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INFO: Chikungunya-Krankheit

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Beitragvon Blue Marlin97 » Sa Mai 20, 2006 16:55

susiisi hat geschrieben:
Und Blue Marlin: entschuldige bitte, aber das mit den Antikörpern war wirklich nur reiner Nonsens. Man sollte eben Nachts und unter Alkohol keine Texte schreiben und lieber schlafen gehen.



Naja, ein bisschen komisch kam´s mir auch vor :lol: :Q :ploppop

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Beitragvon michelle » Sa Mai 20, 2006 17:40

Hallo, ich wollte mich auch mal zum Thema Chikungunya äußern...
Ich bin vor 4 Wochen aus MRU zurück gekommen. Kurz vor unserer Abreise war das Thema noch brand aktuell in den Medien. Wir haben uns aber nicht davon abschrecken lassen und sind mit 2 Flaschen "Antibrumm" losgeflogen. Dort angekommen haben wir uns abends (und wirklich nur abends) mit diesem Zeug eingesprüht. In den letzten paar Tagen hab ich´s sogar ganz weg gelassen. Wir haben in den 15 Tagen nur ein einziges Mal eine Mücke gesehen (und das war wahrscheinlich nur eine ganz Normale) und zwar im Bus vom Flughafen zum Hotel in le Morne. Klar wir haben es auch nicht provoziert und z.B. den Krokodil Park und einige andere Orte gemieden, aber ansonsten haben wir sehr viel unternommen und gesehen. Von der „akuten Gefahr“, so wie es die Presse verdramatisierte, war nichts zu merken. Wir haben dort Einheimische kennengelernt, die erzählten, dass es zwar Fälle gibt, aber dies sei auf der Insel nichts ungewöhnliches und die Ärzte haben alles sehr gut im Griff. Von einer Epidemie kann also bei weitem keine Rede sein.
Also ich kann nur allen raten, sich vom Chik nicht davon abhalten zu lassen, diese traumhafte Insel zu besuchen. Nehmt Mückenschutz mit, lasst die Klimaanlage im Zimmer laufen und verhaltet Euch einfach etwas bewusst. Das war´s!
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Beitragvon Joe » Sa Mai 20, 2006 19:46

Mhhhh, Tupper Parties scheinen es in sich zu haben. Gibts so was auch hier auf MRU ? :mrgreen:
Gruss, Joe
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Beitragvon WolfgangDaerr » Sa Mai 20, 2006 20:43

susiisi hat geschrieben: ....... Und ich bin mir sicher, daß der Virus auf die Larven übertragen wird.

Na, wenn Du sicher bist... Bei Malaria ist das dann wohl auch so? Und bei Denguefieber auch? Oder bist Du Dir einen Tag nach der Tupperparty vielleicht nicht mehr so sicher?
Tipp: erst fragen, dann buchen:Specials
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Beitragvon Tommy » Sa Mai 20, 2006 21:37

He, seid fair Jungs, Susi hat einen ehrlichen Rückzieher gemacht, das sollte gut sein.
Wie auch immer der Virus sich verbreitet, für ein paar Kranke reicht es allemal.
Auf dem Rückflug saß neben mir eine Holländerin, die behauptete, sie habe Chik schon 3mal gehabt.
Es stellt sich eine interessante Frage: wenn man immun wird, werden Anti-Körper gebildet. Werden Anti-Körper gebildet, ist es normalerweise möglich, sie zu isolieren und einen Impfstoff zu entwickeln..... Es gibt aber keinen Impfstoff. Wie passt das zusammen? Hat sich keiner die Mühe gemacht oder gibt es -trotz anderslautender Berichte über Immunität- keine solche?
Viele Grüße

Tommy

Immer wieder gerne auf Mauritius und im Meer darunter ;-))
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Beitragvon stefan » Sa Mai 20, 2006 22:20

dachte Blue Marlin97 hat en test gemacht....und?
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Beitragvon Stony » Sa Mai 20, 2006 23:56

WolfgangDaerr hat geschrieben:
susiisi hat geschrieben: ....... Und ich bin mir sicher, daß der Virus auf die Larven übertragen wird.

Na, wenn Du sicher bist... Bei Malaria ist das dann wohl auch so? Und bei Denguefieber auch? Oder bist Du Dir einen Tag nach der Tupperparty vielleicht nicht mehr so sicher?


Zusammenfassend:

Siehe Abschnitt "Übertragung": http://de.wikipedia.org/wiki/Chikungunya-Fieber
Der "Vektor": http://de.wikipedia.org/wiki/Vektor_%28Biologie%29 und noch dazu
http://de.wikipedia.org/wiki/Blut_saugende_Insekten Abschnitt "Blut saugende Insekten als Krankheitsüberträger"

Wiki ist cool :ploppop
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Beitragvon Titus » So Mai 21, 2006 10:39

Hier ist ja so einige Verwirrung über diese Krankheit entstanden.
Ich möchte das Ganze mal ein bissl zusammenfassen.

