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Die Mauritianische Mentalität

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Beitragvon Titus » Mo Sep 21, 2009 20:20

turist, lass mal so entlich die Hosen runter.
Drückst Dich so um zig Ecken aus, komm mal auf den Punkt !
(1748 sagt mir übrigens auch nichts)

Ja, Mauritius hat einige Sachen, die komisch sind. und mir persönlich auch nicht so richtig liegen.
- U.a. die "englische "Steifheit"
- und dass es sehr indisch ist

Steif sind die Engländer heute zwar auch nicht mehr, aber in vielen Ex-englischen Kolonien sind die Leute noch so steif wie vor 50 Jahren, gerade auch auf Inseln (u.a. auch Karibik)

Tja, Indien, ich habe immer mehr den Eindruck, dass Mauritius sich mehr Richtung indischen Subkontinent hin orientiert.

In réunion haben wir zwar auch viele indisch-stämmige, aber die generelle Gesellschaftsform geht mehr zur Europäisierung.
Ich fühle mich da wohler.

Gesellschaft in Mauritius, aiiiii, das ist ein Kopfzerbrechen, das ich nie so richtig überwinden oder verstehen konnte.
Da gibt's Probleme, die ich nicht so richtig schnalle.

Mein Mechaniker (hier in Reunion) ist Mauritianer. Er arbeitete dort bei einem Vertragsimporteur von einer europ. Marke, und erzählte mir da eine Geschichte über deren Verhältnisse.
Für mich war er immer "Malbar", halt indischstämmig.
Ist er aber gar nicht. Er ist gemischt !

Tja, irgendwann übernahm ein Meister dort deren Werkstatt, und ekelte/feuerte wohl nach und nach alle Leute, die nicht seiner "Volksangehörigkeit" entsprachen.

Derartige Geschichten hörte ich mehrfach. Kenne aus eigener Erfahrung natürlich nichts dergleichen, und muss mich auf das "La di la fé" berufen.

Die Weissen Franzosen da drüben, die alten Plantagenbesiter, sind auch nicht ganz ohne. Auch irgendwie eine komische Mentalität. Auch so ein Jahrhundert zurück.
Bekam das manchmal mit, drüben sind sie stocksteif, hier machen sie dann Kurzurlaub, um mal richtig die ""grunz" rauszulassen".
Gerade deren "Nachwuchs"-Generation. Hoffe die packen auch dort die Wende, hier zumindest geben diese sich wenig kompliziert.

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Beitragvon Joe » Mo Sep 21, 2009 22:41

Hi Titus,

die Geschichte des Monteuers deckt sich mit einigen Stories die ich über die Familie meiner Frau (Hindu/Telegu) mitbekommen habe.

Selbst unter Hindus gibt es unterschiedliche Gruppierungen (nicht Kasten, sondern Ursprungsgegenden in Indien), die sich nicht als gleichwertig ansehn. Zumindest die Alten sehen das zum Teil noch so. Die Jüngeren sind da schon deutlich lockerer.
Gruss, Joe
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Gruppierungen

Beitragvon Michael » Di Sep 22, 2009 2:05

Irgendwie finde ich keinen richtigen Ansatzpunkt hier. Es sollte wohl um die mauritianische Mentalität gehen, oder nicht? Da haben wir dann jetzt auch das Thema Kultur und Religion hineingemengt - alles nicht ganz einfach und schon gar nicht ganz einfach unter einen Hut zu bekommen.

Joe - was erstaunt dich denn daran, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sich nicht als gleichwertig ansehen? Was ist denn mit dem bayrischen Hinterwäldler? Oder dem norddeutschen Torfkopp? ( Beide Gruppierungen tausenmal sorry! - Ich will hier nur mal vor Augen führen, dass solche 'Unterschiede' nicht nur gar unter den Hindus sondern, ach was, sogar unter den Deutschen vorkommen.) Noch wesentlich grobere angebliche Unterscheidungen waren noch vor wenigen Jahrzehnten gang und gaebe in D. und werden von Minderheiten auch heute noch gepflegt.

