ich habe lange überlegt, ob ich unseren Urlaubs-Mauritius-Bericht überhaupt in das Forum setzen soll und nun aber beschlossen, dass ich es tue, da ich im Vorfeld auch viele nützliche Hinweise hier über das Forum erhalten habe (vielen lieben Dank noch mal dafür) und ich denke, dass es auch nicht schaden kann, auch mal von jemanden zu hören, der nicht zum Mauritius-Fan geworden ist. Also, ich fange einfach mal an zu berichten:
Wir waren 3 Wochen im Juni auf MRU, haben uns riesig darauf gefreut, zumal wir auch dort heirateten. Es sollte etwas ganz Besonderes werden. Gewohnt haben wir im Hotel La Pirogue in Flic en Flac. Das Hotel bestehend aus vielen Doppelbungalows in einer wunderschönen, ja traumhaften Gartenanlage mit vielen Palmen, Blüten, grünen Rasen– alles sehr gepflegt und direkt am traumhaft schönen Sandstrand, der nie überfüllt war! Problemlos haben wir immer ein Schattenplätzchen unter einem der Sonnenschirme gefunden. Auch das Essen war wirklich köstlich. Da gab es einfach gar nichts zu meckern. Es gab lediglich 2 Dinge, die unsere Urlaubsfreuden in dem Hotel etwas trübten. Zum einen hatten wir zunächst ein Bungalow (Nr.81), relativ nahe an der Rezeption und dort hörte man Abends in voller Lautstärke das Abendprogramm in seinem Bungalow, selbst mit Oropax hörte man noch den Bass. Da wir sehr Ruhe suchend sind hat uns dies doch erheblich gestört. Schon nach der 1.Nacht war uns klar, dass wir hier nicht bleiben wollen (das Abendprogramm ging von 22.00-24.00h) und wir baten an der Rezeption um ein ruhigeres Bungalow. Zum Glück haben wir dann am 3.Tag schon umziehen können und bekamen in der hintersten Reihe einen Bungalow (Nr.2). Dort war es erheblich ruhiger, aber selbst hier hörte man noch die Musik. Damit konnten wir dann aber leben, wenngleich uns absolute Ruhe (Palmen- und Meerrauschen) noch lieber gewesen wäre…
In unserem neuen Bungi (Nr.2) war dann auch noch irgendein undefinierbarer Geruch. Wir machten uns immer lustig darüber, dass vermutlich ein toter Gekko unterm Bett liegt. Wir haben nie herausgefunden, was das eigentlich für ein Geruch war, es lag aber kein toter Gekko unterm Bett (ich kam einmal dazu, als das Zimmer gereinigt wurde und das Personal hatte zur Reinigung sogar die Betten zur Seite geschoben). Wie auch immer, wir konnten zwar damit leben, aber ohne diesen Geruch, der im vorherigen Bungi nicht war, hätten wir es auch nicht übel gefunden. Wir wollten aber auch nicht noch mal umziehen, wären uns auch irgendwie blöd vorgekommen…
Als störend haben wir noch etwas anderes empfunden: Die Strandfreuden wurden für unseren Geschmack (und wie gesagt, wir sind sehr Ruhe suchend!) durch die vielen Händler am Strand getrübt. Den ganzen Tag gingen die Händler auf und ab und man wurde ständig und immer und immer wieder angesprochen. Wir fanden das einfach lästig. Gut, die meisten sind dann, wenn man nein sagte auch direkt weiter gegangen, viele aber versuchten dann durch kurze Diskussionen einem doch etwas schmackhaft zu machen von der Ware (meist Tücher, Ketten… etc.). Jedenfalls wurde man wirklich ständig angesprochen, einfach nervig. Wir hatten so etwas noch nie erlebt, war unser 1.Urlaub außerhalb Europas. Und ich muss sagen: Trotz des traumhaft schönen Strandes haben wir unsere innere Ruhe in diesem Urlaub einfach nicht so richtig finden können, wie in unseren anderen Urlauben… Tagsüber die Händler, abends die laute Musik…
In Zukunft wollen wir einfach wirklich darauf achten, dass wir möglichst nur noch Hotels ohne Abendprogramm buchen, da wir dieses auch gar nicht beanspruchen und brauchen und wenn wir es dann im Zimmer unfreiwillig noch hören müssen, ist das einfach nervend! Was die Händler am Strand betrifft so weiß ich nicht, ob das überall auf Mauritius so ist? Dulden das alle Hotels? Wir haben noch ein Pärchen kennen gelernt, die im Norden von Mauritius im Hotel Le Victoria wohnten. Dort war es mit den Händlern genauso gewesen… Für uns ganz klar ein Punkt, weshalb es uns nicht mehr nach Mauritus zieht. Es mag für viele Mauritiusanhänger vielleicht unverständlich sein, dass wir so darüber denken, aber es ist eben unser ganz persönliches Gefühl und uns störte es einfach! Wie gesagt, trotz der 3 Wochen, konnte wir auf MRU nicht so unsere innere Ruhe finden…
Die Hochzeit an sich verlief alles in allem prima. Es war alles Bestens organisiert! Nur unser Standesbeamte war vielleicht etwas steif und nuschelte etwas und unsere Dolmetscherin hatte allem Anschein nach nicht so die rechte Lust… Aber trotzdem war es ein schöner, unvergesslicher Tag, mit wunderschönen Bildern zur Erinnerung (vom Hotelfotografen) und abends einem unvergesslichen Candle-Light-Dinner am Strand, welches diesen unseren Tag abrundete. Das Hotel La Pirogue hat auch eigens eine Hochzeitsoase im Garten, wo man sich trauen lassen kann, wirklich sehr idyllisch. Man kann sich aber auch an jedem anderen Ort, je nach Wunsch trauen lassen. Das La Pirogue ist, so unser Eindruck ein Hotel mit sehr vielen Flitterwöchnern und auch Paaren, die direkt dort heiraten. In der Regel gab es täglich mindestens eine Trauung.