Zunächst: die Krankheit ist schon seit einigen Jahrzehnten bekannt.
Sie stammt ursprünglich aus Afrika, aus der Gegend der grossen Seen (Ruanda, Tanzania, etc.)
Sie wurde nie richtig erforscht.

2004 kam es zu ersten Fällen auf den Komoren, einschliesslich der französischen Insel Mayotte. Besonders häuften sich die Fälle dort im November/Dezember2004.

Wahrscheinlich von Mayotte aus kam diese nach Reunion, wo die ersten Fälle gegen April 2005 erwähnt worden. Jedenfalls in der Presse tauchte das um diese Zeit rum auf.

Anmerkung: ich hatte sowas (wahrscheinlich die Chik) allerdings schon gegen Ende Febr./Anfang März 2005.

In etwa zeitgleich kam es wohl auch zu ersten Fällen in Mauritius - besonders Port Louis. Ich glaube so rund 1500 Fälle wurden wohl damals registriert. Bin mir an den Zahlen jetzt aber nicht so sicher.

Zum damaligen Zeitpunkt wurde die Krankheit allgemein als "gutartig" angesehen. Mangels Forschung war der damalige Kenntnisstand, dass diese von alleine, ohne Behandlung wieder verschwindet und zu keinen grösseren Komplikationen führt.
Bei uns in Reunion wurden damals (vor rund einem Jahr) auch keinerlei Gegenmassnahmen ergriffen. Die Präfektur ging davon aus, dass diese mit Einbruch des Austral-Winters "sich von selbst erledigen wird"
Im Juli/August war diese auch stark zurückgegangen und es gab nur noch einzelne lokale Herde.

Ca. September/Oktober 2005 gab es erste Hinweise auf Komplikationen bei Neugeborenen. Diese wurden, wenn die Mutter kurz vor der Geburt erkrankt war, teilweise mit Gehirnhautentzündung geboren.
Diese Gehirnhautentzündung hat sich aber in allen Fällen als problemlos erwiesen, und heilte nach 5 Tagen aus. Bleibende Schäden an den Neugeborenen wurden nicht festgestellt.

Erste Gegenmassnahmen wurden im November getroffen: 10.000 Euro gab die Präfektur in Reunion, um vor dem Totensonntag die Friedhöfe (!!) gegen Mücken zu behandeln. :Q

Ab Mitte/Ende Dezember 2005 breitete die Chik sich bei uns explosionsartig aus.
So ca. im Januar gab es weitere Hinweise auf Komplikationen im Krankheitsverlauf.
Diese betreffen aber nur wenige Personen - im besonderen wohl Diabetiker und Alkoholkranke (an beiden mangelt es bei uns wahrlich nicht). Auch bei Leberkranken und Herzschwachen soll es zu schwierigeren Verläufen/Komplikationen kommen können.
Bei Alkoholikern kommt es zu diesen wohl besonders bei Einnahme von Paracetamol (Schmerzmittel).

Es wurden Fälle festgestellt, wo die Krankheit nicht ausheilte, sondern sich über Wochen und Monate ausstreckte. Die führen meist zu einer Art Arthritis, welche aber auch nach Ausheilung ausklingt.

Bei einigen Todesfällen wurde eine Co-Mortalität durch Chikungunya festgestellt. Das bedeutet, die Haupttodesursache war eine andere, man konnte aber nicht ausschliessen, dass die Chik der Verlauf der "Hauptkrankheit" verschlimmert hat - und somit zum Tode beigetragen hat.
Insgesamt wohl bei rund 70-80 Fälle (von total rund 250.000)

Gegen Ende Januar/Anfang Februar gab es wohl auch Fälle wo man gar keine andere Haupttodesursache feststellen konnte - die Verstorbenen aber von Chik befallen waren.
Ich glaube das war so bei insgesamt rund 30 Fällen so (weiterhin von rund 250.000 Erkrankten insgesamt, also rund 0.01%)

Auch statistisch kam es zu einer Häufung der Todesfälle in Reunion im Januar/Februar/März 2005 gegenüber dem Durchschnitt der letzten Jahre.
Ich habe diese Zahl jetzt nicht im Kopf, aber ich glaube, dass rund 30-50 zusätzliche Fälle gegenüber dem langjährigen Durchschnitt registriert worden sind.
Also ist von einem Zusammenhang wohl doch auszugehen.

Höhepunkt der Epidemie war bei uns in Reunion der Februar, in der Rekordwoche wurden 47.000 neue Fälle ermittelt.
Seitdem sinken die Anzahl der Neuerkrankungen wöchentlich um 20-50%/Woche.
Wir sind jetzt bei 3% der damaligen Zahlen angelangt.

Zweiterkrankung: etwa im Februar oder März wurde auch von ersten Fällen berichtet, welche wiederholt von der Krankheit befallen worden sind.
Sorry Blue Marlin, aber Dich kann's wohl doch nochmal erwischen.
Zumeist verläuft die zweite Erkrankung wesentlich schlimmer, als beim ersten Mal, und hält sich wesentlich hartnäckiger.
Zweiterkrankungen sind aber weiterhin selten. Trifft also wohl auch nicht jeden.

