Auszug aus unserer Tageszeitung vom 25.08.2007
"Oh, you are German? You know Jürgen Klinsmann?" Der Taxifahrer blickt stirnrunzelnd in den Rückspiegel. Nachdem die unerwartete Frage etwas verdutzt bejaht wird, berichtet der Mann stolz, das er vor Jahren den Exil-Fußball-Nationalspieler höchstpersönlich chauffiert habe. Dann schiebt er die nächste Frage hinterher. "And Boris Becker?" Dem Fahrer scheint das Frage-Antwort-Spiel zu gafallen. Weiter geht es mit Patrick Haberland. Der erfolgreiche Radprofi sei zwar kein Deutscher, aber vielleicht ebenfalls bekannt? Als die Antwort mit Nein ausfällt, erzählt er von Haberland,der vor einigen Jahren seinen Wohnsitz auf Mauritius aufgeschlagen hat und mittlerweile sogar eine erfolgreiche Outdoor-Agentur für Rad-und Klettertouren gegründet hat. Auf Mauritius? In der allgemeinen Vorstellung wird Mauritius eher mit endlosen Sandstränden und luxuriösen Hotels auf höchster Ebene in Verbindung gebracht. Doch Haberland und eine stets wachsende Zahl weiterer Anbieter von Outdoor-Aktivitäten hätten nich so viel Erfolg, wenn es nicht ein entsprchendes Tummelfeld gäbe.Sieben Tage Outdoor-Aktionen ohne Meerkontakt.
Los geht es mit Wandern und und dem 812 Meter hohen Le Pouce, dessen Spitze wie ein Daumen aussieht,und dem man seine vulkanische Vergangenheit deutlich ansieht.Der 3 1/2stündige schweißtreibende Aufstieg windet sich in steilen Kehren hinauf, wird jedoch mit einem herrlichen Blick auf die Hauptstadt, den Nachbargipfel Pieter Both und fast die gesamte Insel belohnt.
Mourne Prabant-dieser 536 Meter hohe Tafelberg im Südwesten der Insel stellt ebenfalls ein lohnendes Ziel dar, und zwar in der Rubrik Klettern. Auf jeden Fall ist seine Steilwand nur geübten Kletterern zu empfehlen und eine echte Herausforderung.
Um in Form zu kommen, empfiehlt es sich, dem nahe gelegen und relativ neuen Hochseilgarten Parc Aventure Chamarel einen Besuch abzustatten.
Dort holt man Sich auf 2 Rundgängen den richtigen Mut für anspruchsvollere Kletterrouten ala Morne Prabant.Der "Mille-feuilles cours", der über Baumstämme,Netze und Seilbrücken führt, ist spannend, aber aus technischer Hinsicht harmlos. Beim etwa 1 stündigen "Aventure course" geht es deutlich mehr zur Sache - und höher.In bis zu 30 metern Höhe wandeln dort die Teinehmer über dem 12 Hektar großen Parkareal.
Als nächstes steht "waterfall climbing" oder auch "canyonig" genannt wird auf dem Programm. Dabei folgen die angeseilten Teilnehmer dem Lauf des Wildwasser in mehreren Kaskaden, die auf mehr als 100 Meter Höhenunterschied kommen. 15 "Abseilings", einige Flussdurchquerungen und 2 natürlichen Wasserrutschen später steht fest:
Die Black-River-Gorges-Tour im gleichnamigen Nationalpark sorgt für jede Menge Adrenalinkicks - und für ein dringendes Schlafbedürfnis, das beim Biwakieren inmitten des 6500 Hecktar Nationalparks ausgelebt werden kann.
Aktion Nummer sechs in Haberlands Domäne: Mountanbiken durch den gesammten Süden der Insel. Es geht über holprige Schotterpisten und schlecht ausgebaute Bergstrassen - immer mit Wahnsinnsblick auf das Meer.
Um einiges brachialer gesteltet sich schließlich die Tour mit dem "Camel-Trophy"-Jeep am Tag Sieben. Quer feldein wälzt sich der Geländewagen durch Wasserlöcher, Zuckerrohrfelder und über halb zugewachsene Waldwege. Die hin und wieder auftauchenden Java-Hirsche, Wildschweine und Affen scheinen das Spektakel zu kennen. Unbeeindruckt setzen sie ihre Wege durch den Naturpark Domaine du Chasseur fort.
Beeindruckend ist hingegen eher, das selbst ein solches Angebot unter dem Motto "Eco Tourism" läuft, der seit einiger Zeit von der Regierung gefördert wird.
Das Fazit nach einer Woche Outdoor-Mauritius: Sicher wird kein ausgewiesener Outdoor-Profi allein des Naturabenteuers willen nach Mauritius reisen, dafür gibt es eine Reihe aufregendere Destinationen. Aber eines ist klar. Mauritius bietet weit mehr als Meer - sportliche Abwechslung für mehr als eine Woche.
Ob das die urlaubenden Sport-Promis gewußt haben?















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