Einige Tage hatten wir auch ein Taxi gemietet und die Insel erkundet. Insgesamt waren wir doch erstaunt, denn uns war vorher nicht bewusst, wie viel Verkehr auf dieser Insel herrscht. Auf der ca. 65 km langen und 45 km breiten Insel, die mit 65 (oder sogar 75?) Prozent Zuckerrohrfeldern bedeckt ist, leben 1,2 Millionen Menschen + Touristen! Die Fahrerei, obwohl wir ja nicht mal selbst fuhren, machte nicht wirklich Spaß. Man kam nur langsam voran, steckte immer wieder in Stop-and-Go-Verkehr, verlor viel Zeit und es war einfach anstrengend. Für etwa 40 km brauchte man ca. 2.Stunden. Dass das Fahren auf MRU so mühsam sein würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir waren aber heilfroh, dass wir uns für ein Taxi und nicht für einen Mietwagen entschieden hatten! Schon alleine wegen dem links Fahren, aber auch wegen dem vielen Verkehr und der insgesamt mehr schlecht als rechten Beschilderung. Wir hätten wohl sicher so manches Ziel nicht oder nur sehr schwer gefunden und unser einheimischer Taxifahrer kennt die Insel wie seine Westentasche und durch ihn haben wir auch noch Dinge gesehen, die wir so nie gesehen hätten.
Was wir auch nicht erwaret hatten, dass viele der Naturspektakel (Wasserfälle z.B.) direkt angefahren werden können. Man parkt direkt am Parkplatz dort, steigt aus, läuft wenige Meter, hat einen gigantisch schönen Ausblick, macht ein Bild und fährt weiter… Das Natur-Pur-Erlebniss hatten wir auf Mauritius viel seltener, als wir uns das erträumt/erwartet hatten, da einfach immer noch andere Touristen und Autos/Straßen nahe waren…
Auch erschrocken war ich persönlich, obwohl ich es vorher wusste, über die doch auch, für meine Begriffe, große Armut auf Mauritius. Die Einheimischen leben teilweise in wirklich herunter gekommen „Hütten“. Überall liegt Dreck… Es war oft kein so erbaulicher Anblick.
Auch hatten wir persönlich nicht das Gefühl, dass die Zufriedenheit der Bevölkerung wirklich so groß ist, wie immer gesagt wird. Immer wieder, schon der Taxifahrer am Anreisetag, der uns vom Flughafen ins Hotel fuhr, jammerten uns Einheimische vor, wie teuer alles sei und wie wenig man verdienen würde…
Wir hatten ferner den Eindruck, dass die Einheimischen von uns wiederum denken, dass wir steinreich sein müssten, wenn wir uns einen solchen Urlaub leisten können… und auch entsprechend Trinkgelder erwarteten bzw. fühlten wir uns hin und wieder regelrecht „abgezockt“. Das wir lange auf diesen Urlaub hingespart hatten und gar nicht so steinreich sind, wie es erscheinen mag, das weiß natürlich keiner…
Natürlich empfindet es jeder anders bzw. erwartet, erträumt sich jeder etwas anderes und es mag auch Einstellungssache sein… das ist klar. Das, was ich hier beschrieben habe ist eben nur meine/unsere subjektive Empfindung. Was uns betrifft werden wir wohl keine Wiederholungstäter. Es war interessant Mauritus einmal zu sehen und zu erleben, aber für uns war es nicht der ultimative Traumurlaub und deshalb wohl der einzige Urlaub auf MRU. Vielleicht waren ja auch einfach unsere Erwartungen zu hoch…?
Ein Wort noch zum Schluss an alle die, die mir Mut gemacht hatten, es doch mit dem Schnorcheln mal zu versuchen. Vielen Dank noch mal für Eure Mut machenden Worte! Ich habe mich tatsächlich – hatte ja viel Angst davor – überwunden und es war ein wunderbares Erlebnis, die Unterwasserwelt zu sehen!
Was die Stechmücken anging, auch darüber habe ich mit vielen hier im Forum gesprochen: Im Landesinneren wurden wir ab und zu mal erwischt, aber es war nicht übermäßig und im Hotel haben wir glaube ich keinen einzigen Stich abbekommen. Also ein Mückennetz mitzunehmen ist nicht nötig!
Ich hoffe, Ihr zerreisst mich jetzt nicht in der Luft, weil der Bericht eben nicht ganz so positiv ausffällt und wir vieles als nicht so schön empfunden haben. Wie gesagt, ist rein unser subjektives Empfinden…
Viele Grüße,
Stef



















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