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Aus dem Dschungel ins Labor

Hier finden sie alles mögliche über Mauritius.

Aus dem Dschungel ins Labor

Beitragvon mac » Mi Nov 15, 2006 13:35

Hey Leute,

hier mal ein Thema abseits der Heile-Heile-Touri-Welt: Wer hat gestern abend im ZDF die 37-Grad Reportage von Manfred Karremann gesehen ?
Eine sehr gute Reportage zum Thema Tierversuche. Ich möchte jetzt hier nicht eine riesen Diskussion über dieses Thema vom Zaun brechen,
aber ich bin halt der Meinung, jeder der nach MRU reist, sollte sich auch mal hierzu ein paar Gedanken machen. Also, wenn es interessiert,
hier ein kurzer Abriss von der ZDF-Site:

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Aus dem Dschungel ins Labor
Der Autor über den langen Weg der Affen aus Mauritius

Das Leid der Tiere, die in Versuchslaboren enden, beginnt bereits im Ausland - dort, wo Affen für die Versuchstierzucht gefangen werden.
Manfred Karremann berichtet von den Dreharbeiten auf Mauritius. Ein Reisebericht.

Der Weg durch den dichten Regenwald hinab zum Fluss ist steil. Immer wieder hängt ein Stückchen Zuckerrohr an einem Draht von den
Bäumen: Es soll Affen zu einer Falle locken, die am Fluss unten im schmalen Tal steht. Diese Falle ist unser Ziel, als wir durch den Wald
im Süden der Insel Mauritius klettern.

Zwei Einheimische, die hier Fallen aufgestellt haben, führen uns. Wir möchten filmen, wie Affen gefangen werden. Hinter mir klettert
Wolfgang Apel, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er begleitet uns einige Tage, will sich ein Bild vor Ort verschaffen.
Vom Schicksal der Primaten, die hier gefangen werden, um Nachschub für die Versuchslabors in aller Welt zu züchten.

Affenfang: ein gutes Geschäft
Unten am Fluss angekommen, stehen wir vor einer rechteckigen Falle aus starkem Maschendraht, von der Größe eines Normalverdiener-
Badezimmers. Sie steht unter einem meterhohen Bambus, direkt neben dem Fluss.

Affen der Art "Macaca Fascicularis" wollen die Fänger hier in die Falle locken. Die halten sich gerne an Flüssen auf, fischen dort mit ihrem
langen Schwanz nach Krabben. Abgesehen vom langen Schwanz sehen diese Javaneraffen ähnlich aus wie ihre Verwandten, die Rhesusaffen.
Einen weiteren Unterschied gibt es noch: Die Langschwanzmakaken stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. "Hier sind sie trotzdem
Ernteschädlinge", erklären uns die Fänger, die uns zu dieser Falle geführt haben. Sie ist nur eine von mehreren.

Die Männer roden hier Land für eine Farm. "Affen fressen gern Zuckerrohr, genauso wie Ratten. Und sie fressen auch andere Früchte auf einer Farm.
Deshalb fangen wir sie. Und natürlich, weil das auch gutes Geld bringt." Zwischen 50 und 300 Euro versprechen sich die Fänger vom Verkauf eines
Affen an eine Zucht- und Exportfirma. Die verkauft die Nachzucht dieser Tiere später an Labors in aller Welt, zu einem weitaus höheren Preis, versteht
sich. Bei einer Lieferung aus Mauritius über Paris und Mailand lag der Preis pro Affe bei 2500 Euro. Bei 120 Makaken ergab das einen "Warenwert" von
300.000 Euro für diese eine Lieferung.

Die Falle schnappt zu
Wenn die gesamte Familie drinnen ist, schnappt die Falle zu. "Wir locken die Tiere mit Zuckerrohr an", erklärt einer der Fänger, zeigt auf kleine,
wie zu Lagerfeuern aufgeschichtete Zuckerrohrstäbchen im Inneren der Falle. "Die Affen können immer wieder einzeln oder zu mehreren ungehindert
hinein um zu fressen, und auch wieder heraus. Wir wiegen sie eine Zeitlang in Sicherheit. Erst wenn eine ganze Familie drin ist, ziehen wir am Seil, und
die Klappe fällt zu." Er demonstriert für Wolfgang Apel, wie die schwere Drahtklappe schlagartig nach unten knallt und den Käfig verschließt, wenn die
Stütze aus Ästen mit einem Seil weggezogen wird.

Ein Leben für die Zucht
"Wenn ich Affen fange, möchte ich sie dem Krokodilpark anbieten", meint der Bauer, den wir zuvor zu einer seiner Fallen begleitet haben.
"Sie exportieren Affen in Labors ins Ausland", weiß er, "die braucht man dort für die Medizin." Der "Krokodilpark" an sich ist eine Touristenattraktion.
Im Land wird sie "Vanilla Crocodile Park" genannt. Ein australischer Biologe züchtet dort seit vielen Jahren Krokodile für die Lederindustrie. Jeden
Morgen um elf Uhr können interessierte Touristen die Fütterung der Tiere beobachten. Zugleich war die Firma des Biologen, "Bioculture Ltd", die erste,
die Affen aus Mauritius für Versuche exportiert hat. 4000 Zuchttiere soll die Firma heute halten, etwa 3000 Tiere pro Jahr exportieren.

