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Bob Marley auf Mauritius

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Bob Marley auf Mauritius

Beitragvon Zdenka.Marijan » Fr Jul 02, 2004 16:32

Hi!

Wußtet Ihr das es auf Mauritius auch einen sogenannten mauritianischen Bob Marley gab :ob er hieß aber KAYA.

Er war ein Musiker aber auch ein Kämpfer für die Gerechtigkeit.
Am Ende saß er im Gefängnis und kam unter mysteriösen Dingen ums Leben. :-k An diesem Tag fand eine Revolution auf Mauritius statt. :duel)
Alle Menschen gingen auf die Barikade und stürmten Geschäfte und plünderten und steckten Gebäude in Brand.

Seitdem ist KAYA für die Mauritianer ein MUSS.. und ich kann nur sagen, seine Musik ist spitzenmäßig. :ploppop Kann ich jedem nur empfehlen (Best of KAYA / Seggae Experience / www.melimelomusic.com ).

Hier noch einige Tip´s für CD´s:

Didier Clarel - Séga Trapé Trapé
RAGGA - Konnexion 2
La Zalouzi - TEAST
Ben´z Blakka - Tchak az Blak

Vielleicht kann mir jemand von Euch noch einige gute Sänger bzw. Gruppen empfehlen.

Gruß Zdena

Das Leben ist wie eine Wundertüte, man weiß nie, was einen erwartet :-)
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Beitragvon olivier » Fr Jul 02, 2004 18:09

salut zdena,

am 20. Februar 1999 wurde der kreolische reaggae sänger Kaya im gefängnis zu tode geprügelt, alle anderen darstellungen der polizei sind lügen. wie kommt man sonst in einem gefängnis zum schädelbruch ?
kaya hat sich öffentlich dafür eingesetzt dass marihuana legalisiert wird.
nach seinem tod kam es in port louis zu schweren unruhen zwischen kreolen und hindus.
2 tage lang wurden blutige strassenschlachten ausgefochten bei denen mehrere menschen starben, offiziell 3, jedoch waren es einige mehr, es wurden nur die "berühmten" gezählt, darunter Berger Agathe, auch ein berühmter sänger.

ein langes thema was ich aus zeitgründen leider abkürzen muss.

grüsse

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Beitragvon anne » Fr Jul 02, 2004 23:06

hier ein paar links zum Thema

kaya hat sich nicht nur eingesetzt das Gandia legalisiert wurde,
er hat es auch geraucht

gestorben ist er an einen Schädelbasisfraktur
um das festzustellen , wurden extra noch Pathologen von Reunion und Großbritannien eingeflogen

liebe Grüße anne

http://www.mapinc.org/drugnews/v99.n201.a03.html
http://www.well.com/~sisu/kaya.html
http://www.cannabisculture.com/articles/1444.html
http://ilemauricekaya.free.fr/oly_k/pr000.htm
http://www.mapinc.org/drugnews/v99.n201.a03.html
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Re: Bob Marley auf Mauritius

Beitragvon Klaus » Sa Jul 03, 2004 16:51

[quote="Zdenka.Marijan"][color=blue]
Seitdem ist KAYA für die Mauritianer ein MUSS.. quote]

Hi Zdena,

aber nur für Kreolen, und besonders für die „Rasta-Kreolen“ auf MRU.

Es sind keine Einwanderer aus der Karibik, sondern Kreolen von der Insel. Diese Menschen leben heute sehr einfach und zurückgezogen fast nur noch im Südwesten im Gebiet von Chamarel und Cachette und sind äußerst zurückhaltend gegenüber Fremden (auch einheimischen Fremden), aber nicht abwesend oder gar unhöflich gegenüber denjenigen, die dort mal anhalten und sich umsehen, so jedenfalls meine Erfahrung. Ich bin zwar vor einigen Jahren für verrückt erklärt worden, als ich meinen Bekannten auf MRU erzählte, dass ich zufällig bei einer Tour im Südwesten fast einen ganzen Tag dort hängen geblieben bin, aber so schaurig und gefährlich wie immer erzählt wird war es wirklich nicht. Und bei Gesprächen mit diesen Leuten habe ich eine ganze Menge erfahren:

Ihr Rasta-Look geht auf den einheimischen Kreolen Joseph Réginald Topize zurück, der mit 14 Jahren (1974) seine erste Band gründete und schnell in Berührung kam mit der Musik von Bob Marley und anderer Reggaemusikern. Joseph Réginald Topize wurde ein Rasta mit dem Namen Kaya.

Die Reggae-Musik wurde zum Ausdruck vieler Kreolen, die sich in Mauritius unterdrückt fühlen, analog zur Reggae-Musik von Bob Marley als schwarze Befreiungsphilosophie in Jamaika. Viele Kreolen zeigten ihre Sympathie für Kaya, indem sie wie er im Rasta-Look auftraten.

