Das hier ist nicht zur Panikmache, sondern zur Information gedacht! (Siehe letzter Absatz)
Presseerklärung des Tropeninstituts in Hamburg vom 31.1.2006
Chikungunya auf Mauritius und Reunion
Auf den im Indischen Ozean liegenden Inseln Mauritius, La Reunion und den Komoren herrscht seit dem Frühjahr eine Epidemie mit dem Chikungunya Virus (wir haben schon im September berichtet). Diese Epidemie verstärkt sich in den letzten Wochen deutlich. Allein auf La Reunion sind über 22.000 Menschen erkrankt, inoffizielle Quellen vermuten bis zu 40.000 Fälle. Die Angaben über die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen schwanken zwischen 1.200 und über 5.000. Inzwischen sind 15 Fälle von Meningoenzephalitiden (Hirn- bzw. Hirnhautentzündung) beschrieben. Betroffen waren Neugeborene, die wahrscheinlich intrauterin infiziert wurden und Menschen mit chronischen Vorerkrankungen. Alle diese Meningoenzephalitiden verliefen mild und gutartig. Der Schulbeginn nach den jetzt herrschenden Sommerferien wurde um eine Woche verschoben. Da La Reunion zu Frankreich gehört, sind inzwischen auch dort zahlreiche Menschen erkrankt, denn viele Rückkehrer haben die Erkrankung als unfreiwilliges Souvenir mitgebracht.
Das Chikungunya Virus gehört zur Familie der Togaviren und ist in Afrika südlich der Sahara, in Indien und in Südostasien verbreitet. Es wird von tag- und nachtaktiven Mücken der Gattung Aedes übertragen (die u.a. auch Dengue- und Gelbfieber übertragen). Es gehört damit zu den sog. Arbovirosen. In Afrika sind Affen der natürliche Wirt des Virus.
Aedesmücke
(Bild: BNI)
Erkrankungen mit dem Chikungunya Virus ähneln einer (echten) Grippe. Zwei bis drei (1-12) Tage nach dem Stich der Mücke kommt es zu einem plötzlichen starken Fieberanstieg, Muskel- und Gelenkschmerzen. Nach einer kurzen zwischenzeitlichen Besserung kann es zu einem erneuten Fieberanstieg mit stärksten Gelenkschmerzen kommen (Chikungunya kommt aus dem Kisuaheli und bedeutet: "der gekrümmt Gehende"). Die Gelenke sind geschwollen und sehr empfindlich, allerdings nicht gerötet. Üblicherweise ist der Gelenkbefall symmetrisch. Häufig findet sich auch ein rötlicher Hautausschlag. Die Erkrankung heilt üblicherweise innerhalb von zwei Wochen folgenlos aus, in einem Teil der Fälle (bis zu 10%) persistieren die Gelenkbeschwerden noch für Monate, v.a. wenn die Gelenke bereits vorgeschädigt waren. Gelegentlich können an den Stellen, wo der Ausschlag war, auch bräunliche Hautveränderungen verbleiben.
Eine spezielle Therapie oder eine Impfung gibt es nicht. Reisende sollten auf guten Mückenschutz achten, und zwar am Tag und in der Nacht.
edit: habe ein sticky raus gemacht, da wir erschlagen werden mit mails zu diesem thema.
edit: 21/4/06 neuer bericht von der Bernhard-Nocht-Klinik für Tropenmedizin
gruss
stefan

















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