Vielleicht faellt es uns nicht so sehr ins Auge, und soweit wir hier leben schon gar nicht - aber dergleichen gibts es ueberall, eben auch hier! Und sagt jetzt nicht dass sei doch etwas ganz anderes! Ist es nämlich nicht!
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Beitragvon Joe » Di Sep 22, 2009 8:01

Hi Michael,

du hast noch den Ostfriesen vergessen. Hoffe wir haben nun alle Klischees durch !

Klar gibts das überall. Aber die Konsequenzen sind deutlich andere. In D wird keine Freundschaft/Heirat/Job von der Familie verboten, weil das Kind/Freund/Arbeitgeber aus einer andern Gruppierung kommt.

Aber das passiert hier in MRU und zwar häufiger als man glaubt. Aber mit den jüngeren Generationen wird das langsam liberaler. Solang keine religiösen Hardliner oder Politiker Öl ins Feuer giessen. Was schnell passieren kann, wenn die Verteilungskämpfe wegen schlechter Konjuktur härter werden und die dabei eingesetzten Mittel auch.

Hoffen wir das Beste.
Gruss, Joe
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Re: Gruppierungen

Beitragvon stefan » Di Sep 22, 2009 20:04

Michael hat geschrieben:Irgendwie finde ich keinen richtigen Ansatzpunkt hier.


den habe ich im grunde auch nicht... :-$
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Beitragvon Turist » Do Sep 24, 2009 2:57

Hallo,

Ich würde mich freuen, wenn jemand aus dem Forum – mit Menschenkenntnisse – die Courage hätte, hier ein paar wahre Worte über die weißen Mauritianer „Les Blancs“ oder Franco-Mauricien (nicht die weißen Ausländer) und deren soziokulturelles Verhalten gegenüber den anderen Völkern und auch ihren Lebensstil etwas näher zu schildern. Dann könnte man auch etwas mehr Licht in die Sachen bringen und die ganze Situation wird klarer.

1748 war doch die Ile de France Epoche (sogar etwas früher glaube ich 1715; Mahe de Labourdonnais) und der Bau des Hafens von Port Louis. Da wurde Sklaven aus Madagaskar und Afrika nach Mauritius gebracht. Die ersten indischen Sklaven kamen auch in diesem Zeitraum aus der Gegend von Pondicherry. Von diesem Zeitpunkt an kann man von der Entstehung einer mauritianischen Mentalität sprechen, welche Denk- und Verhaltensweisen interkultureller Art regelt. Aus der normativen Kraft des Faktischen ergab sich die ungeschriebene Regel den weißen Franco-Mauricien zu gehorchen, als höherwertig anzuerkennen und sich ihm zu fügen. Später kamen dann auch die indentured Inder(freie Arbeiter). Meine Vorfahren gehören auch noch dazu. Diese Coulis aus Indien und China brachten in ihrem Gepäck nicht nur materielles mit sich, sondern auch die jeweilige Kultur, Religion und Mentalität. Die neuen Generationen der Coulis kann man als einen Beweis dafür betrachten. Leider wurde ich auch durch diese Coulis Mentalität geprägt.
Im Laufe der Zeit nahmen die politischen und kulturellen Aspekte auf Mauritius eine pyramidenartige Form an. Die Gruppen oder „Communauté“, wie man es dort nennt, unterscheiden sich durch Sprache, Farbe und Religion und Kasten. Es lässt lediglich anhand des Aussehens, der Kleidung und der Sprache erahnen, mit wem man es da zu tun hat. Die religionsfanatischen politischen Visionen werden von den Politikern bis ins Parlament getragen. Diese Unart zeichnet sich bereits dadurch aus, dass die Politiker ihre jeweilige Communauté vertreten und nur dessen Interessen einfordern. Im Jahre 1968 gab es sogar Gewaltausschreitungen zwischen Plaine Verte und Roche Bois. Hier noch eine kleine Geschichte aus meinem Leben, welche diese Verhältnisse und Mentalität eventuell besser illustriert:

