Hallöchen!
Also, ich denke, an der sehr rigiden Entrance-Politik sind wir Touristen selbst nicht ganz unschuldig - zumindest manche: nachdem wir z.B. letztes Jahr zu unserem Leidwesen feststellen mussten, dass die Freitags-Happy Hour im Sands Resort, die sich großer Beliebtheit bei einheimischen Gästen erfreut hatte, abgeschafft worden war, wurde mein erster Verdacht zumindest gerüchteweise bestätigt, dass nämlich Beschwerden von Hotelgästen dem Spaß ein Ende bereitet hatten.
Das Pirogue kenn ich ja noch aus der Zeit, als man dort gegen Eintritt hineinkonnte - sowohl tagsüber als auch am Abend, sicher begünstigt durch den Umstand, dass damals auch noch ein Casino im Hotel war. Wir haben das immer großartig gefunden, dass man auch im Hotel Mauritianer traf, die Stimmung war insgesamt lebendiger, und am Sega-Abend konnten die Touris mal sehen, wie hier Party gemacht wird - da wurde nämlich kräftig abgetanzt nach dem Showteil, sehr cool.
Ich kann mich auch an keine Gelegenheit erinnern, wo es Probleme gegeben hätte durch die Open-House-Politik, aber schon möglich, dass sich auch hier mal jemand beschwert hat darüber.
Mit der Renovierung 2003 war es dann vorbei damit, das Casino ist ausgezogen, und außer den Hotelgästen kam überhaupt niemand mehr hinein. Damals gab es auch Geschäftsreisende, die beklagten, dass sie sich mit mauritianischen Geschäftspartnern nicht mehr wie früher im Hotel treffen konnten, weil die eben nicht reingelassen wurden - auch mit Namen und Einladung nicht.
Muss ich es extra erwähnen, wie ich diese neue Politik beurteilt habe?

Übrigens war das bei weitem nicht das einzige, was wir dem damaligen Manager vorgeworfen haben. Mittlerweile gibt es ja einen neuen, und die Regeln wurden wieder ein ganz klein wenig gelockert. Dass man nicht mehr zurückkehrt zu den früheren Gepflogenheiten finde ich schade, ich habe es aber realistischerweise auch nicht zu hoffen gewagt.
Wohlgemerkt, ich bin nicht so blauäugig zu denken, dass alles ganz toll wäre, wenn jeder überall reinspazieren könnte - aber die Lösung mit Eintrittsgebühr fand ich sehr praktikabel.
Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass einerseits tatsächlich manche Touris so ruhebedürftig oder auch zickig sind, dass sie es nicht aushalten, wenn ein Stück echtes Leben in ihre künstliche Ferienwelt eindringt, andererseits agieren Hotelmanagements wohl auch oft in vorauseilendem Gehorsam. Ich denke aber, dass meist kein Rassismus dahinter steckt, sondern einzig das Bestreben, die geldbringenden Gäste nicht zu vergraulen.
lg,
ingrid