Warum sollte das nicht möglich sein, Ethanol statt Zucker zu produzieren?
ich glaube, da fehlt eher der Wille.
a) von Seiten der Industrie
b) von Seiten der Regierung
Zucker ist im Moment ca. 3-fach subventioniert, also, man erzielt den 3-fachen Preis, wie auf dem Weltmarkt erzielt wird.
Wenn ich mal eben rüberschaue zu den Brasilianern, dort bekomme ich Ethanol im Moment zu R$ 0,57620 = Euro 0.23 pro Liter ab Fabrik.
(Quelle:
http://www.udop.com.br/ )
Selbst, wenn es wirklich "3-fache" Produktionskosten in Mauritius gäbe, wäre es immer noch günstiger als Benzin an der Pumpe.
Aber da hat die Industrie auf die falsche Karte gesetzt - und den Schwarzen Peter gezogen.
Die haben voll auf Zuckerproduktion gesetzt - obwohl sie wussten, dass diese Subventionen einmal zu Ende gehen werden.
Die sollten eigentlich schon 2002 auslaufen - wurden dann aber nochmal verlängert (wenn auch mit leichten Abschlägen).
Tja, und die Regierung, die will natürlich auch gerne ihren "Goldesel" behalten = die Mineralölsteuer.
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Aber warum, wollen oder können die nicht da raus?
Die mittlere Produktion von brasilianischen Ethanolfabriken ist auch nicht soo riesig.
Hier auf der Seite:
http://www.petruscommodities.com.br/usinas.htm
stehen unter "Moagem de Cana (Toneladas)" die Tonnenzahl des gemahlenen Zuckerohres.
Das sind Mühlen mit einer Tonnenzahl von 180.000 darunter.
Andere verarbeiten 1 - 2 Mio Tonnen.
Mauritius produziert ein vielfaches - ist also auch dort möglich.
Also ist das Argument vom Bernard schlicht FALSCH.
Die haben nur falsch Investiert - halt auf den Goldesel "Zucker zum3-fachen Preis" und ihre Produktionsmittel nicht entsprechend auf Ethanol zugeschnitten.
Das ist ein Managementfehler. Denn es war denen bekannt, das das Zuckerprotokoll ausläuft - und eigentlich sollte dieses schon 2002 auslaufen - wurde aber noch mit hängen- und würgen einmal verlängert.
Die hatten gute 20 Jahre Vorlaufziet - haben diese nicht genutzt, und jetzt laufen denen die Krokodilstränen.
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Andere Produktionen;
warum nicht dem Zuckerrohr ganz "Adé" sagen?
(aber mit sowas vorzuschlagen ist ja hier schon fast ein Frevel)
Maisbauern in der EU kommen auch ohne Subventionen klar. Bei 1 Ernte/Jahr.
Bei unserem Klima kann man bei Mais gut und gerne 2 Ernten einfahren.
Sollte man damit dann nicht klar kommen können??
Und Futtermittel werden zumindest in Reunion (vermutlich auch in Mauritius) zu fast 100% importiert.
Das könnte man auch hier anbauen.
Aber nein, ich glaube, da fehlt der Wille Lösungen zu finden.
Auch bei den Landwirten. Man macht es sich ein bisschen bequem, und will 6 Monate arbeiten und das ganze Jahr bezahlt bekommen.
So einen Job suche ich aber auch schon lange Zeit.
User System in Reunion ist ein wenig anders (freie Bauern - die der Zuckerindustrie ihr Zuckerrohr verkaufen) - und keine angestellten Landarbeiter, wie in Mauritius.
Aber deren Argumentation Pro-Zuckerrohr ist die Gleiche: man baut Zuckerrohr an, weil man nicht das ganze Jahr rumbuckeln will.
Andere Exportprodukte sind bei uns deshalb total den Bach runtergegangen, obwohl der Markt das abgenommen hätte.
Bei Parfümessenzen sind wir heute bei 10% von den Mengen von vor 30 Jahren - und der Nachfrage von Käuferseite kann nicht nachgekommen werden.
Aber da macht man sich das Kreuz bei krum.
Ne, meiner Meinung nach macht man es sich ein bisschen leicht und sucht gar nicht Ernsthaft nach vernünftigen Alternativen.
Jedenfalls hat man Jahrzehnte ungenutzt verstreichen lassen.