Ich wollte ein bisschen Geld verdienen, um meine Ausbildungsreise nach Paris zu finanzieren. Ein indischer Bekannter stellte mir dafür für gewisse Zeit ein Stück Land neben seinem Haus umsonst zu Verfügung und erlaubte mir drauf etwas zu erwirtschaften. Also entschied ich mich dort für ein halbes Jahr Tomaten zu kultivieren. Das Feld befand sich hinter eine Sackgasse. Am Eingang der Sackgasse stand das Haus meines Freundes und am Ende dieser Sackgasse wohnte eine indische Familie hinduistischen Glaubens, zusammen mit ihrer jungen Tochter. Ich war fremd in diesem Dorf. Dort wohnte nur Hindus. Auf der Hauptstraße befand sich ein Coiffeur Salon, wo man sich traf und miteinander tratschte. Da ich auch Inder war, konnte ich trotz anderen Glaubens ohne weiteres dorthin. Trotzdem war nicht auszuschließen, dass ich als Fremder ins Visier genommen wurde. Das war mir bewusst, aber egal, da ich daran gewohnt war. Ich war 20 Jahre alt. In Mauritius ist man(n) mit 20 oft noch Jungfrau. Es könnte sein, dass die Hormone schnell in meinen Kopf stiegen und mich zu etwas verleiteten, das eigentlich verboten war. Das passierte auch schnell, als ich mich in die Tochter der unbekannten Familie, die neben dem Feld wohnte, verliebte. Natürlich vermieden wir direkten Kontakt und kommunizierten per Brief. Sie versprach mir ein Rendezvous. Eines Tages wollte Sie alleine mit dem Bus zu ihrer Familie nach Port Louis fahren. Sie lud mich ein, mit ihr zusammen zu fahren. Allerdings sollte ich nicht an der Bushaltestelle im Dorf zu ihr steigen, sondern vier Stationen weiter. Das tat ich auch. Die Freude war sehr groß bei mir, als ich sie hinten im Bus sah. Neben ihr war auch noch ein Platz frei. Der Bus war halb voll. Wir unterhielten uns und irgendwann lag sie ihre Hand auf meinen Schoß. Meine Hormone liefen Amok. Als unerfahrener junge Mann wusste ich nicht, was ich mit ihr in Port Louis machen sollte. Entweder mit ihr spazieren gehen oder ins Bett. Nach ungefähr einer Stunde waren wir in der Hauptstadt. Wir stiegen beide aus und nahmen Abschied bis zum nächsten Mal. Ich war gar nicht darüber enttäuscht, weder mit ihr spazieren gegangen zu sein noch Sex gehabt zu haben. Ich war einfach nur glücklich. Ich fuhr noch am selben Tag am späten Nachmittag zum Tomatenfeld. Wie immer ging ich absichtlich langsam mit dem Fahrrad an ihrem Haus vorbei. Sie schaute raus und lächelte mir zu. Auf dem Weg zurück nach Hause musste ich vorbei am Coiffeur Salon fahren. Als ich am Salon vorbei fuhr, hörte ich lautes Pfeifen. In dem Moment war mir klar geworden, dass jemand uns im Bus gesehen haben musste. Am nächsten Tag rief mein Vater mich zu sich und verbot mir nochmal zum Tomatenfeld zu gehen. Der Vater des Mädchens und bestimmte Leute aus dem Dorf haben mir durch den Landbesitzer, meinen Freund, mitteilen lassen, dass ich mich nicht mehr in diesem Dorf blicken lassen sollte, sonst werde ich umgebracht. Das Mädchen habe ich nie wieder gesehen. Bis heute kommen mir die Erinnerungen hoch, wenn ich durch das Dorf fahre.

Die Ausländer sehen im Mauritianer ein Mauritianer. Das ist vielleicht richtig. Aber mal ehrlich: was ist ein Mauritianer?! Was ist die mauritianische Mentalität? Etwas wie Heuchlerei?

