Bild

Irgendwann, ich glaube in den 1970ern? wurde es dem empfindlichen Wurzelsystem (sagen die einen) zuviel, andere sagen, der Baum war eben alt (ich lasse es so stehen), jedenfalls, er ist dann abgestorben! In den 1990er Jahren erinnerte man sich wieder an ihn und beschloss, einen Weg zu finden, um den Touristen diese schöne Gegend zu erschließen, ohne den Waldboden zu sehr zu belasten. So wurde die Idee zum Tree Top Walk, der 1996 eröffnet wurde geboren.

Anciant Empire Boardwalk and Tree Top Walk
Bild

Bild

Bild
Blick nach unten aus 40 m Höhe

Die Pylonen und Plattformen sind von der Sternforn der Tasselflower (Leucopogon verticillatus) inspiriert. Die Stützen sind dem Swordgrass nachempfunden. Die Tasselflower gehört zu den Australheidekrautgewächsen, auch wenn es für uns nicht nach Heidekraut aussieht.

BildBild
Tasselflower

Bild Bild
Roter und Gelber Tingle. Der gelbe hat keinen verdickten Stamm und keine Brettwurzeln.

Bild Bild
David Bomba arbeitet bei Out-of-sight Tours in Denmark und weiß viel über die Region. Er ist bei Facebook zu finden.

Tingles sind ein Gondwana Relikt, aus der Zeit vor 65 Mio Jahren, als Australien noch feuchtwarm war. Heute gibt es sie nur noch im Walpole-Nornalup Gebiet. Der gelbe Tingle hat nicht so dicke Stämme, wie der rote. Der Rote Tingle hat die breitesten Stämme von allen Bäumen in WA. Ihr Umfang kann 20 m erreichen. Sie sind oft ausgehöhlt und von innen verbrannt. Etliche sind mehr als 400 Jahre alt und erreichen eine Höhe bis 70 Meter.
Der Red Tingle wird ca 400 Jahre alt und produziert nach30 Jahren kleine weiße Blüten.

Bild

Bild

Bild

Bild
Der White-breasted Robin (Eopsaltria georgiana) kommt nur im Karriwald vor.


...where the forest meets the coast...

Der Walpole-Nornalup-Park verfügt über spektakuläre Landschaften und ist einer der wenigen Orte, wo der Wald auf die Küste trifft!

Bild

Bild

Boat Harbour ist eine Bucht in der Nähe von Denmark. Dort gibt es alle in der Gegend üblichen Fische, einschließlich kleiner Haie. Man kommt dort nur zu Fuß hin, oder mit Allradantrieb. Der Sand war teilweise sehr hoch, so dass die Mutter etwas schneller fahren mußte, um nicht stecken zu bleiben. Die Kinder, hinten im Auto, haben dann jedesmal "Abenteuer" gerufen, was mich total angetseckt hat. Bei solchen Gelegenheiten werde ich wieder zum Kind!

Bild

BildBild

Am Strand angekommen habe ich mich wie auf die Seychellen versetzt gefühlt, nur die Temperatur stimmte nicht. Brr. die subantarktische Strömung. Aber Granitfelsen, wie auf den Seychellen!

Bild

Bild

Diese Bucht gehört zum Owingup Nature Reserve, dazu gehören die Städte Walpole, Denmark und Mount Barker.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
Stackhousia

Bild

BildBild
Conostylis

BildBild
Drumstick (Dasyupogon bromelifolius) und Pigface (Disphyma)

Bild
Melaleuca tuberculata

Bild
Das Sword Grass wächst sowohl im feuchteren Waldboden, wie im trockenen Sand.

Bild
Pelargonium littoralis



Die Windrose

http://www.windrose.com.au/index.php?lang=de

Als ich in Denmark abends ankam war St. Martin. Da die Windrose ein B&B ist, das von einer deutschen Familie (Anna und Mattes) betrieben wird, haben wir eine Laternenwanderung mit deutschen Kinderliedern gemacht. Anschließend sind wir noch um den großen Teich gelaufen und haben mit der Taschenlampe nach Fröschen gesucht.

Bild

Der Motorradfrosch (Litoria moorei) heißt so, weil er wie ein Motorrad klingt, das den Gang wechselt. Es gibt dort auch Banjofrösche (Limnodynastes dorsalis), die ein lautes „Bonk“ von sich geben. Diesen Laut finde ich persönlich angenehmer.