Endstation Versuchslabor
In der Zeit von Dezember bis März werden Affen in Mauritius gefangen, da nur in dieser Zeit der Fang offiziell erlaubt ist. Bevor die Nachkommen der
gefangenen Tiere exportiert werden, durchlaufen sie verschiedene Tests, unter anderem natürlich auf ansteckende Krankheiten. Die Affen auf Mauritius
sind für die Versuchsindustrie besonders interessant, weil sie, so sagen Händler, frei vom Herpes-B-Virus seien. Das Virus ist zwar für den Affen selbst
nicht gefährlich, führt beim Menschen aber unbehandelt nach etwa zwei Wochen zum Tod.

Nach einem langen Flug enden die Tiere in ihrer letzten Unterkunft: Zumeist in "Auftragslabors", die verschiedenste Substanzen im Auftrag der Industrie
an Affen testen, sind die Tiere eine Ware, ein Mittel zum Zweck. Die possierlichen Tiere, die in Mauritius eine Attraktion für Touristen sind, werden spätestens
hier zum "Tiermaterial" oder zum "Tiermodell", wie man das im Fachjargon nennt.

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Der Beitrag läuft als Wiederholung auf 3Sat, 23. November, 18.00 Uhr.

Markus

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Beitragvon stefan » Mi Nov 15, 2006 13:51

hi mac.
schau mal thomas beschrieb das schon mal Mauritius Affen

kann selbst wenig dazu sagen, denke jedes land hat so seine tier probleme.
finds nicht gut, aber menschen sind mir wichtiger als tiere*grobgesagt*

gruss
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Beitragvon Dermashaver » Do Nov 16, 2006 1:48

Hallo Stefan,

welches Tier legt Hass, Falschheit, Grausamkeit etc. an den Tag?
Wie viele "Menschen" tiun das??
Im Übrigen ist es eine moralische Pflicht für uns Menschen , sich auch und gerade der Tiere anzunehmen und ihnen ein Leben in "Würde" zu ermöglichen.
Ich habe so meine Zweifel, ob ich im Ernstfall einen Menschen einem Tier vorziehen würde.

Gruß
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Beitragvon Klaus » Do Nov 16, 2006 3:22

Hallo,

das Thema pro/contra Tierversuche hat sicher direkt nichts mit MRU zu tun, aber in diesem offenen und von allen Teilnehmern überwiegend sehr fair/sachlich betriebenen Forum kann ja auch mal ein wenig vom Pfad abgewichen werden…wenn unsere Administratoren anderer Meinung sind können sie ja dieses Thema hier schließen, no problem…

Pewi, Begriffe wie Hass, Falschheit, Grausamkeit etc. sind rein emotional menschliche Vorstellungen und nicht auf die „Welt der Tiere“ zu übertragen. Dort gelten andere Regeln. Wenn z.B. ein junger Löwe in der afrikanischen Savanne nach erfolgreichen Kampf der neuer „Big Boß“ eines Rudels wird, dann tötet er in der Regel zuerst einmal alle jungen Nachkommen seines Vorgängers, und zeugt mit den Weibchen im Rudel „eigene“ Nachkommen, zu denen er dann sozusagen der beste Vater ist. Aus menschlicher Sicht ist dieses Verhalten sicher grausam, aber ein natürlicher Ablauf. Der biologische Sinn ist die eigenen „besseren“ Gene weiterzugeben.

Tierversuche sind aus meiner Sicht im medizinischen Bereich nach wie vor notwendig, nur so ist es beim heutigem Stand der Technik möglich halbwegs sichere ( = nebenwirkungsarme) Medikamente zu entwickeln. Sicher ist die Frage zu stellen, wo die Grenzen zu ziehen sind, aber ohne solche Versuche wären viele medizinischen Vorbeugemaßnahmen, Impfungen usw., die wir als normal und alltäglich kennen, heute nicht möglich.

Natürlich ist die „Würde“ eines Tieres immer zu beachten, aber das sollte man nicht zu sehr emotionalisieren. Und Menschen sind – biologisch gesehen – auch nur Wesen, die im Laufe der Evolution ein wenig Bewusstsein entwickelt haben, und sich damit von dem, was wir als Tiere bezeichnen, nicht allzu sehr unterscheiden.

Gruß
Klaus
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Beitragvon Titus » Do Nov 16, 2006 3:29

die Affen auf Mauritius sind keine einheimische Art - sondern wurden irgendwann eingeschleppt. Es ist also nicht deren natürlicher Lebensraum.

Tierversuche, proo/contra: da hat wohl jeder seine eigene Meinung.
Notfalls einfach alle Laboratorien und deren Auftragsgeber boykottieren; keine Medikamente mehr nehmen, und auf Kosmetika verzichten.
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Beitragvon Joe » Do Nov 16, 2006 9:05

Moin,

ich schliesse mich das der Meinung von Klaus an.

