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INFO: Chikungunya-Krankheit

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Beitragvon Joe » Mo Mai 22, 2006 20:27

Chikungunya fuehrt zu einer Verringerung des Gerrinnungswertes des Blutes (Quickwert). In einigen Faellen haben Erkrankte uebereaschend ein ploetzliches Nasenblut bekommen. . Und wenn man dann noch zusaetzlich Aspirin nimmt, ist das alles andere als gut. Und wenn man dann auch noch wegen der Schmerzen mehr Aspirin nimmt . . .

Mit Aspirin ist schon ab 300mg/Tag eine starke Hemmung der Verklumpung(Gerinnung) der Blutplaettchen (Thrombozyten) möglich. Ohne das man Chik haette!

Aspirin also bitte nicht bei Chikungunya und auch nicht bei Dengue Fieber (gleiches Problem nur noch schlimmer) einnehmen!!!

Gruss, Joe
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Hallo,

Beitragvon susiisi » Di Mai 23, 2006 0:17

stimmt es dann auch, daß man Diclophenac (Voltaren) gegen starke Gelenkschmerzen auch nicht nehmen darf? eben aus dem gleichen Grund wie Aspirin? bezügl. Verringerung der Blutgerinnung? Würde mich mal interessieren.

Viele Grüße, susiisi
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Beitragvon stefan » Di Mai 23, 2006 6:50

Titus vielen dank fuer die zusammenfassung!
gruesse
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Beitragvon Joe » Di Mai 23, 2006 7:52

Moin Susiisi,

ja, das Problem gilt auch fuer alle Medikamente mit Diclofenac.

Paracetamol und Ibuprofen helfen die Schmerzen zu daempfen.
Paracetamol ist dafuer am Besten geeignet , nur muss man dabei absolut die Mengen einhalten und darf absolut keinen Alkohol trinken oder vorher getrunken haben. Bei zuviel Parac. geht es voll auf die Leber und zusammen mit Alc. bilden sich Gifte.

Daher auch nie Parac. zur Bekaempfung eines Katers nach durchzechter Nacht nehmen. :mrgreen:
Gruss, Joe
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Beitragvon susiisi » Di Mai 23, 2006 11:06

Joe, vielen Dank für die Antwort
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Beitragvon Blue Marlin97 » Di Mai 23, 2006 11:52

Hm....

Bei allen meinen Bekannten aus MRU, die chik-infiziert waren (ca. 30 Pers.) wurde ausnahmslos Voltaren gegen die Gelenkschmerzen verschrieben ....

Auch im neuen und eigentlich mit einem guten Ruf behafteteten Grand Baie Medical Center ... Komisch :shock:
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Beitragvon Joe » Di Mai 23, 2006 13:18

Hi Blue Marlin,

ich vermute das dies geschehen ist, um hinterher die Nachwirkungen in den Gelenken anzugehen und nicht während des eigentlichen Fiebers.

Aber ich weiss auch nicht genau wie stark die Gerinnung durch Diclofenac herabgesetzt wird, daher könnte es natürlich von Fall zu Fall auch eine Frage der Abwägung von Vor- und Nachteilen sein. Aber das muss(!) dann ein Arzt entscheiden. Das ist dann definitiv nichts mehr für eine DIY-Behandlung !
Gruss, Joe
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Beitragvon Blue Marlin97 » Di Mai 23, 2006 13:39

Joe hat geschrieben:Hi Blue Marlin,

ich vermute das dies geschehen ist, um hinterher die Nachwirkungen in den Gelenken anzugehen und nicht während des eigentlichen Fiebers.


Wurde aber sofort am ersten Tag nach Diagnose verschrieben und auch mit Anweisung sofortiger Einnahme... also auch noch mitten in der Fieberphase ... ???
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Re: Hallo,

Beitragvon Meikel » Di Mai 23, 2006 21:25

susiisi hat geschrieben:stimmt es dann auch, daß man Diclophenac (Voltaren) gegen starke Gelenkschmerzen auch nicht nehmen darf? eben aus dem gleichen Grund wie Aspirin? bezügl. Verringerung der Blutgerinnung? Würde mich mal interessieren.