Bild
Der Motorradfrosch

Ich kann diese Herberge allen Naturfreunden nur empfehlen!! Es gibt zum Frühstück frische Eier von glücklichen Hühnern und einen Haushund.

BildBild

Im Garten gibt es allerlei Vögel und natürlich Blumen

Bild
Ringneck Parrot (Bernardius zonarius) mag Nektar und Pollen.

BildBildBildBild


BildBild

Bild

Denmark selbst ist eine Ortschaft mit ca 2400 Einwohnern, die aber sehr verstreut wohnen. Der Ort liegt an der Südküste, 50 km östlich von Albany, am Denmark River, der ins Wilson Inlet fließt. Rundherum ist wahnsinnig viel Natur. Die Noongars nannten den Ort einst Koorabup (Platz der schwarzen Schwäne). Ups! Kurze Erklärung zu den ups: up heißt wohl soviel wie "Platz,Ort", deshalb haben viele australische Orte diese Endung.
Sechzehnhundertnochwas erforschte der erste Holländer die Gegend, weshalb es noch einige holländische Namen dort gibt, z.B: Nuytsia floribunda, der australische Christmas tree.

Bild
Christmas Tree ( Nuytsia floribunda)

Die gelben bis orangenen Blüten erscheinen um die Weihnachtszeit, daher der Name. Diese Bäume sind Halbparasiten, ihre Wurzeln haben Wurzeltriebe, die Nährstoffe von den Wurzeln der Pflanzen in der Nachbarschaft aufnehmen. Der Baum gehört zu den Misteln und ist das einzige Mitglied dieser Familie, das als Baum heranwächst. Die leichten Samen fliegen fort und entwickeln sich in niedrigem Buschwald mit zahlreichen Stämmchen. Nach einigen Jahren produziert einer davon einen richtigen Stamm, der die Blüten trägt. Die Aborigines gruben die Wurzeltriebe aus, da sie süß wie Bonbons schmecken.


Bild
Was ist das denn? "Dog-in-a-ute-Waschsalon" oder was?? :wink:

Die Gegend hieß bis 1824 Neu-Holland. Als die Franzosen sich für die Gegend interessierten, beschlossen die Briten 1825 den ganzen Kontinent zu kolonisieren.

Der Denmark River wurde von Dr. Wilson entdeckt, der ihn nach seinem Freund und Kollegen Dr. Denmark benannte. Hat also nix mit Dänemark zu tun. Trotzdem war es lustig, dass bei meiner Ankunft in der Windrose ein Gast von Dänemark da war. In Englisch: From Denmark to Denmark.

Bild Bild

1848 begann die Besiedelung. Auslöser war die rasche Entwicklung der Eisenbahnlinie von Perth nach Freemantle und Albany und der Bedarf an Bauholz. Die Gegend war ein einziger großer Wald. Karris sind die höchsten Bäume in WA, sie werden 90 m hoch und erreichen ihr Optimum nach ca 100 Jahren. 1884 wurde in der Nähe von Albany ein Sägewerk errichtet. 1893 begann der Goldrausch in WA, es wurden Bäume benötigt, ein Sägewerk entstand in Denmark. Bauern stellten ihr Vieh dann auf abgeholzte Flächen. Rinder und Schafe wurden krank und gingen ein, und man wusste bis um 1930 nicht warum. Schließlich stellte man fest, dass in den Karriböden Kobalt und Kupfer fehlte, was bei den Tieren zu Mangelerscheinungen führte. Die Krankheit wurde" Denmark Wasting Disease" genannt.

Bild

Bild Bild

Das Bert Bolle Barometer

Das Bert Bolle Barometer ist das größte Barometer der Welt. Es wurde 1985 in den Niederlanden von Bert Bolle entwickelt. Er ist dann später mit seiner Frau nach Australien ausgewandert und hat das Denmark Visitor Center mit Turm gebaut, oder bauen lassen. Dort ist es seit dem Jahr 2000 zu besichtigen. Aber wie ich gerade dem Internet entnehme, nicht mehr lange:

http://www.bertbolle.com/deutsch.htm

Wer sich für die ganze Geschichte interessiert kann sie in diesem englischsprachigen link nachlesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Bert_Bolle_Barometer

In der Nähe von Denmark gibt es einen kleinen Vogel-und Reptilienpark, er heißt "Dinosaurs World" und ist für kleine Kinder, wie große (damit meine ich mich!) sehr schön.