Über die Jahre fand Kaya zu einer eigenen Variante des Reggae, den Seggae, eine Mischung aus Reggae und Sega, der Kreolenmusik. Saggae ist heute besonders unter jungen Kreolen auf Mauritius sehr beliebt.

Kaya war den politischen Führern ein Dorn im Auge, und als er demonstrativ auf einer Veranstaltung einen Joint rauchte, wurde er kurz darauf verhaftet und in ein Gefängnis in Port Louis eingesperrt.

Er kam dort nach wenigen Tagen unter mysteriösen Umständen gewalttätig ums Leben. Kurz darauf brachen schwere Unruhen aus - Anschläge von Kreolen auf Banken, Supermärkte und Restaurants, Plünderungen von Geschäften, Zerstörung von Hindu-Tempeln. Darauf wurden von einigen hundert radikalen Hindus gezielt Kreolensiedlungen auf der Insel angegriffen, und Häuser gingen in Flammen auf.
Soviel zum Paradies Mauritius. Ein trauriges Lehrstück für alle Multi-Kulti-Illusionisten.

Die meisten Anhänger von Kaya leben nun im Hochland im Südwesten ihr eigenes Leben, von der Polizei argwöhnisch beobachtet, bauen in versteckten Gebieten im Hochland illegal ihren Hanf an und konsumieren ihr Haschisch oder Zamal, wie es dort heißt.



Gruß Klaus
Mon kontan avek Mauriz
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Beitragvon stefan » Sa Jul 03, 2004 20:03

wow Klaus> klasse bericht :ploppop
nur ich kann mich nicht anfreunden mit :

Code: Alles auswählen
Darauf wurden von einigen hundert radikalen Hindus gezielt Kreolensiedlungen auf der Insel angegriffen, und Häuser gingen in Flammen auf.


dem war nicht so meines wissens, man hatte zwar angst das es in ein religions kampf ausweitet. aber im grunde ging es dann nur gegen den staat, insbesondere die polizei.
dieser Bericht
wurde dann spaeter von einer kommission zur ergruendung des "vorfalls" geschrieben. er zeigt ganz klare fehler von der damaligen politischen fuehrung auf.

aber klasse geschrieben Klaus, danke
gruss
stefan
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Beitragvon Zdenka.Marijan » Sa Jul 03, 2004 21:46

Hi!

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht von Euch ALLEN :ploppop

Ich kann aber nicht bestätigen, daß nur die Kreolen ihn bewundern bzw. seine Musik hören. In meinem Freundeskreis auf Mauritius hören alle die Musik - ob Moslem, Hindu oder Katholik. :leb)

Gruß Zdena
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Kommentar

Beitragvon MmeTortue » So Jul 04, 2004 16:22

Ueber Kaya und seinen unnatuerlichen Tod koennte man sicher Buecher schreiben, falls das nicht schon geschehen ist.

Bereits vor Kaya kamen in mauritianischem Polizeigewahrsam Inhaftierte aus ungeklaerten Ursachen zu Tode... ; Kaya's Fall brachte - zumindest fuer einige Zeit - was Polizei, Gefaengnisse etc. anbelangt einiges in Bewegung.

Man darf nicht vergessen, dass es noch nicht allzulange her ist, dass viele literarische und musikalische Texte auf der 'Paradies'-Insel verboten waren, und selbst heute scheuen viele Mauritianer davor zurueck, ihre Meinung oeffentlich kundzutun. In aelteren, sogenannten 'engagierten' Segatexten wurden politische Personen und Vorkommnisse verschluesselt besungen, jeder wusste wer gemeint war, aber die Ordnungsmaechte konnten nichts dagegen unternehmen.

Ein Vorfall wie Kaya's Tod oeffnet Schleusen und entfacht Feuer: Hilflosigkeit gegenueber den Behoerden, soziale Ungerechtigkeit, der Einfluss radikaler Gruppierungen welcher Couleur auch immer wirken wie Oel auf diese Flammen. Es waren nicht "alle Mauritianer", und auch nicht 'die Kreolen', 'die Hindus' oder 'die Moslems', sondern gewaltbereite, zum Teil organisierte Mauritianer, die im Februar 99 im Nordwesten bis hinunter nach Curepipe blind drauf losschlugen... Polizeistationen, Restaurants, Banken wurden zerstoert, u.a. auch ein nagelneuer Notarztwagen im Wert von einigen Millionen Rupies.

Polizei, Special Mobile Force und Politiker waren mit der Situation vollkommen ueberfordert und reagierten entsprechend kopflos. Kaya's Frau appellierte ueber TV und Radio, Ruhe zu bewahren und schliesslich beruhigte sich die Situation.