Heute verabschiede ich mich auf die mauritianische Art,

Bye bye!
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Irgendwie finde ich keinen richtigen Ansatzpunkt hier. Es so

Beitragvon Turist » Do Sep 24, 2009 15:55

Wikepedia:
Mentalität (von latein. mens, den Geist betreffend) bezeichnet vorherrschende Denk- und Verhaltensmuster einer Person oder einer sozialen Gruppe von Menschen (z. B. einer Bevölkerungs- oder Berufsgruppe) und wird auch auf gesamte Nationen bezogen.

Wissenschaftlich wird der Begriff vor allem in der Soziologie und in der Mentalitätsgeschichte verwendet. Die Annahme von kollektiven Dispositionen, die das Verhalten und Denken von Personen bestimmen, stößt auch auf Kritik.

Der Historiker Peter Dinzelbacher gibt folgende Definition: „Historische Mentalität ist das Ensemble der Weisen und Inhalte des Denkens und Empfindens, das für ein bestimmtes Kollektiv in einer bestimmten Zeit prägend ist. Mentalität manifestiert sich in Handlungen“[1]. Die Mentalität prägt in dieser Sichtweise die Weltanschauung von Menschen, die einer Gruppe angehören, in einer historischen Epoche. Sie ist Bestandteil der jeweiligen Kultur.

Der Begriff kann negativ konnotiert sein bis hin zur Benutzung als Klischee, Vorurteil oder Stereotyp. Andererseits kann Mentalität auch Grundlage für ein Normverhalten in gesellschaftlichen Gruppierungen sein (daher ist es oft sinnvoll, den Begriff von Ideologie abzugrenzen). Viele Menschen benutzen dieses Wort heute nicht mehr umgangssprachlich, da es eher ein altes Wort ist.
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Beitragvon Michael » Do Sep 24, 2009 19:37

Hi Tourist,

nun wissen wir wenigstens etwas mehr ueber Deinen Hintergrund, was Du bisher immer etwas verblümt angedeutet hast - in der Art wie: "Keiner kennt Mauritius besser als ich, denn ich bin ein Teil davon." So aehnlich hast Du Dich in einem anderen Posting mal ausgedrueckt. :lol:

Die Geschichte aus Deinem Leben ist sicher real und aehnliches geschieht auch heute noch. Gerade hoerte ich von einer Entfuehrung am hellichten Tag, die wohl stattfand weil die Familie mit der Verbindung der Tochter nicht einverstanden war. Das sind Verhaltensmuster, die uns aus Europa unbekannt sind - man hoert oder liest sowas bestenfalls aus tuerkischen, kurdischen, vielleicht auch noch griechischen Einwanderfamilien. Man schuettelt den Kopf und hakt es ab, soweit man nicht betroffen ist. In Mauritius gibt es das auch. Ich denke es wird wohl noch ein paar Generationen dauern bevor solche anachronistischen Traditionen ausgemerzt sind. In Deutschland wuerde ich eigentlich den Standpunkt vertreten, dass welche Gruppe auch immer sich den Gepflogenheiten des Landes anpassen sollte - in Mauritius? An was soll man sich anpassen? Gepflogenheiten des Landes als solches gibt es ja wohl weniger. Die Gesetze sind aehnlich wie in Europa, aber die Gesellschaft ist, wie schon festgestellt in viele Communities aufgespaltet, die alle Ihre Traditionen mitgebracht haben und pflegen. Hier auf eine Anpassung an 'westliche' Gepflogenheiten einzufordern ist ungleich schwieriger und langwieriger zumal dies dann vermischt wird mit vielleicht auch weniger erstrebenswerten Errungenschaften 'westlicher' Gesellschaften. Dennoch denke ich, dass sich individueller Selbstbestimmungsanspruch nach und nach durchsetzen wird - aber eben sehr langsam.