Western Grey Känguru

Bild
Männchen werden Stinker genannt, da sie einen curryartigen Geruch an sich haben. Es kann sich an unterschiedliche Klimate und Habitate anpassen. Sie fressen am liebsten Gras, weshalb man sie auch in den Randbezirken von Städten und sogar auf Golfplätzen findet. Ob sie irgendwann auch lernen, ihren Schwanz als Golfschläger einzusetzen bleibt abzuwarten.
Da ihr Blinddarm Mikroorganismen zum Aufspalten von Zellulose bildet können sie faserige Pflanzen mit niedrigem Stickstoffgehalt zu sich nehmen. Außerdem haben sie eine Toleranz für Fluoressigsäure entwickelt, ein Gift dass von etlichen australischen Pflanzen produziert wird und beim Vieh zu Vergiftungen führt. Es wird auch industriell zur Bekämpfung von Nagetieren hergestellt.
Es gibt eine Unterart auf Kangaroo-Island (M. f. Fuligineus).

Bild
Diese ist eine häufige, sehr hübsche einheimische Taube: Common Bronzewing (Phaps chaloptera)

Bild
Der Dusky Lory oder Weißbürzellori (Pseudeos fuscata) kommt in Indonesien und Papua-Neuguinea vor.

Bild
Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita). Die Art wurde im Südwesten eingebürgert.
Sein Verbreitungsgebiet hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 5.000 Kilometer und eine Ost-Westausdehnung von ca. 4.000 Kilometer und umfasst Landschaftszonen der gemäßigten, subtropischen und tropischen Klimazonen. Ein vergleichbar großes Verbreitungsgebiet haben nur sehr wenige andere Papageienarten.

Bild
Ich habe ihn in "Mützenklau" umgetauft.

Bild

Kakadus werden bis zu 50 Jahre alt. Wenn eine Schar über einen hinweg fliegt, denkt man sie seien noch zahlreich vorhanden. Es sind jedoch viele ältere Vögel darunter, die nicht mehr brüten. Wenn diese sterben, sind nicht mehr so viele Jungvögel da, um sich der Schar anzuschließen. Eine verringerte Anzahl von Vögeln in einem Schwarm, birgt die Gefahr des Aussterbens in sich. Das wissen aber viele Menschen nicht und denken "es gibt ja noch genug von denen."
Die schwarzen Kakadus nisten in Baumhöhlen alter Eukalyptusbäume. Ein Baum, der eine so große Höhle bereitstellt, muss mindestens 130 Jahre alt sein. Kakadus kehren jedes Jahr zum selben Baum zurück. Deshalb ist es wichtig, dass diese alten Bäume nicht der Forstwirtschaft zum Opfer fallen und andere überhaupt so alt werden können. Sie brüten mit vier oder fünf Jahren zum ersten mal. Auch wenn zwei Eier gelegt werden überlebt gewöhnlich nur ein Jungvogel. Baudin's Kakadu legt jedes Jahr zwei Eier. Der Forest Red-Tail legt alle zwei Jahre ein Ei.

Ich weiß nicht, ob es sich hier um den weiter verbreiteten Red-tailed Black Kakadu (Calyptorhynchus banksii) oder um die im Südwesten von Westaustralien vorkommende Unterart Forest Red-tailed Black Kakadu (C.b.naso) handelt. Letztgenannter brütet am liebsten in Marribäumen, aber auch in Jarrah, Karri, Wandoo und Bullich. Er ist kleiner und hat einen größeren Schnabel, wahrscheinlich weil die Marribäume die größten Eukalyptussamen produzieren. Die kriegen halt den Schnabel nur voll wenn die Frucht groß genug ist!

Bild
Sonnensittich, ein Amerikaner.