Übertragungsweg: durch Mückenstich, 2 verschiedene Mückenarten werden hierfür verantwortlich gehalten, aber die Hauptlast soll wohl die Aedes Albopictus (asiatische Tigermücke) tragen.
Andere Mückenarten sind aber nicht ausgeschlossen, da keinerlei Studien hierzu unternommen worden sind.
Die Mücke muss dazu zunächst einen Kranken stechen, um die Krankheit weitergeben zu können.

Vorsorge: sich nicht von Mücken stechen zu lassen :-)

Behandlung: zur Zeit sind keine Medikamente bekannt.
Bei uns in Reunion laufen Studien mit einem bekannte Malaria-Medikament.
Anscheinend sind die ersten Ergebnisse sehr erfolgreich.

Es wird auch schon darüber gesprochen, ob man dieses mit Beginn der nächsten Regenzeit prophylaktisch (vorbeuglich) grossflächig einsetzen sollte.
Als persönliche Anmerkung: ich habe einen von diesen "chronischen" Fällen in der Nachbarschaft, wo sich die Krankheit über gute 3 Monate rauszog.
Die Person wurde wohl auch in den letzten Wochen mit diesem Malariamedikament behandelt und das scheint wohl prompt angeschlagen zu haben.

Andere befallene Gebiete: die Chik gibt's ja nicht nur bei uns, sondern auch in Ostafrika, Südostasien, Indien, Pazifikinseln.
Grössere Epidemien gab es wohl auch schon vor ein paar Jahren in Thailand, Malaysia, Singapur.
Im Moment gibt es wohl auch eine Chik-Epidemie in Ost-Indien - und in Malaysia wohl auch seit März in der Gegend nördlich von Kuala Lumpur. ( meine Grüsse an alle, die umgebucht haben, und jetzt auf Langkawi ihren Urlaub verbringen:) )

Krankenzahlen:
bei uns in Reunion scheint man das doch recht gründlich zu nehmen - eine gewisse Grauzone bleibt aber vorhanden.
Die Zahlen ermittelt unser Statistikamt. Hierzu werden u.a. sämtliche schwangeren Frauen bei den Vorsorgeuntersuchungen und in den Kliniken Bluttests unterzogen, und auf Antikörpern untersucht.
Auch melden die Ärzte wohl wöchentlich die neuen Patienten - und auch bei Info-Hotlines kann man neue Fälle melden, wenn man nicht beim Arzt war.
Dies Zahlen werden dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

In Mauritius muss man wohl seit April mindestens 3 Symptome der Krankheit haben, damit diese als Chik registriert wird.
Insgesamt gibt es wohl 5 Symptome (Fieber, Schwellungen, Hautflecken, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen,... habe ich was vergessen?), wobei nicht alle Kranken auch alle Symptome entwickeln.

Zur Wikipedia:
die Beschreibung der Chik in der Wikipedia halte ich für SEHR MANGELHAFT !!
Schon unter die Überschrift hämorhagisches Fieber ist total falsch!
Es kommt zu keinerlei Blutungen (Hämorhagien) !!
Das hat da irgendwer einfach von der Dengue kopiert.

Meine eigene Erfahrung: bei rund 95% der Erkrankten (einschliesslich mir) läuft das recht locker ab. So 2-3 Tage ist man krank, mit Fieber, etc. - vielleicht dann noch 10 Tage wo man gut schlapp ist, aber danach ist die Geschichte vergessen.
Für mich war's kein grosses Drama, wie auch bei den meisten aus meinem Bekannten und Verwandtenkreis.
Trotzdem treffe ich von Zeit zu Zeit auf ein paar Fälle, die sich monatelang mit Muskel- und Gelenkbeschwerden rumplagen. Das sind vielleicht so 5%, oder vielleicht auch noch weniger.
Ich selbst habe weitergearbeitet - wenn auch nur so 2-4 Stunden am Tag.
Ich habe in den ersten Tagen auch gute 12-13h/Tag mit Schlaf verbracht.
Am 3. oder 4. Tag habe ich wieder angefangen normal zu arbeiteten.
Beim Arzt war ich nicht - dachte damals einfach ich hätte mir eine Grippe eingefangen, und habe die ersten 2 Tage so 2-3 Aspirin geschluckt.
Das Fieber hatte ich 2 Tage, Muskelschmerzen (besonders im Nacken und im Kreuz) haben bei mir rund eine Woche lang angehalten.
Nach 3-4 Tagen waren die auf's Niveau eines Muskelkaters zurückgegangen.
Ein bissl schlapper war ich noch ein paar Wochen nach der Erkrankung.

Grüsse
vom Titus
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Hallo Tommy

Beitragvon susiisi » So Mai 21, 2006 12:43

Hallo Tommy

VIELEN DANK !!!!!!!!!!!!
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Beitragvon Stony » So Mai 21, 2006 12:45

Hallo Titus,

Vielen Dank für die sachliche und informative Zusammenfassung.

Zu Wiki: Du kannst diesen Text verbessern/editieren. Einfach registrieren und schon gehts los.

Beste Grüße,
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