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Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Beitragvon stefan » Mo Aug 13, 2007 9:44

fand ich doch gestern im spiegel online und heute morgen in der hiesigen zeitung.

Kate-Moss-Kollektion von ausgebeuteten Arbeitern produziert

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Re: Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Beitragvon Marco Polo » Mo Aug 13, 2007 11:04

stefan hat geschrieben:fand ich doch gestern im spiegel online und heute morgen in der hiesigen zeitung.

Kate-Moss-Kollektion von ausgebeuteten Arbeitern produziert


Spiegel online hat geschrieben:... Denn hergestellt wird die Mode, die im britischen H&M-Pendant Topshop hängt, der "Sunday Times" zufolge etwa von Billigarbeitern auf Mauritius.Der Zeitung zufolge, die sich auf Angestellte des Modehauses bezieht, arbeiten in den Zulieferfabriken dort hunderte Menschen aus Asien täglich bis zu zwölf Stunden, sechs Tage die Woche. Der Stundenlohn betrage manchmal gerade einmal 32 Cent. Topshop-Besitzer Philip Green, der mit einem Vermögen von mehreren Milliarden Euro zu den reichsten Männern Großbritanniens gehört, kündigte eine Untersuchung an....


Dazu eine Frage:

Hergestellt werden die Klamotten auf Mauritius, und zwar von hunderten Menschen aus Asien. Leben die dann als Gastarbeiter auf Mauritius? Oder wie funktioniert das? Und wieso bekommen diese hunderte von Menschen aus Asien eine Aufenthaltserlaubins, während das für Europäer so schwierig sein soll? Vielleicht weil Europäer nicht für 32 Cent/Stunde arbeiten? Die Globalisierung lässt grüssen.

Oder aber sind das in Wirklichkeit Mauritier, die die Kleider herstellt, und der Begriff Asiaten ist hier ein Fehler? Vielleicht glaubt der Verfaser ja fälschlicherweise, Mauritius liegt in Asien? Was meint Ihr dazu?
Liebe Grüße Marco Polo
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Re: Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Beitragvon Titus » Mo Aug 13, 2007 11:44

Marco Polo hat geschrieben:
Leben die dann als Gastarbeiter auf Mauritius? Oder wie funktioniert das? Und wieso bekommen diese hunderte von Menschen aus Asien eine Aufenthaltserlaubins, während das für Europäer so schwierig sein soll? Vielleicht weil Europäer nicht für 32 Cent/Stunde arbeiten? Die Globalisierung lässt grüssen.

Oder aber sind das in Wirklichkeit Mauritier, die die Kleider herstellt, und der Begriff Asiaten ist hier ein Fehler?


Nein, es ist wirklich so.
Viele Textilfabriken haben Kontraktarbeiter aus Asien, hauptsächlich aus China, die auf dem Fabrikgelände untergebracht sind und teilweise nicht einmal Ausgangsrecht haben.
Gab teilweise schon unschöne Geschichten darüber, sowohl was die Arbeitszeiten, Löhne betrifft, als auch Unterbringung, Verpflegung, Ausgangsverbote, etc.

Wenn ich mich richtig erinnere, werden diese normalerweise für 2 Jahre angeheuert.
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Beitragvon Joe » Mo Aug 13, 2007 11:52

Moin,

32 Euro cent = 13.4 Rupies Stundenlohn, das sind bei einem 10 Stunden Tag ca. 3000 Rupies Lohn im Monat. Dafür dürfte man kaum einen Mauritianer zu dieser Arbeit bewegen können. Das sind wohl wirklich Chinesen, die für diesen Lohn dort arbeiten.
Gruss, Joe
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Re: Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Beitragvon Marco Polo » Mo Aug 13, 2007 12:53

Titus hat geschrieben:
Marco Polo hat geschrieben:
Leben die dann als Gastarbeiter auf Mauritius? Oder wie funktioniert das? Und wieso bekommen diese hunderte von Menschen aus Asien eine Aufenthaltserlaubins, während das für Europäer so schwierig sein soll? Vielleicht weil Europäer nicht für 32 Cent/Stunde arbeiten? Die Globalisierung lässt grüssen.