Muir's Corella (Cacatua pastinator pastinator) ist eine Unterart des Western Corella und kommt zwichen Perth und Albany vor. Dieser hier war ein „Schmusevogel“, der ständig gestreichelt und gekrault werden wollte. Habe ich meine Aufmerksamkeit für einen Moment von ihm abgelenkt, um ein Foto zu machen, hat er sich an mein Knie gekuschelt und mich aufgefordert, weiter zu streicheln. So einen „streichelsüchtigen“ Vogel habe ich noch nie erlebt! Echt nicht!


Bild Bild

Teppich-Pythons (Morelia spilota ssp)
6 von den 7 Morelia spilota-Unterarten werden Teppichpython genannt. In der Nähe von Häusern machen sie sich nützlich, indem sie Mäuse und Ratten fressen.


Bild
Die Coastal Carpet Python (M.s. Mcdowelli) ist die größte davon. Sie kommt natürlich an der Nordostküste Australiens und in Neuguinea vor.

Die Southern Carpet Python (M.s. Imbricata) ist die einzige Unterart in Westaustralien und frisst sogar Tammar-Wallabies.
Bild

Die Südpythons (Antaresias) sind die kleinsten Python Australiens. Antaresia stimsoni hat das größte Verbreitungsbebiet von den vier Arten.

Bild

Die Streifenköpfige Bartagame oder Farbbartagame (Pogona viticeps) ist eine große, stark abgeflachte Bartagame. Sie bewohnt halbtrockene Wälder und Trockenwälder.

Bild


BildBild



Bild

Bild

Der Pilz Phythophthora cinnamomi bringt Pflanzen zum Absterben. Vor allem schlammige Schuhe soll man putzen. Es wird auch geraten, die Autoreifen beim Übertritt in Pilzfreie Gebiete zu säubern, wie das funktionieren soll ist mir ein Rätsel. Und dann gibt es noch die Kängurus als hoppelnde Überträger...man sollte Personal einstellen, um den Tieren regelmäßig die Füße zu waschen! Ist jedenfalls mein Vorschlag.

Bild

Der Bibbulmun Track ist einer der schönsten Fernwanderwege der Welt. Man kann von Kalamunda bei Perth bis nach Albany (Südwestküste) fast 1000 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Je nach Laufgeschwindigkeit soll es 6-8 Wochen dauern, bei meiner Geschwindigkeit, jedes Blümelein am Wegrand fotografierend, vermutlich ein halbes Jahr! :roll:

Bild

Der Track besteht aus ca 50 Abschnitten, von denen die meisten als Tagestour zu bewältigen sind. Am Ende eines Abschnitts gibt es entweder eine Ortschaft oder eine einfache Hütte, in der man übernachten kann. Die erste Hälfte führt durch Jarrahwald der Darling Range, dann geht es durch Karriwälder, bis man in der Nähe von Walpole die Küste erreicht. Dann folgt Küstenwald mit Strandspaziergängen. Man folgt die ganze Zeit dem gelben Schild mit der Regenbogenschlange.

BildBild

Bild

BildBild
Triggerplants (Stylidium)
Triggerplants haben eine gefedertes, berührungsempfindliche Griffelsäule. Das ist eine Verwachsung von einem oder mehreren Staubblättern mit Griffel und Narbe. Mit dieser Säule „schlagen“ die Schusspflanzen, wie sie auf deutsch heißen, auf Insekten „ein“. So werden Insekten mit Pollen be-oder entladen. Um Hybridisierung zu vermeiden haben die verschiedenen Arten unterschiedliche Formen und Längen dieses Dingens entwickelt, welches das Insekt auf, unter oder seitlich mit Polen „erschlägt“.


Der Weg kann auch hoch hinauf führen:
BildBild
Früher hat man die Karris auch genutzt, um Waldbrände von oben besser sehen zu können.

Ich habe nur einen Abschnitt bei Denmark gemacht und mich dabei einmal verlaufen! Dann habe ich den Rückwärtsgang eingelegt und das letzte Schild gesucht, um anschließend die Augen offen zu halten. Die Wege werden zwar einigermaßen gepflegt, damit sie nicht ganz zuwachsen, aber die Vegetation ist manchmal schneller wie der Mensch. Wir kennen das von den Seychellen.