Ob sich an der Situation in den Gefaengnissen und im Polizeigewahrsam etwas geaendert hat seither, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die mauritianische Presse wurde kritischer ueber die letzten Jahre; ein neuer, privater Radiosender ist mittlerweile aktiv; Verkauf und Genuss von Gandia ist nach wie vor lt. Gesetz illegal, letzterer wird aber teilweise toleriert. Gezeigt hat sich auf jeden Fall, dass Mauritius kein 'multi-kulturelles Paradies' ist. Ueberall wo Menschen verschiedener ethnischer und religioeser Zugehoerigkeit leben, ist Arbeit und viel, viel Kommunikation angesagt - und zwar in friedlichen Zeiten und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist!

Sich als Mauritianer fuehlen und jubeln, wenn die Fussballnationalmannschaft Suedafrika schlaegt oder Stephane Buckland eine Medaille holt, ist schoen; in konfliktreichen, problematischen Zeiten sich in erster Linie als Mauritianer zu fuehlen und nicht die Schuld bei anderen, andersartigen zu suchen, muessen viele 'im Paradies' noch lernen.

Mme. Tortue
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Beitragvon stefan » Mo Jul 05, 2004 10:24

da faellt mir ein,
wie ein mauritianer mal zu mir sagte.
"wir mauritianer sind alle diplomaten", da hat er bestimmt recht, nur leider haben das nicht alle menschen hier so verstandenund nicht nur hier.
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Beitragvon Frankie » Do Jul 08, 2004 19:48

hab im web noch einen interessanten artikel zu dem thema gefunden. veröffentlicht von heidi bauer für die musikplattform "home of rock". sehr persönlich geschrieben und sehr informativ. hab den artikel gerade auf

Mauritius-Links

mit dem titel "fight again : reggea auf mauritius" veröffentlicht.

lesenswert!

viele grüße
frankie
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Beitragvon Werner » So Dez 19, 2004 17:14

Da ich zur Zeit der Kaya-Unruhen in Mauritius war (Grand Baie) möchte ich dazu auch etwas beitragen:
1.) Es ist eine unsägliche Geschichte,das ist klar.Schlimm und eigentlich überflüssig.

2.) Mir wurde glaubhaft versichert : Kaya hätte in seiner Zelle mehrfach randaliert...und wäre nicht zu *beruhigen* gewesen.
Nach meiner Meinung sind dann Wärter/Polizisten rein,haben den Knüppel gezogen,und...

Ein Punkt aber,den noch niemand berücksichtigt hat,ist der:
Angenommen,Kaya war nicht nur süchtig nach harmlosen Drogen,sondern auch bspw. Heroin:
Mit Abflauen der Wirkung bekommt er am ganzen Körper Schmerzen...was durchaus ein *Randalieren* zur Folge haben kann:
Ein drogenerfahrener Arzt bestätigt jedem Interessierten diese Symptome.
Auf Grund dieses Randalierens sind dann die Wärter in die Zelle....und...
AUF DEUTSCH:
Es ist möglich,daß Kaya *auf Turkey* war....(zwar eine Spekulation,aber eine naheliegende.)
Kaya ist m.W. nie auf Heroin-Sucht untersucht worden.
___________________________________________________________

3.) Zum Verhalten der Behörden:Daß diese nicht richtig reagiert haben,ist klar:
Ein Punkt,der aber vergessen wurde,ist der:
Es existiert eine gültige Regelung aus der engl.Kolonial-Zeit,daß es der Polizei verboten ist/war die ersten drei Tage (oder:7 ?) Schußwaffen zu benutzen.
Diese Regelung ist natürlich bekannt...und ermöglichte es den Randalierern, sich *auszubreiten*...band aber andererseits der Polizei die Hände.

Was nach den Kaya-Unruhen aus dieser Regelung geworden ist,weiß ich aber nicht.

Bei der Gelegenheit habe ich mir auch von *meinem Informanten* erzählen lassen,wie die Engländer früher mit *leichten Aufständen* umgegangen sind...(Das will aber niemand wirklich wissen)

4.) Im *Stern* in DEU ist die Geschichte verfälscht dargestellt worden...

5.) Daß es ein Aufwachen für alle *Multi-Kulti-Illusionisten* ist,ist auch klar,es gibt in deren Sinne kein Multi-Kulti...
Ist aber ein völlig anderes Thema...

6.) Nach meiner Meinung war der Tod Kaya´s nur ein Auslöser/Anlaß zu den Unruhen und deutet auf andere,verborgene Konflikte.
Münzen + Scheine von Mauritius

http://www.mauritius-tipps.de/werner/index.html
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