Oder aber sind das in Wirklichkeit Mauritier, die die Kleider herstellt, und der Begriff Asiaten ist hier ein Fehler?


Nein, es ist wirklich so.
Viele Textilfabriken haben Kontraktarbeiter aus Asien, hauptsächlich aus China, die auf dem Fabrikgelände untergebracht sind und teilweise nicht einmal Ausgangsrecht haben.
Gab teilweise schon unschöne Geschichten darüber, sowohl was die Arbeitszeiten, Löhne betrifft, als auch Unterbringung, Verpflegung, Ausgangsverbote, etc.

Wenn ich mich richtig erinnere, werden diese normalerweise für 2 Jahre angeheuert.


Titus,

was Du schreibst grenzt ja wirklich schon an Ausbeutung. Und das in einem dritte-welt-land. Ich dachte sowas sei nur bei uns möglich. Und der Chef des Modelabels ist milliardenschwer. Der könnte ja wirklich etwas drauflegen.
Liebe Grüße Marco Polo
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Beitragvon monika » Mo Aug 13, 2007 13:11

Hi,
ich habe so eine Fabrik mal von innen gesehen. Es sind chinesische Gastarbeiter. Das Lohngefüge stimmt auch in etwa allerdings können sie noch dazuverdienen wenn sie Akkord arbeiten. Das Gehalt ist inclusive Unterkunft und Verpflegung und damit für hiesige Verhältnisse noch nicht einmal sooo schlecht.

Und Joe, es gibt ne Menge Mauritier die für 3000 Rs im Monat 6 Tage die Woche, 10 Stunden und mehr am Tag arbeiten. Glaub mir! Sowohl in den Hotels (Topfwäscher etc.) als auch die meisten Salesgirls oder Kassiererinnen in den Läden.
Traurig aber wahr.
Gruss,
Monika
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Beitragvon stefan » Mo Aug 13, 2007 13:59

also da bin ich nicht einverstanden. wir arbeiten gerade an sowas:
hier ein auszug fuers die kostenrechnung:

find below On Cost relating to expatriates workers.
Figures are based on 10 expats.

Item Rp (per person)
Rent 550
A house for 10 persons should be between Rp 5,500 to Rp 6,000

Cooks/Cleaners for hostels 6,000 per month
Air Tickets 12,500 one way
Meal Allowance 1,100
Electricity 3,000 per hostel per month
Water 1,500 per hostel per month
Gas 4,000 per hostel per month
Repairs & Maint. of hostels 10,000 per hostel / wear & tear

Government Services
Application for work permit 500
Renewal of Work permit 1,000 per year
Renewal Passport 1,485
HIV Test 100
Chest X Ray 300
Bank Guarantee 500 per year
Dormitory Fess 500 per house per year

Other
All transport services need to be provided (airport, doctors, festivals ...)
Medical expenses refund
Pest control in hostel if applicable
Assistance during specific festivals/events (eg Ganesh Chathurti..., India Flag Day...)

Furniture & Equipment per Hostel
TV 10,000
DVD 2,000
Oven 1,500
Fridge 10,000
Rice Cooker 2,700
Chairs 160 per unit
Table 1,500 for 5 persons
Water Heater 5,000 (gas or electricity)
Spam Ustensils 10,000
Personal Effects 1,500 per person
Health & Safety 20,000 approx. per hostel

The above excludes normal wages and benefits entitled by employee.

On average an expats cost an additional of Rp 5,000 per month compare to a local employee.


also billig...sieht anders aus.


edit: Marco Polo, sie werden meist eingestellt
a) weil es in zentralen industrie gebieten, keine arbeiter zu finden sind.
b) ein expatriate hat keine sterbefaelle hier...oder die montags krankheit.
c) moechte max. drei jahre hier geldverdienen und arbeitet dafuer einiges mehr als ein einheimischer. man geht von 30% hoeheren produktivitaet aus. leider findet man viele frauen auch abends wieder auf der strasse, weil sie noch zusaetzlich geld verdienen moechten.

aber streiken tun sie auch, die chinesen koennen das recht gut :mrgreen:
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Re: Kate-Moss-Kollektion arbeiter ausgebeutet

Beitragvon Titus » Mo Aug 13, 2007 17:10

Marco Polo hat geschrieben:Titus,

was Du schreibst grenzt ja wirklich schon an Ausbeutung. Und das in einem dritte-welt-land. Ich dachte sowas sei nur bei uns möglich. Und der Chef des Modelabels ist milliardenschwer. Der könnte ja wirklich etwas drauflegen.