BildBild

Bild


Bild



Bild

Dampieras sind Griffelbechergewächse. Blautöne dominieren diesen Genus. Diese krautigen, ausdauernden Pflanzen gibt es als Bodendecker, bis hin zu kleinen Sträuchern. Jede Blüte hat 5 herzförmige Blütenblätter. 1688 kam das Piratenschiff Cygnet an die Küste, nahe King Sound in Nordwestaustralien. Einer der Piraten, William Dampier, interessierte sich sehr für Pflanzen und brachte einige gepresst nach England zurück. 1699 segelte er als Kapitän nach WA und pflückte wieder Wildblumen. 24 davon befinden sich noch heute im Oxford Herbarium. Alle 66 Arten sind endemisch. WA besitzt 2/3 davon.
Soviel zu den "Piratenpflanzen"! Sie sehen manchmal den Fächerblumen (Scaevola), die wir auf deutschen oder österreichischen Balkons pflegen oder von den Seychellen, Mauritius, etc, als salztolerante Strandbüsche mit weißen Blüten her kennen, verflixt ähnlich. Finde ich jedenfalls. Beide Genera gehören zu den Goodeniengewächsen. Davon gibt es 181 Arten weltweit, von denen 176 in Australien endemisch sind. Die Aborigines haben aus G. lunata einen Tranquilizer für ihre Babies hergestellt. Man hat auch Pflanzen in Wasserlöcher geworfen, um anschließend die Tiere leichter fangen zu können. Aus der Hop Goodenia wurde in Tasmanien eine Diabetesmedizin hergestellt. In New South Wales glaubten die frühen Siedler, dass, wenn sie durch das "Hungerkraut" (Hop Goodenia) laufen, ihren Appetit fördern.

Bild
Scavola striata

Bild

Bild
Hibbertias (Guinea Flowers) sind meist gelb, manche sehen wie Butterblumen aus. Kängurus und Wallabies lieben die jungen Blätter. Sie benötigen ein Feuer um zu Keimen.
Insekten, die ultraviolett sehen, sehen diese Blumen zweifarbig da die Blüten ultraviolette Strahlung reflektieren.

Bild
Thysanothus (Fringe Lily)

Bild

Bild
Zu meinen Favoriten gehört Southern Cross (Xanthosia rotundifolia), die ihre Blüten bei Sonnenschein öffnet. Es gibt 11 Xanthosia-Arten in WA. Nach einem Feuer gehören sie zu den ersten, die erscheinen. Im Folgejahr werden sie seltener.

BildBild
Die Hooded-Lily (Johnsonia lupulina) hatte es mir auch angetan, besonders in "Barbie-Rosa". Sieht zwar aus wie Gras, gehört aber zu den Taglilien.

BildBild
Nooding Blue-Lili (Stypandra glauca).


Jarrah-Marri Wald und die Stirling Range

Nördlich grenzt an die Warren Region der Jarrahwald (Southwest Australian Woodlands) bis fast nach Perth (Murray River), im Osten trifft er auf die Stirling Range. Diese gehören zur Esperance Mallee Ökoregion. Diese Region gehört wiederum zur South-west Botanical Province und beinhaltet die „Roe“ und „Eyre“Distrikte. Zum Roe-District gehört zum Beispiel die Gegend um Hyden und den Wave-Rock. Die Stirling Range liegen praktisch in einem Grenzgebiet, weshalb die Vegetation im Osten sich von der Vegetation im Westen der Stirling Range unterscheidet.
Achtung! Dies sind biogeographische Regionen-bitte nicht auf der Straßenkarte suchen.

Bild

Zur südwestlichen Ecke hin, wo der Niederschlag über 650 mm beträgt und Lateriterden vorherrschen, dominieren höhere Wälder mit Jarrah (E. marginata) und Marri (Corymbia calophylla). Gewöhnlich sind nur diese zwei großen Baumarten present, aber in ein paar feuchteren Gebieten werden sie ergänzt durch Blackbutt (E. patens) und Bullich (E. megacarpa).
Jarrah und Marri sind ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alles, was nach Eukalyptus aussieht auch zu diesem Genus gehört. Neben dem Genus Eucalyptus gibt es noch Corymbia und Angophora. Alle zusammen werden mit dem Terminus Eukalyptus oder Gum Tree bezeichnet, obwohl nicht alle dieses Gummi besitzen. Andere Namen beziehen sich auf die Erscheinung, wie Apple, die eine Ähnlichkeit mit Apfelbäumen haben, Ash (Esche), oder auf die Rinde. Wie andere Bäume auch setzen sie jedes Jahr eine neue Schicht an und erweitern ihren Stammdurchmesser. Die äußerste Schicht löst sich unterschiedlich ab, bei Jarrah in Streifen, bei Marri in Placken. Bei vielen Arten bleibt abgestorbene Rinde am Baum, bei half-barks und Blackbutts im unteren Bereich.