Die 'weissen' Mauritianer, die Du da ansprichst, tragen auch schwer an Ihren Gebräuchen und Traditionen, wenn auch aus einer anderen Perspektive. Ein wenig koennte man diese evtl. mit den Familien adliger Herkunft in Europa gleichsetzen. Diese haben (nicht alle ) viele angestammt Privilegien nach und nach aufgeben muessen ohne dies zu wollen und einige, soweit nicht finanziell vollkommen unabhaengig, haben daran schwer getragen. So mancher aus diesem Kreis ist im rahmen dieser Umbrueche und Umverteilungen in den vergangenen Jahrhunderten gar ums Leben gekommen. Wie der mauritianische 'Adel' damit fertig wird wird die Zeit zeigen.

Revolutionen, Aufstaende und soziale Unruhen bis hin zu Buergerkriegen bleiben uns hoffentlich in diesem Zusammenhang erspart, auch wenn wir sicher mehrmals hier nahe dran waren.
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Beitragvon Titus » Fr Sep 25, 2009 9:03

Turist hat geschrieben:Hallo,

Ich würde mich freuen, wenn jemand aus dem Forum – mit Menschenkenntnisse – die Courage hätte, hier ein paar wahre Worte über die weißen Mauritianer „Les Blancs“ oder Franco-Mauricien (nicht die weißen Ausländer) und deren soziokulturelles Verhalten gegenüber den anderen Völkern und auch ihren Lebensstil etwas näher zu schildern. Dann könnte man auch etwas mehr Licht in die Sachen bringen und die ganze Situation wird klarer.

Ich kann's schon mal nicht, da ich nicht genug kenne.
Ein paar geschäftlich aus Mauritius, ein paar hier von Urlauben oder Geschäftsbesuchen in Réunion.

Aber irgendwie kommen sie mir vor wie eingeklemmt in Strukturen des letzten Jahrhundert, ihrer kleinen Gemeinde, Familienzwängen.
Ist aber eher ein subjektives Gefühl.


Religöse Zwänge und Gesellschaftsdruck gab's übrigens auch in Deutschland noch vor allzu kurzer Zeit.
Kenne da Erzählungen von einem meiner Lehrer, der als Flüchtlingskind nach dem Krieg mit seiner evangelischen Familie in einer erzkatholischen Dorf landete. Da findet man schon Paralelen, zu Deiner o.g. Geschichte.
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Beitragvon SKO » Mo Sep 28, 2009 10:55

Ganz so schlimm, wie die meisten Beitrage die Gesellschaft und ihre Spaltung darstellen, ist es meiner Meinung nach in Mauritius nicht.
Bin selber mit einem Mauritier verheiratet und in unserer Familie gibts christlichen, tamil, hinduistischen und meinen eher "Nicht-Glauben" locker vereint, ohne irgendwelche Vorurteile oder Abspaltungen.
Die meisten wuerden wahrscheinlich auch zustimmen, dass in den meisten Unternehmen alle Glaubensrichtungen gut miteinander auskommen. Klar gibts Vetternwirtschaft, aber die gibts in jedem anderen Land, auch in Deutschland und in fast jedem Unternehmen.
Im grossen und ganzem unterscheidet sich Mauritius von keinem anderem Land, in Schweden und auch in Deutschland sind "Auslaender" oder verschiedene kulturelle Gruppen zum Teil sehr stark sekularisiert.
Klar sind hier einige Traditionen im Vergleich zu Deutschland/Skandinavien, etwas ueberaltert, aber auf der anderen Seite kann der Familienzusammenhalt auch Positives bringen.
Alles hat halt seine Vor-und Nachteile, und wenn ich mir die Gesellschaft in Spanien/Italien angucke, wuerde ich meinen, dass "La Familia" und Ausgrenzungen sogar noch deutlicher auspraegt sind als hier auf Mauritius.

Mein Motto ich nehme jeden wie er/sie ist, und alles andere ist mir eher egal.

Und schon vorab eine Entschuldigung wenn ich irgendjemanden unabsichtlich auf die Fuesse getreten sein sollte.
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