Mir gefallen die Tireversuche auch nicht, aber ich sehe sie als notwendiges Übel an. Lieber zuerst am Tier testen als am Mensch.

Wenn wir darüber anfangen dieses Thema rein emotional zu "diskutieren" dann können wir eh gleich aufhören. Da kommt ausser fest geschlossenen Fronten nix bei rum.
Gruss, Joe
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Beitragvon WolfgangDaerr » Do Nov 16, 2006 12:14

Klaus hat geschrieben:.....Natürlich ist die „Würde“ eines Tieres immer zu beachten, aber das sollte man nicht zu sehr emotionalisieren. Und Menschen sind – biologisch gesehen – auch nur Wesen, die im Laufe der Evolution ein wenig Bewusstsein entwickelt haben, und sich damit von dem, was wir als Tiere bezeichnen, nicht allzu sehr unterscheiden.GrußKlaus

Ich hab auch keine Lösung. :he()

Aber wenn wir schon dabei sind was zum Nachdenken, denn Extrembeispiele machen die Problematik am Deutlichsten:
Was ist bei dieser Argumentation zu den Menschenversuchen zu sagen, die von den Nazis durchgeführt wurden? Ich weiss, emotional sagt nun jeder spontan: "das ist doch ganz was anderes!" Ist es das wirklich?
Es scheint eine normale menschliche Eigenschaft zu sein die eigene "Rasse" als höherwertig zu betrachten, so wie der Junglöwe seine Gene für wertvoller hält und daher die Nachkommen des von ihm besiegten Altlöwen tötet. Der Mensch ist in seinem Verhalten tatsächlich nicht weit vom Tier entfernt, obwohl er es aufgrund seiner "moralischen Möglichkeiten" sein könnte. Aber auch seine "Moral" nutzt er selektiv - moralisches Handeln verlangt er nur, wenn es zu seinem Vorteil ist. Hat er daraus Nachteile, dann verweist er darauf, dass Moral in der Natur nunmal nicht existiere.

Mir wäre eine Welt lieber, in welcher der Mensch seine Schwächen hinnimmt und eben auch früher stirbt, anstatt unvorstellbare Grausamkeiten an der restlichen Schöpfung zu verursachen. Die Linderung des menschlichen Leids, die Verlängerung des menscvhlichen Lebens oder gar die meist nur eingebildete Verschönerung des Äußeren durch Kosmetika sind Ausreden, um die vorhandenen Werte der "Moral" nicht auch gegenüber "minderwertigen Rassen" anwenden zu müssen.
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Beitragvon mac » Do Nov 16, 2006 22:14

Hi Leute,

... also ich bin ganz bei Euch. Kaum einer von uns weiss, wie und in welchem Umfang Tierversuche wirklich
erforderlich sind. Aber ich behaupte, alle von uns haben schon indirekt davon profitiert ... ein schwieriges Thema.

Was uns hier eher interessieren sollte, ist der Umgang mit diesem speziellen Thema in den MRU-Medien.
Wie steht die Bevökerung dazu ? Ist das überhaupt ein Thema ?

Ich finds nachdenkenswert, dass die Touri-Industrie lustig Ausflüge in den besagten Park verkauft, während sich
die Air Mauritius weigert, das "Tiermaterial" zu befördern.

Haben wir hier wieder einen der typischen Gegensätze unserer Insel oder mache ich es mir da zu leicht ?

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Javaner vice Dodo

Beitragvon 15th time » Fr Nov 17, 2006 3:02

Auch wenn Ihr es vermutlich nicht so gerne hören wollt, der Javaneraffe ist vermutlich für die Ausrottung des Dodo auf Mauritius verantwortlich. Solche Sachen passieren immer, wenn der Mensch fremde Arten in ein neues Verbreitungsgebiet verschleppt. Der Javaneraffe kommt ursprünglich in Myanmar (Burma), Thailand, Malaysia, Indonesien und auf den Phillipinen vor, wo er in die natürliche Nahrungskette integriert ist und hat im Indischen Ozean nichts verloren. Dort richtet er in der endemischen Fauna weiterhin großen Schaden an, auch wenn man die einzelnen Tiere nicht für ihr natürliches Verhalten verantwortlich machen kann. Das wurde in der Reportage gestern wohl eher unter den Teppich gekehrt. Ich bin auch gegen jegliche Tierversuche, hätte aber gerne mal einen Dodo kennen gelernt. Also mein persönlicher Plan ist, sämtliche Javaneraffen auf Mauritius einzufangen und zur Arterhaltung, Nachzucht und Wiederbesiedelung des natürlichen Verbreitungsgebietes an alle Zoos der Welt zu verkaufen.
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Beitragvon stefan » Fr Nov 17, 2006 16:57

Dermashaver hat geschrieben:Ich habe so meine Zweifel, ob ich im Ernstfall einen Menschen einem Tier vorziehen würde.




Hi Pewi

das machst du wohl wie du willst, nur im deutschen recht wuerdest du angeklagt werden, wegen unterlassender hilfeleistung und das faende ich wiederum gut.

gruss
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