Viele Grüße, susiisi


Hallo Suisiisi,

erst mal sorry, daß ich mich nach unserer Rückkehr aus MRU nicht gemeldet habe. Leider ist uns vor zwei Wochen ein Wasserrohr unter dem Dach kaputt gegangen und das ganze Haus stand unter Wasser. Wir waren deshalb zuletzt leider mit den Gedanken ganz woanders.
Die drei Wochen MRU waren phantastisch, Chik hat uns nicht erwischt. Leara hatte allerdings gleich am 2ten Tag hohes Fieber bekommen, weshalb ich mit ihr einen Arzt aufgesucht habe, welcher einen sehr kompetenten Eindruck machte und überdies Mitglied in einem Advisory Board der Mauritianischen Regierung für Chikungunya ist. Zunächst erleichterte es mich sehr zu erfahren, daß Chik keine kleinen Kinder zu treffen scheint. Es seien auf MRU praktisch keine Fälle bekannt, in denen Kinder unter 8 Jahren betroffen waren. Interessanter Weise seien auch Menschen in hohem Alter kaum betroffen. Tatsächlich würden überwiegend gesunde Erwachsene erkranken. Diese Einschätzung wurde mir von 2 weiteren mauritianischen Ärzten später bestätigt. eine Ursache hierfür sei noch nicht bekannt, man diskutiere daß ein gut funktionierendes Immunsystem Voraussetzung zur Entwicklung des Vollbildes der Ergrankung sei. Eine Autoimmunreaktion würde auch das persistieren der Gelenkbeschwerden lange über die Zeit der fiebrigen Akuterkrankung hinaus erklären.
Erschreckend war für mich festzustellen, wie hoch die Zahl der tatsächlich Betroffenen einheimischen Bevölkerung wirklich ist. Die Arztpraxen waren voll von Patienten, die sich vor Schmerzen in den Gelenken kaum bewegen konnten und dies nun schon seit Wochen. Persönlich habe ich mehrere Menschen kennengelernt, die seit Wochen an starken Gelenkbeschwerden leiden, sie beschreiben ihre Gelenke als "broken". Auch in den Apotheken habe ich lange Schlangen von Menschen gesehen, welche dort Injektionen gegen die Chik Symptome erhalten. Laut Informationen des o.g. Arztes hätten sich im Februar in Mahebourg pro Tag bis zu 1500 (!!!) Patienten pro Tag (!)mit einer Chik-verdächtigen Symptomatik im dortigen Krankenhaus vorgestellt. Nur die wenigsten würden übrigens offiziell gemeldet, serologische Tests würden so gut wie gar nicht durchgeführt. Im Südosten der Insel sei die Zahl der Neuinfektionen inzwischen deutlich zurückgegangen. Das klingt plausibel, da solche Infektionserkrankungen bei einem Durchseuchungsgrad von etwa 30 -35% der Bevölkerung in der Regel ihren Höhepunkt überschreiten und sich somit selbst limitieren. Derzeit besteht die Befürchtung, daß sich die Erkrankung eher nach Norden ausbreitet. Es gibt wohl auch lokale Unterschiede, so sei Chik z.B. in Blue Bay, nur wenige Kilometer von Mahebourg, so gut wie gar nicht aufgetreten. Ich persönlich habe auch Orte wie den Vanilla Crocodile Park aufgesucht und bin verschont geblieben.
Zum Voltaren (Diclofenac): Dies ist wohl das am häufigsten verabreichte Medikament in MRU gegen Chik. In der Regel verändert Diclo die Blutgerinnung nicht, nur selten (Häugikeit zwischen > 1:10.000 und < 1:1000) kann es zu einer Thrombozytopenie kommen. Aspirin ist in der Akutphase wohl eher kontraindiziert, da die Blutungsneigung bei Chik, das laut den Aussagen eines Profs vom Tropeninstitut eben doch zu den hämorrhagischen Fieber zählt, gerade in der fiebrigen Akutphase die Blutgerinung gestört ist. Übrigens kommt es bei Chik auch zu einer erheblichen Verminderung der weißen Blutkörperchen (Abwehrzellen im Blut), weshalb die Gabe von Kortikoiden streng kontraindiziert ist.
Zusammendfassend habe ich den Eindruck, daß der Höhepunkt der Epidemie zumindest im Süden der Insel überschritten ist, daß man sich als Tourist durch Repellents und Verbleiben in den Hotelanlagen weitgehend schützen kann und daß andererseits die Bevölkerung und in der Folge auch die Wirtschaft der Insel stark getroffen ist. Viele Touristen haben zuletzt wohl storniert, was mir sowohl von Flugbegleitern als auch Angestellten aus der Hotelbranche so berichtet wurde. Die Sitze auf meinem Hinflug waren nur zu knapp 50% belegt, ein großes Hotel im Süden war im April angeblich nur zu 20% ausgelastet und mein Taxifahrer gab mir zu bedenken, daß er nach meiner Abreise praktisch kein "Business" mehr habe.
Meiner 5-köpfigen Familie ist wie gesagt nichts Ernstes widerfahren, wir selbst haben einen tollen und erholsamen Urlaub gehabt.

Beste Grüße auch an die Family und
lass Dich nicht vom Bären fressen,

Meikel
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Hallo Meikel,

Beitragvon susiisi » Mi Mai 24, 2006 1:29

vielen Dank für diese ausführliche Antwort, die Grüße und die Infos; ganz schön interessant.
Es freut mich ganz besonders, daß Ihr auch alle wohlbehalten wieder hier seid; vor allem natürlich die Kids. Haben in der Zwischenzeit auch viel erlebt.....

PS: Der Bär soll doch nun schon wieder in Österreich sein?!?! Vielleicht eher in der Ecke von Stony.....

Für alle Mauritianer: seit drei Tagen haben wir hier einen echten, wilden Braunbären herumlaufen. Dieser hat schon Hühner und Schafe gerissen und soll nun wohl auch sehr gefährlich sein für Menschen. Ursprünglich kam er aus Italien über die Alpen zu uns und scheint nun wohl wieder auf dem Rückweg zu sein.....

Also von der Vogelgrippe zu Chik und dann zum Bären..... ganz schön gefährlich heutzutage
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