Bild Bild


Die ersten Siedler der Swan River Kolonie nannten das Jarrahholz "Swan River Mahagonie". Nach 1860 setzte sich die Bezeichnung der Ureinwohner durch. Jarrah ist, wie Karri, feinstes Hartholz und wurde zum Hausbau benutzt. Es ist auch Termitenresistent. Früher wurden berühmte Straßen in London und Berlin damit befestigt. Er wächst in kieshaltigen, sandigen und lehmigen Böden. Die Bienen machen einen wohlschmeckenden Honig daraus.

Bild

Marri (Corymbia calophylla) hat eine raue, mosaikartige, braune bis graubraune Rinde. Der Baum ist wichtig für die Honigproduktion. Man sieht es oft auf Viehweiden als Unterstand für die Tiere. Er gehört zu den „Bloodwood Gums“, da er unter seiner Rinde ein rotes Gummi produziert, das „kino“ genannt wird. Marri ist das Nyoongar Wort für Blut. Es enthält antipeptisches Tannin und wurde auf Wunden aufgebracht oder mit Wasser zur Mundspülung und als Desinfektionsmittel benutzt. Mit Lehm und Wasser versetzt war es eine Medizin geggen die Ruhr.
Die Früchte (honkey nuts) sollen die größten im Eukalyptusreich sein und werden von Papageien und Kakadus gefressen.

BildBild

Corymbia ficifolia ( Albany Red Flowering Gum) ist sehr ähnlich, hat aber kleinere, anders geformte Früchte. Diese beiden kreuzen sich Die Hybriden haben dann weniger Früchte.

Bild Bild

Daneben gibt es kleinere Bäume wie Bull Banksia, Sheoak, Parrot Bush (Dryandra) und Snottygobble (Persoonia). Es gibt reichlich Unterbewuchs mit strauchigen Arten, vor allem Proteaceen, Hülsenfrüchtler, Mimosen, Epacridaceae (Australheidekrautgewächse) und die gelben Butterblumen. Orchideen, wie im Karriwald zu bestimmten Zeiten.

Bild Bild
Triggwell's Rulingia und Banksiabaum

Bild Bild
Pimelaea rosea und Hibbertia

Bild

Bild
Eukayptusblüte

Stirling Range

Die Stirling Range sind in der Erdfrühzeit entstanden und sind das einzige ausgedehnte Gebirge in dieser Ecke des Kontinents. In west-östlicher Richtung zieht es sich, mit über 20 Bergspitzen, über 60 Kilometer. Es gibt hier eine vielfältige endemische Flora. Die montane Flora hat durch die voneinander getrennten Bergspitzen einen Inselcharakter. Der Park selbst auch, da er von Farmland umgeben ist.
Die Stirling Range besitzen mit 90 Familien, 384 Genera und 1500 Arten, von denen 87 nur hier vorkommen, eine der reichsten Floren der Welt

Bild

Warum erscheinen die Berge aus der Ferne blau?
Wenn ein Gum Tree in der Hitze des Tages transpiriert, entweicht den Stomatas der Blätter Wasserdampf mit winzigen Tropfen Eukalyptusöl. Wenn das Eukalyptusöl über dem Wald in die Atmosphäre treibt, treffen die Sonnenstrahlen auf die Tropfen und reflektieren diese, was wir als Blau wahrnehmen. Je heißer der Tag, desto tiefer blau sind die Hügel. Dieses Phänomen heißt Rayleigh-Streuung.

Bild

Die Stirling Range steigen ziemlich abrupt aus einer Ebene bis auf 700-800 Meter Höhe auf. Der höchste Berg ist der Bluff Knoll mit 1073 m. Dieser Nationalpark ist der einzige Ort in Westaustralien wo gelegentlich Schnee fällt.