Lieber Marco Polo,

"nur bei uns möglich", meinst Du damit Mikronesien, oder Europa?

Also, wenn Du damit Europa meinen solltest, dann kann ich nur beherzt lachen.
Da gibt es gar keine "echte" Ausbeutung, aber komischerweise am meisten Leute, die sich ausgebeutet vorkommen.
Mikronesien kenne ich gar nicht, und kann es auch nicht vergleichen.

zu: die Arbeitsbedingungen der Kontraktarbeiter und
Ausbeutung:
- nach westlichen Standards: ein klares Ja
- nach den Standards der 2./3./4. Welt: Nein, sicherlich nicht.

Auch die chinesischen oder indischen Arbeiter können sich ausrechnen, was für sie interessanter ist. Fabriken gibt es ja auch in ihrer Heimat.

Und anderswo gibt es sicherlich noch viel Schlimmeres.

Aber ihr könnt Euch ja mal nett mit dem Hotelpersonal unterhalten, oder den Musikgruppen, die abends im Hotel spielen.

Die können einen auch so einige Geschichten über die normalen Arbeitskonditionen erzählen, wo ein unbelasteter Westeuropäer aus den Schuhen kippen würde.
Bei den Musikern z.B. bekomme ich immer mit, dass diese die Musik nur als Nebenjob machen, und tagsüber auch in den Fabriken nähen, oder einen anderen Vollzeitjob machen.
Auch beim Hotelpersonal ist es oft so, dass diese die ganze Woche über auf dem Hotelgelände leben - und dieses auch nach Feierabend nicht verlassen dürfen.

Aber sowas ist Standart in ärmeren Ländern, da ist Mauritius keine Ausnahme.
Die Ausnahme sind eher die europ. oder westlichen Arbeitsbedingungen.

Streiks (vom Stefan angesprochen): habe ich auch öfters mal von gehört.

Bin aber der Meinung, dass es bei diesen hauptsächlich Probleme von Arbeitgeberseite gab, bezüglich Unterbringung/Verpflegung/Arbeitsbedingungen oder Bezahlung - aber ich kann da keine rechte Stellung zu nehmen, da ich von den Fällen nur so nebenbei aus der Presse/TV oder ähnlichem erfahren hatte.
Aber im Grunde kann ich mir nicht vorstellen, warum die Leute streiken sollten, wenn alle vertraglichen Vereinbarungen erfüllt sind.
Schliesslich wollen sie ja Geld verdienen.

Zu diesem englischen Unternehmer: ehrlich gesagt, der weiss doch gar nichts über seine Subunternehmer, und die gesamte Branche arbeitet ähnlich , weltweit.
Fast alle grossen Textilhäuser haben zwar eine bestimmte Charta, die die Subunternehmer einhalten müssen (Z.B. keine Kinderarbeit...) aber effektiv kontrollieren können diese das gar nicht, da auch die Subunternehmer wieder mit anderen Subunternehmern zusammenarbeiten.
Passieren wird nicht viel, der Engländer wird die Verträge mit der Fabrik auflösen, und nach Bangladesh; Indien oder China vergeben.
Dort arbeiten die Leute dann evtl. unter noch schlechteren Bedingungen, für noch weniger Geld.

Und auch selbst, wenn er noch "was drauflegen" würde auf die Einkaufspreise, dann werden seine Subunternehmer nicht eine 180° Wendung vollziehen, und ihren Arbeitern bessere Arbeitskonditionen zugestehen oder mehr zahlen, als im Markt üblich ist.
Das sacken dann nur die Besitzer der Fabriken ein.

Soziale Fortschritte werden nur die Länder selbst, und die Leute dort, vorantreiben können.
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