Bild

Den Grasbaum Kingia australis mit seinen typischen Drumsticks findet man nur in der südwestlichen Ecke von Westaustralien. Kurze seidige Haare an der Blattbasis verleihen ihm ein silbrig grünes Aussehen.
Im Durchschnitt sind sie 2-4 m hoch. Sehr alte Exemplare sollen über 6 m hoch sein. Wenn er nicht blüht ist er leicht mit Xanthorrhoea zu verwechseln, obwohl er biologisch nicht sehr eng mit diesem verwandt ist. Die verdickten Folgemeristeme fehlen bei ihm. Kingia gehört zur Familie Dasypogonaceae. Man dachte früher, es handle sich um eine weibliche Form des Blackboy, weshalb man ihn „Black Gin“ nannte, da „Gin“ bei den Nyoongars „Frau“ bedeutet.

Bild
Sie speichern Reservestoffe im Stamm und können gleich nach einem Feuer wieder austreiben.

Bild
Natürlich gibt es hier auch die Xanthorrhoea-Grasbäume.

Unspektakulärer sind dagegen die Darwinias, die trotzdem zu meinen Favoriten zählen.

Bild Bild
Common Mountain Bell (D. leiostyla)

Bild Bild

Es gibt über sechzig Arten in Australien, ungefähr fünfzig davon in WA. Die Cranbrook Bell blüht von September bis November in Rot, Weiß und Grün an steinigen Hängen, am westlichen Ende der Stirling Range. Sie sind übrigens nicht nach dem berühmten Charles Darwin benannt, sondern nach dessen Großvater.

Bild
Cranbrook Bell (D. meeboldii)

Melaleucas werden als Paperbarks bezeichnet, wenn es sich um Bäume handelt oder als Honey-Myrtles, wenn es Sträucher sind.
Bild
Bei einigen Bäumen kann man die äußere dünne Korkschicht abschälen, ohne den Baum zu beschädigen. Man hat Babies darin eingewickelt, um sie warm zu halten oder Windeln daraus angefertigt.
Da sie wasserdicht und antiseptisch ist, war sie ein idealer Verband. Man kann auch Nahrungsmittel darin einwickeln um sie dann auf Kohle zu garen.
Manche dieser Bäume werden auch Tea Tree genannt, obwohl dieser Terminus mehr für den Genus Leptospermun verwendet wird.
Aus den Blättern von M. alternifolia wird ein Öl destiliert, das bekannte Teebaumöl. Dieser Baum wächst allerdings in New South Wales.

http://de.wikipedia.org/wiki/Australisc ... aum%C3%B6l

http://www.rmbarry.com/research/melaleuca_oil.html

Bild
Melaleuca

Der Genus Melaleuca ist eng mit Callistemon verwandt, die Staubblätter sind aber gebündelt und nicht einzeln, wie bei dem letztgenannten.

Bild
Callistemon

Callistemon ist ein Myrtengewächs. Australien hat 34 Arten davon. Das herausragendste Merkmal dieser Blüten sind ihre herausstehenden Staubfäden in Rot, Rosa, Creme, Grün oder Mauve. Jeder Pfeifenputzer besteht aus vielen Einzelblüten. Die meisten Arten kommen im Osten vor, nur zwei Arten im Südwesten von WA. Wenn man ein Callistemon Blatt gegen das Licht hält, sieht man hunderte von Öldrüsen. Die Ölextrakte werden als natürliche Herbizide getestet. Die kleinen holzigen Früchte bewahren den Samen oft jahrelang, bis Feuer die Nüsse öffnet.

Die Kunzea ist auch eine nahe Verwandte.
Bild
Mountain kunzea (Kunzea recurva)

Bild
Stirling Range Honeypot Banksia concinna)

Bild
Scarlet Banksia (B. coccinea)

Bild Bild
Alles ist vergänglich...auch die schönste Blüte!

Vogelblumen

Bild Bild Bild
Lambertia (Honeysuckle)

Meist sind Blüten, die von Vögeln bestäubt werden rot oder rot-schwarz. Es gibt aber auch leuchtend blaue, gelbe und grüne (Papageienfarben). Ornithophile Blüten sind oft groß und riechen kaum oder gar nicht da Vögel einen schlechten Geruchssinn haben. Duftende Blüten werden gewöhnlich von Insekten bestäubt. Dafür sehen Vögel gut und können weite Flugstrecken zurücklegen. Die Vogelblumen produzieren sehr viel wässrigen Nektar mit weniger Zuckergehalt. Es gibt sie nur in den Tropen und Subtropen, wo Nektar rund ums Jahr zur Verfügung steht.
Die Vogelblumen der Alten und Neuen Welt sind oft sehr verschieden. Altweltvögel sitzen meist lieber beim Fressen. Es gibt aber Ausnahmen, wie die Nektarvögel auf den Seychellen, die den Schwirrflug bevorzugen, wie die Kolibris der Neuen Welt.
Oder die Vögel landen auf Zweigen oder dem Blütenboden selbst. Das ist wohl in Australien häufig der Fall.
Niedrige krautige Pflanzen werden von Vögeln bestaubt, die auf dem Boden sitzen. Sie strecken ihre Blüten nach oben, wie Gastrolobium praemorsum.

Da Vögel schwer sind, entwickeln Vogelblumen verschiedene Schutzmechanismen, wie starke Festigungsgewebe in verschiedenen Pflanzenteilen. Die Fruchtknoten und Samenanlagen befinden sich oft nahe der Nektarien und können durch den Vogelschnabel Schaden nehmen. Sie werden deshalb bei Vogelblumen besonders umhüllt oder höher bzw. tiefer gelegt.
Durch die heraushängenden Staubblätter kriegen die Vögel den Pollen meist auf den Kopf oder auf den Rücken.
Bei radiärsymmetrischer Anordnung (Glocken) wird der Pollen rund um den Körper des Vogels platziert.

Vogelblumen haben Vorteile bei schlechtem Wetter, wenn Insekten inaktiv sind oder wenn sie Winterblüher sind. Außerdem gibt es Gegenden, die saisonal oder generell wenig Insekten besitzen, zum Beispiel in Höhenlagen, sehr trockene Gebiete oder isolierte Inseln.

BildBild
Kunzea und Grevillea

Warum rot?
Vögel fühlen sich nicht ausschließlich von rot oder rötlichen Farben angezogen. Auf Bienen und andere Insekten wirken sie schwarz.
Man glaubt heute, dass der andere Grund, nämlich dass Bienen rot nicht wahrnehmen und deshalb diese Blüten nicht erkennen, der wichtigere Grund für diese Entwicklung ist.
Vögel erkennen Farben im Bereich von 300-660 nm, Bienen im Bereich von 300-550 nm. Bienen können also nicht „rotsehen“.
Insekten sehen hauptsächlich blau, gelb und ultraviolet. Man schätzt, dass zwischen 65% und 80% der Blumen von Insekten bestäubt werden.

Bild
Westringia

Über 50% der Blumen haben Markierungen, wie eine Landebahn, oder Punkte, um Bienen oder Schmetterlingen zu zeigen, wo sie landen müssen. Diese Markierungen weisen den Weg zum Nektar. Blasse Blüten haben manchmal unsichtbare „Honigführer“, die man nur unter ultraviolettem Licht sieht. Da Insekten ultraviolet sehen, können sie den Weg auf den Blüten erkennen


weitere Pflanzen:
Bild Bild
Stirling Range Smokebush (auf dem Originalfoto sind die Spitzen blau!) und Australian Bluebell (Sollya heterophylla)


Bild
Plathytheca

Bild Bild
Bunter Busch und Adenanthos cuneatus

Bild
Synaphea

Bild

Bild

Die Albany Daisy (Actinodium) sieht so aus, wie sie heißt, ist aber ein Myrtengewächst und eng mit der Darwinia verwandt.
Diese Erfahrung "dass die Dinge oft anders sind, als sie aussehen" habe ich in diesem relativ kurzen Australien-Urlaub mitgekriegt. Ich frage mich, wenn... ich länger dort bleiben könnte, was würde ich noch entdecken? Ich weiß es nicht!

Bild
Stylidium brunoianum

Bild
Benutzeravatar
Sundri
mari bon connaisance lor moris
mari bon connaisance lor moris
 
Beiträge: 252
Bilder: 94
Registriert: Mo Jul 02, 2007 23:43
Wohnort: Hessen

Info Mauritius Annonce
 

Zurück zu Andere Reiseziele



 


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste