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Ich bin nach Mauritius ausgewandert

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Beitragvon Werner » Mo Okt 17, 2005 13:23

Hallo Stefan.!
Ich bin der Meinung,daß du und Klaus und ich (und auch polo,wenn ich ihn richtig verstanden habe )
gar nicht so weit auseinander liegen:
Jeder ist eine andere Persönlichkeit,sieht das aus einem etwas anderen Blickwinkel und betont das Eine mehr,das Andere weniger.

Aber im Kern haben wir das selbe beobachtet und ganz ähnlich
ausgewertet.
_______________________________________

Ein paar Punkte :

In großen Betrieben...wie z.Bsp.:Air Mauritius MUSS nach Proporz besetzt werden...klar.
In kleinen (Familien-) Betrieben besetzt man nach *Lust u Laune*...

Daß die Inder und Chinesen excessiv arbeiten...ist unbestritten und ein Grund für deren Aufstieg.
...und auch ein Grund für den Aufstieg der Insel...

Pers.Anm.:
Ich habe keine *Ängste*...ich konstatiere nur,was ich sehe...ich bin Historiker :mrgreen: :mrgreen:
_____________________________________

Das *Multi-Kulti* in MRU würde ich so charakterisieren:

Mischt man in ein Gefäß verschiedene Farben...so vermischen sie sich und bilden eine neue Farbe.:
Sie bilden eine *stabile Mischung* (chem.Fachausdruck)

In Mauritius aber werden in ein Gefäß verschieden-farbige Kugeln oder Klicker eingefüllt:
Dreht man das Gefäß wieder um,so fallen wieder die verschieden-farbigen Kugeln einzelnen heraus:
Sie haben sich eben nicht vermischt...sie haben sich *vermengt*...

Nach meiner Meinung leben die verschiedenen Ethnien in MRU nebeneinander her...:
Sie machen Politik zusammen...(weil es nicht anders geht.)
Sie machen Geschäfte zusammen...(weil es nicht anders geht.)
Sie hauen sich NICHT die Schädel ein...(weil es nicht anders geht.)

...aber sie vermischen sich nicht und leben auf engstem Raum nebeneinander her...
(von kleinen Ausnahmen abgesehen)

Münzen + Scheine von Mauritius

http://www.mauritius-tipps.de/werner/index.html
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Beitragvon Dajana » Mo Okt 17, 2005 15:25

Das Thema is wircklich sehr interessant. Man könnte darüber stundenlang reden.
Ich glaube das wir nebenbei nicht vergessen sollen, dass wir (die meisten von uns) nach Mauritius reisen um uns zu erholen, etwas von einem anderen Land zu sehen, auch und nicht zuletzt, damit wenn wir wieder heim kommen unser Alttag schätzen wissen.
ES gibt so viel Armut auf unseren Welt, dass wir tatschlich den ganzen Tag durch weinen sollten.
Tourismus gibt vielen Maurizianer die Arbeit und sichert einen besseren Standard. Die Maurizianer sind sehr stolz auf die Insel, deren Schönheit und auf den Spruch "Paradies
- Insel".
Schliesslich ist die Werbung für Mauritius ja nicht - Land des Wohlstandes, sondern Paradies für Urlaub und Erholung. Wegen des Wohlstandes reisen ja viele Mauritaner aus und versuchen ihr Leben in Europa aufzubauen.
Gerade darum sollen wir auch reisen um den Menschen dort die Entwicklung im Tourismus zu ermöglichen.
Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich auf Alle Fälle umziehen und versuchen meinen kleinen Beitrag der Entwicklung zu geben (in irgend einer From)

Gruss an Alle
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Beitragvon stefan » Di Okt 18, 2005 10:16

es ist wirklich ein thema worueber man stunden lang sprechen koennte, weil es ist weitreichender, den es spielen viele aspekte eine rolle, die man nicht einfach blind ueber einen kamm scheren darf.

werner wir liegen nicht weit auseinander, bis auf die storys vom hoeren sagen, denn damit konnte ich noch nie viel anfangen :wink)

und meine frage wurde nicht beantwortet :mrgreen:

aber ist ok, denn in jedem land gibt es schwierigkeiten, das paradies gibt es leider nicht.

gruss
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Beitragvon ManuelaK » Di Okt 18, 2005 12:52

Stefan, es stimmt, dass es mir an Reiseerfahrung fehlt. Aber das heißt nicht, dass ich nichts über andere Länder weiß. Dass weder die USA noch Asien das Paradies sind, weiß man, und ins schwärzeste Afrika würde auch niemand auf Hochzeitsreise fahren.

Aber über Mauritius werden einfach zu viele Klischees verbreitet. Und da kann man noch so viele Reiseführer wälzen, wird man die bittere Wahrheit dort drin nicht erfahren. Dass es in jedem Land arme Leute gibt, ist klar, davon gibt es auch in Europa viel zu viele. Aber Länder wie Polen oder Rumänien würde man auch nicht als das Paradies verkaufen...

Wenn ich hier eine Umfrage auf der Straße machen würde, würde wohl niemand wissen, dass Mauritius ein Entwicklungsland ist. Die wenigsten würden überhaupt wissen, wo es genau liegt, aber jeder würde sagen, dass es dort paradiesisch schön ist. Wetten? :wink)
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Beitragvon stefan » Di Okt 18, 2005 13:11

hi ManuelaK, weisst du was mich ein wenig aergert, ist du sprichst von wahrheit, welche warheit ManuelaK?
ich bin kein verfechter mauritianischer paradisischer gedanken, ist moechte das die leute immer eine sache aus verschiedenen blickwinkeln betrachten.
was man am ende mag, liegt an einem selber, was ja auch gut ist, denn das macht unsere kleine welt so bunt.

aber die wahrheit, wodrueber?
du sagtest, die im reisebuero haette die augenverdreht oder sonst was...was dreht die an den augen, mauritius hat tausende, die wiederkommen, weils ihnen halt gut gefaellt und andere wir dir, drehen der insel den ruecken zu. nun gut, ich kann es auch verstehen, nur muss man fair bleiben.
mauritius ist kein entwicklungsland, im sinne von dunkel afrika!
armut hast du ueberall! aber hier ist die armut, nicht so arm, das hier irgend jemand verhungern muesste. das menschen in wellblechhuetten leben, ist nicht das ende der welt und wohl nicht vergleichbar aus deinem wohnort.

darum bitte fair play im sinne, ok mauritius hat mir nicht gefallen, weil ich noch nie gesehen habe, das menschen in wellblechuetten leben.
das die haeuserwaende, in den staedten aussehen, als haetten sie versucht von wien abzufaerben.
es hat dir einfach nicht gefallen und das ist es und es duerfte dir sehr geholfen haben, wieder zu sehen, in welchem wohlstandsland du lebst :wink)

gruesse
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Danke für die vielen Berichte

Beitragvon Polo » Di Okt 18, 2005 15:17

Danke für die vielen Berichte,

Und ich entschuldige mich dafür, daß ich nicht wußte, daß das hier nicht ein, sondern das Forum ist.
Anne fragt, was ich denn so mache am Le Morne. Ich habe mir meinen Traum erfüllt, ein Bed & Breakfast zu eröffnen. Hier unsere Homepage: www.mauritius-lrc.com. Paradies hin, Paradies her, auch ich brauche das Synonym.
Leider bauen wir schon zwei Jahre und sind immer noch nicht fertig. Das liegt auch daran, daß ich vieles selber mache und man sich auf hiesige „Masons oder gar halsabschneidende Contractors“ nicht verlassen kann. Ich bin mit einer Kreolin verheiratet und habe eine Tochter. Meine Frau vermittelt mir viel vom mauritischen Leben. Dadurch, daß ich beim Hausbau nicht alles „machen lasse“, sondern selbst organisiere, baue, einkaufe, verhandele etc. erfahre ich etliche Dinge, die mir sonst verborgen geblieben wären. Ich fahre mit meinen Pickup über Mauritius, um die Baumaterialien zu bekommen, sehe Gegenden, spreche Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und aus verschiedenen Glaubensrichtungen. Oberflächlich fing ich an zu kategorisieren. Chinesen, oft seit mehreren Generationen schon hier, längst nicht mehr in der Chinatown von Port Louis lebend, führen die Hardwareshops und besitzen etliche „General Merchandiser“-Lizenzen. Hindus sind die Angestellten schlechthin, ob in Banken, staatlichen Einrichtungen oder generell im Dienstleistungsgewerbe, oft in führenden Positionen. Die weißen Mauritianer haben Privilegien, besonders bei bestimmten Banken, besitzen eigene Unternehmen und Ländereien auf Mauritius. Versuchen aus ehemaligen Zuckerrohrfäldern „Morcellements“ (parcellierte Wohngegenden) zu machen. Erhalten oft nur mit Schmiergeld (cup of Tea) Genehmigungen. Daher gibt es kaum natürlich gewachsene Städte. Ich möchte sicherlich nicht ins Detail gehen, denn ich möchte nicht denunzieren. Auch Moslems bleiben unter sich und arbeiten nur mit Moslems oder für Weiße, die man teils auch über den Tisch ziehen kann. Übrig bleiben die Kreolen, die „nur“ noch handwerkliche Dienste tätigen, sich also die Hände schmutzig machen müssen. Klingt zwar sehr viel nach Vorurteilen, darin steckt aber auch viel Wahrheit. Der Staat hat es schwierig, alles unter „Dach und Fach“ zu bringen. Ein noch überschaubares Land mit vielen kulturellen Unterschieden. Zuckerrohr und Textilindustrie wurden durch den Tourismus abgelöst. Ist ertragreicher. Keiner wollte jedoch die gleichen Fehler machen, wie in asiatischen Ländern: Bettenburgen, unkontrollierbarer Tourismus mit vielen Individualtouristen. Daher fing es mit genehmigungen für ausschließlich Linienflügen an. Die Einnahmen gingen anfangs direkt in die Tasche des Staates. Das Volk wollte aber mitverdienen empfindet den Schritt in den „westlichen“ Luxus als persönliche Zukunft aus der Armut. Nebenbei steigen die Preise allerorts. Natürlich ist Mauritius abhängig von der Weltwirtschaft. Gerade, wenn der Erdölpreis steigt ...
Viele können sich Grundstücke für ihr haus nicht leisten, auch wenn sie sich über generationen verschulden. Besonders die Kreolen. Wenn sie dann einmal mit einer Wellblechhütte angefangen, sich an einem Küstenabschnitt niederlassen, folgen andere. Die Gefahr, sie dort zu vertreiben, bürgt kriminelles Potenzial. Deshalb werden sie tolleriert. Für den“legalen“ Schritt, ein Grundstück am Meer zu erwerben schwinden zunehmends. Die Elendsbehausungen aber steigen. Die Regierung plant immer wieder Low Income Housing Complexes“. Dagegen protestieren die umliegenden Gemeinden. Eigentlich sind es „Ghettos“, die enstehen sollen. Davon gibt es einige auf Mauritius. Man bleibt denen besser fern.
Klaus schreibt, daß er von bewaffneten Moslems in port Louis gehört hat. Wenn ich sagen kann, daß es kriminelle Gegenden auf Mauritius gibt, kann ich Port Louis nennen. Auch das nördliche Touristenzenterum ist nicht ganz ungefährlich. ABER: Im Vergleich mit anderen Nationen oder gegenden, wo „viel geld“ ist, ist Mauritius harmlos. Mauritius, eines der dichtbesiedelsten Länder der Erde! Ich fühle mich aber sicher!!!
Die kriminellen Erfahrungen, die ich machte, macht, denke ich, fast jeder in seinem Leben (wenn man es nicht provoziert). Zu Port Louis. Das moslemische Viertel heißt Plain Vert und die bewaffneten dort handeln mit Drogen und Prostitution.
Ich bin gebürtiger Berliner*, habe in Frankfurt, Düsseldorf, Budapest, San Francisco gelebt und die Welt bereist und finde es „normal“. So ist eben die Welt. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich Port Louis am spannendsten von Mauritius. Ich nehme keine Drogen und gehe nicht zu Prostituierten. Ich morde ja auch nicht oder überfalle Banken, also tangiert mich das nicht. Nebenbei muß ich in Port Louis aufpassen, daß mein Auto immer abgeschlossen ist. Ich erblickte schon jemanden, der mein Auto „aufmachen“ wollte. Ich wurde bereits zwei Male angesprochen, ob ich nicht Interesse an einer gestohlenen Digital kamera habe. Der Mann hatte eine Tüte bei sich, in der eine Verpackung einer DigCam von Sony war. Wohlgemerkt nur die Verpackung, gefüllt wahrscheinlich mit Steinen. Er vermied es, daß ich die Tüte anhebe. Ich tat es und verhielt mich interessiert. Leider war kein Polizist in der Nähe. Also, aufpassen. Nie blauäugig sein, weil man günstig an etwas `ran kommen kann!
Klaus, genauso ist es, Du bekommst auf Deinen Reisen schon einiges mit! Das mit der „Multi-Kulti-Gesellschaft” hast Du auch gut erkannt.
Also, hören wir auf, vom Paradies zu sprechen. Klingt sowieso eher nach „übersinnlichem“ und nicht von diesem Planeten.

* Als Berliner habe ich mir ein Andenken mitgebracht. Wahrscheinlich sind wir die einzigen auf Mauritius, die eine Berliner Mauer (bzw. ein Teil davon) ins haus integriert haben.

Jedenfalls, wir selber hatten über 70 Arbeiter hier am Bau, die ich kontrollieren musste. Ich erkannte, wie die Kreolen, Moslems oder Hindus sich verhalten...

Mich würde mal interessieren, was Stefan auf Mauritius macht. Habe die kleine Mauritische Flagge gesehen. Stefan, genauso denke ich auch. Man muss nicht nur mit den Nachteilen klar kommen. Denn man muss versuchen, sich nicht damit zu konfrontieren und eher die schönen Seiten an sich heran lassen. Das ewige gemecker gibt einem doch nur schlechte Laune. Und vorsicht, wenn man diese äußert, als Fremder in einem Land, egal wo, stößt man anderen ghegen den Kopf. Die werden einen für arrogant halten. So ist es.
Ich habe schon längst festgestellt, daß ich glücklich auf Mauritius bin. Ich war auch anderswo glücklich. Auch mich zog es immer wieder in wärmere Gegenden. Thema in Deutschland ist das Wetter. Jaja, leider aber nicht nur das, jeder weiß, daß vieles in D schwieriger geworden ist...!
Ich traf aber neulich ein deutsches Touristenpaar am Le Morne. Sie buchten drei Wochen in einem der Hotels. Ich unterhielt mich fast 1 Stunde über Deutschland und Mauritius. Sie schwärmten von Mauritius (es schien ja auch gerade die Sonne) und Deutschland hat fast nur schlechte Noten bekommen. Ich dachte mir so, milde ausgedrückt, traurig, traurig. Da können „die beiden“ sich leisten in eines der teuersten Hotels zu gehen, auf eine der teuersten Ferieninseln zu fliegen,... anscheinend geht es ihnen noch ziemlich gut,... warum meckern die???
Ich war immer nur Individualtourist und bin in den letzten Löchern dieser Erde abgestiegen. Ich war froh um jede Erfahrung und stolz, mehr erfahren zu haben als diejenigen, die sich noch nicht einmal aus dem Bus trauen, um auf dem Markt eine Ananas zu kaufen, weil der reiseführer auf Taschendiebe hingewiesen hat. Vorsicht beim hinsetzen im Bus, vielleicht ist darunter ein Sprengsatz versteckt. Nein, verzeiht mir die Ironie. Aber ich kann nicht anders.
Ich klopfe immer wieder auf Holz, wenn ich erkennen muß, wie sicher doch Mauritius eigentlich ist. Sprengsätze auf Bali, London, Madrid,. Tsunamis dort usw. Unwetter in Deutschland. Und überhaupt...
Da schreibt mir ein Freund, er hatte Bali gebucht. Er saß drei Stunden im Reisebüro, um umzubuchen. Jetzt geht es auf die Malediven. Ich frage mich, ob er schon vergaß, daß es nicht das erste Mal eine Bombe in Kuta / Legian Beach hochging? Und, rechnet er nicht mit einem Tsunami auf den Malediven. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Flieger abstürzt, verglichen mit einem Erdbeben in Pakistan?

Auf La Reunion gibt es auch tätige Vulkane. Hoffen wir, daß keiner dieser Mauritius mal mit Asche bedeckt. Keiner würde mehr kommen.

So, genug kritisiert.

Stefan schreibt ganz richtig, daß Mauritier mit ihren kulturellen Unterschieden so bleiben sollen und nichts versuchen sollte, sie zu verändern. Die“Stories“, wo keine sind, sind Gerüchte. Mauritier lieben Gerüchte und machen vieles schlecht. So ist es egal, was DU tust, wenn Du nicht der gleichen rasse oder religion angehörst. „Sie“ werden über dich reden. Bist du z.B. großzügig, giltst du als arrogant. Bist du aber zurrückhaltend, hast du deinen Ruf weg als „crab“, sprich: geizig! Eine bekannte Geschichte ist die des kreolischen Nachbarn, der, wenn er ausging, mit dem Taxi fuhr und jeder über ihn als „Gran noir“ (Angeber) sprach. Er verspürte Ablehnung und fuhr seitdem mit dem Bus. Seitdem ist er der „Crab „ (Geizige). So oder so ist es egal, was du tust. Ich sage mir, ist mir egal, was andere denken. Mauritiern ist es nicht egal. Sie wollen mehr zeigen, als sie in Wirklichkeit sind. Aus Tradition oder Glaube sagen sie Dinge, die nicht zutreffen um bestimmte Reaktionen abzuwarten. Aber selten geben sie kund, welche wahre Meinung sie haben. Es vermittelt mir oft ein mit Kompexen belastetes Gehabe.
Kreolen sind belastet. Ihre Vorfahren waren Sklaven. Auch die Inder waren Sklaven. Diese aber haben eine längere indische Kultur, auf die sie stolz sein können. Die mauritischen Kreolen haben Angst und oft nicht die „Power“ Dinge zu verändern. Sie sehen es als ausweglos. Daher sind auch sie eine Gruppe, die zusammen halten. Für uns Weiße ist es dennoch am „einfachsten“ in das mauritische leben eines Kreolen „hineinzukommen“ oder gewisse Einblicke zu erhalten. Auch Ehen mit Europäern werden fast ausschließlich mit Kreolen geschlossen.

Zur Arbeitslosigkeit. Abgesehen von Kreolen finden die meisten einen Job, auch wenn er schlecht bezahlt wird. Chinesen arbeiten in ihren Familienbetrieben, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Das glkeiche gilt für Hindus und Moslems oder Weiße. Die höchste Arbeitslosigkeit gibt es unter den Kreolen, die überwiegend im Süden leben. Man kann jetzt sehr schnell behaupten, daß die ja nur zu faul zum Arbeiten sind. Ich als Deutscher habe nur allzu viel über solche Vorurteile im eigenen Land mitbekommen. Kreolen haben kaum Chancen. Sie sind die Außenseiter. Die wenigen Chancen finden sie im Tourismussektor. Auch wenn es selten ist, daß ein Kreole aufsteigt und eine Führungsposition wird. Wenn es denn so ist, verhält er sich nicht anders, als andere Mauritier sich verhalten würden: Er stellt auch nur noch Kreolen ein. Man bleibt wieder unter sich. Vorteil vieler Moslems, Chinesen oder Hindus ist, daß sie überwiegend auch die Natioonalsprache sprechen. Aus stolz: englisch. Die Kreolen bleiben bei ihrem kreolisch. FrancoMauritier (FM) hassen englisch. Kennt man ja auch aus Frankreich. Der Sprachschatz eines FM verbannt alle englischen Wörter. Spricht man aber kein französisch, versuchen sie es noch zwei Male mit einem französisch zu sprechen. Entweder sie ignorieren dich oder starten mit dem verhassten englisch, wenn es denn sein muß.
Wenn ich für Mauritius eine Sympatiescala erstellen müsste, würde sie so aussehen. Kreolen (+++), (passen auch am Besten nach Mauritius), dann die Hindus (++), Moslems (+), Chinesen (+/–) und als Schlusslicht die FM`s (–). Meine Meinung. Würde mich mal interessieren, ob jemand es anders sieht.

Jetzt aber Schluß mit dem Insidergequatsche. Viele haben sicherlich gar keine Lust so intensiv zu erfahren, was Mauritius so hergibt, oder?
An alle, die gerne hier Urlaub machen: ich lebe hier und ich lebe gerne hier. In den Jahren habe ich viele Hotels persönlich besucht und kennen gelernt. Über Freunde, Bekannte, Verwandte war ich hier und dort, um dort nicht zu übernachten, aber den Tag zu verbringen. Alles Hotels mit 5* oder 5*+. Alle, die vom schönen Mauritius schwärmen, meinen sicherlich den Bereich innerhalb der Hotelanlagen. Und da haben sie Recht! DIE HOTELS SIND KAUM ZU ÜBERBIETEN. Natürlich nicht mit Dubai zu vergleichen. Wir wollen ja nicht Ente mit Huhn vergleichen.

Gefreut habe ich mcih auch über Manuela`s Bericht. Ich bin fünf Male nach Mauritius gekommen und alle Urlaube waren anders. Im ersten Urlaub dachte ich nicht ans Auswandern hierher. Heute bereue ich meinen Schritt nicht.
Dein Eindruck Manuela, von der Armut, den hatte ich auch. Ich habe den Schritt gewagt näher hinzuschauen. Und so schlimm ist es gar nicht! WIR, als Europäer wohnen im Schloß! Früher wurde den Königen auch etwas draußen vorgegaukelt, wenn sie mal ihr Schloß verließen. Es kann aber nicht überall Schlösser geben. Ich habe auch in deutschland geschimpft. Wenn ich aber aus einem armen Land zurückkam, war ich stolz und froh auf meinen Geburtsort und mein Land.
Ich fuhr sechs Monate durch Indien und Nepal, war in Südamerika viel unterwegs und Asien ist mir auch nicht nur ein Begriff. Ich habe aber viel schlimmere gegenden gesehen, die schlimmsten in Afrika.
Die Seychellen, ähnlich touristisch organisiert wie Mauritius, hat mir sehr gefallen, allerdings war ich enttäuscht von den menschen. Sie wurden missbraucht. Ihr Land wurde eigentlich an die Touristen „verkauft“. Daher sind sie gar nicht gut zu sprechen auf „Weiße“. Ich hoffe, daß auf Mauritius nicht das gleiche passiert. Mauritius braucht auch noch eine andere touristische Infrastruktur, neben den Luxus-Bettenburgen. Was machen denn sonst die Individuals. Die Regierung interessiert diese Art von Tourismus wenig, weil sie diese Menschen nicht kontrollieren (ausnehmen) können. Sie versuchen es jetzt auf andere Weise, indem sie Steuern erheben auf den Tourismus, der nebenher läuft. Früher unbehelligt, konnte der kleine Fischer ein paar Male Tauchtouren unternehmen oder mal ein Zimmer vermieten. Es wird zunehmend schwieriger und ist jetzt illegal. Wer nicht zahlt wird denbunziert, weil Neider an allen Ecken und Enden lauern.

Ja, Manuela, der Flug ist ein Horror, jedesmal. Ich bin daher gar nicht mehr auf Besuch in Deutschland gewesen (war aber nur ein Aspekt). Ob mit Condor (Thomas Cook), British Airways, Air France / Air Mauritius via CDG oder Emirates. Jetzt fliegt sogar die LTU. (Abgesehen von denen, die ich nicht erwähnte – SAA, Air Seychelles etc.)

Ich traf Auswanderer in den verschiedensten Ländern. Einen Deutschen auf den Seychellen, der Parfüm herstellt, einen Israeli, der auf einer Thai-Insel an einem einsamen Strand Bambushütten vermietet, und und und, aber die Wienerin, die auf Waya (gehört zu Fiji – Fidschi) alleine vier Gästezimmer hat, haben in mir Träume erweckt. Ich stellter mir immer die Frage, ob ich das könnte und was würde ich vermissen. Ich war interessiert und fragte sie, warum sie es taten. Es ist immer das gleiche: Die einen erfüllen ihre Träume oder Wünsche, die Anderen träumen weiter, bis sie alt sind...

Ich tat es. Wichtig dabei war, daß ich mich lange darauf vorbereitete. Innnerlich sozusagen. Nicht spontan, weil es mal wieder hagelt in Deutschland und eben alles MIST ist. Nein, nebenbei fühlte ich mich auch bei Hagelwetter in Deutschland wohl. Suchte die missliche Stimmung nicht in der Umgebung, sondern im Moment. Denn Momente vergehen und auch die Sonne kommt wieder.
Ich machte eine 100-punkte-Liste mit Pro und Kontras. Pro`s für das Auswandern und Contra`s: „Nein, ich wandre nicht nach Mauritius aus.“
Die Liste beinhaltete Kinobesuche, Stadtbummel, Theaterbesuche, freunde, Schwimmen, alle Hobbies ausüben, Essen, kultur, Museen, Wetter, Politik, Zukunftsaussichten auch für die eigenen Kinder, was, wenn man krank wird, was wenn X. und alles mögliche. Und da stellte ich fest, daß es Zeit war, den Container zu packen. Ich packte ihn ja sowoieso nicht das erste mal. Brasilien war auch mal mein Favorit und ich hatte alles vorbereitet, obwohl man mich am Copacabanastarnd ausgeraubt hatte. War ja auch selber Schuld. Ich lernte daraus. Ich wurde auch auf Tobago ausgeraubt. Es verstärkte sich das verdammte Vorurteil, daß es immer nur „Schwarze“ waren. Trotzdem bin ich mit einer Kreolin verheiratet. Die menschen muß man zu verstehen lernen. Am Besten kneift man die Augen zu. Denn Vorurteile kommen oft durch das, was man sieht!

Brasilien war dann doch zu gefährlich. Vom ersten Moment an auf Mauritius fühlte ich mich sicher. Zwangsläufig ist die Insel ja auch überschaubar. Und 9.000 Polizisten sorgen für „gefühlte“ Sicherheit, auch wenn oft gerade die Polizei lieber erst ihr „Roti“ oder „Dhal Puri“ aufessen und dann zur Tat schreiten oder zum Schauen bereit sind.

Manuela, ich wußte gar nicht, daß das tauchen auf Mauritius einen so großen Stellenwert einnimmt. Hier am Le Morne soll einer der besten KiteSurfing-Plätze der welt sein. Jährlich kommen im August „Haufen“ Italiener und andere hierher um früh bis spät den Winterwind, der aus Südost kommt, zu erhaschen. Es gibt auch viele Radsportler!

Stefan, generell kann man nicht sagen, daß junge Mauritier es einfacher haben sich untereinander zu vermischen und zu heiraten. Der Vater meiner Frau ist Kreole und die Mutter war Hindu. Sie änderte damals mich Ach und Krach die „Gemeinde“. Heute haben sich die Familienbande daran gewöhnt und das feuer ist erloschen. Trotzdem steht vor jeder Neuen Beziehung erst einmal Ablehnung, wenn es zwei verschiedene Lager sind. So las ich auch in deutschland von einer fdamilienfehde zwischen Türken. Alles legte sich nach Jahren, denn man gewöhnte sich an die Situation. Wichtig ist, festzustellen, daß von vornherein Sympathie und Antipathie vorherrschen. Das wird von Generation zu Generation weiter getragen. Nur individuelle Gefühle „verursachen“ eine gemischte Beziehung. Sicher schaut der HinduCup gerne auf den Po der Kreolin, auch, weil er die eigene „Rasse“ eher respektiert. So sind die Türken auch. Die eigene Tochter oder schwester ist ihnen heilig, wenn ein Deutscher da ankommt. Aber der Türke selber geht gerne auch mal mit einer Deutschen...

Jetzt kommen übrigens viele Südafrikaner (Whites) hierher. In Tamarin wird z.B. ein riesiges areal bearbeitet. Golfplatz, abgesperrtes Wohngebiet mit großen Grundstücken und das eigene ShoppingCenter steht noch in diesem Jahr vor der Eröffnung.
Es sind eben nicht nur die aus Simbabwe. Sehen wir, wie sie sich integrieren. Eigentlich vorprogrammiert. Es ist so, als würde hier ein UFO landen. Es sind ja schließlich nicht zwei Familien, die kommen... Der Staat braucht die Kohle.

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Beitragvon Goldi » Di Okt 18, 2005 16:12

Sehr interessanter Beitrag, genau sowas hat hier gefehlt.
Liest sich fast wie ein spannender Roman und ist doch die Wirklichkeit.
Gerne werde ich bei Euerm Bed&Breakfast vorbeischaun.
Alles was Du hier niederschreibst ist auch etwas melankolisch. Ich kenne die innere Zerissenheit, wenn man länger im Ausland lebt. Und dann bist Du auch noch ein Berliner.......die Stadt meiner Kindheit. Einen Berliner bringt nix um.
Ich glaube, auf Deinen Bericht wirst Du viel Beifall ernten. Bravo!!
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Beitragvon ManuelaK » Mi Okt 19, 2005 11:55

Stefan, du hast mich wohl nicht richtig verstanden. Ich habe nicht Mauritius kritisiert, sondern die Propaganda und die Klischees. Das Wort Wahrheit hätte ich unter Anführungsstriche setzen sollen, denn eine absolute Wahrheit gibt es ja nicht. Jeder hat seine eigene Wahrheit.

Ich meinte damit das, was hinter der schönen Fassade steckt. Und dass die Dame im Reisebüro etwas konsterniert reagiert hat, dafür kann ich doch nichts. Ich denke, sie ahnte schon, dass wir enttäuscht sein könnten und trotzdem hat sie uns auch nur schönes erzählt. Sie hätte z.B. erwähnen können, dass wir höchstwahrscheinlich bei Regenwetter landen werden. Dann hätten wir uns darauf einstellen können. Das meinte ich. Und das ist es, was mich stört. So viele kennen die weniger schönen Seiten, aber trotzdem erzählen sie davon nicht. Und dann ist es kein Wunder, wenn man zu hohe Erwartungen hat. Nur darum ging es mir.

Es stimmt überhaupt nicht, dass mir Mauritius nicht gefallen hat. Ich habe auch gesagt, dass ich wieder kommen möchte. Würde ich sonst täglich in dieses Forum schauen? :-)

Und glaub mir: ich weiß sehr wohl, wie gut es uns hier geht!

Liebe Grüße
Manuela
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Beitragvon stefan » Mi Okt 19, 2005 12:04

Hallo Polo!
danke fuer diesen sehr sehr langen bericht, moechte da auch nicht viel zu sagen, da es deine erfahrungen sind und ich einige davon teilen kann.

nur was mir ins auge sprang ist:
Zuckerrohr und Textilindustrie wurden durch den Tourismus abgelöst. Ist ertragreicher.


zuckerohr verliert sein subventionen aus europa und die textil industrie, wander nach China, Indian, Bagladesh ab, weil die arbeitskraft einfach schon zu teuer ist hier. der staat, versuchte oder versucht immer noch ein "cyber island" in betracht zu ziehen...
also mauritius haengt nicht fixiert auf die tourismus branche, obwohl diese wohl weiter ausgebaut wird. seahub ist im gespraech und das land versucht logischer weise investoren zu finden, die ihr geld hier lassen und erhoffen sich neue arbeitsplaetze...
ich moechte nun nicht ins detail gehen, weil im forum kann man nur seine meinung sagen, aber nichts ausdiskutieren. das macht man mal beim treffen :wink)

also ich selbst habe hier eine siebdruckerei, die kunden sind auf dem localen markt sowie im europa zu finden. hinzu habe ich meine eigene t-shirts marke die seit einiger zeit in den kinderschuhen steckt und eine neue kam gerade hinzu. dann vertreibe ich software und druckmaschinen im digital bereich, aber alles bestimmt fuer den textildruck.
ja und dann haben wir noch diese seiten hier, was als hobby begann entwickelte sich zu einer sehr start besuchten seite, womit wohl keiner wirklich gerechnet hatte.


nun gut, wie gesagt moechte auch nicht zu deiner vorstellung viel hinzufuegen, nur das noch.
eine bewertung der verschiedenen abstammungen, moechte ich mich nicht anschliessen.
man sucht sich selbst seine freunde und bekannte, wenn man jemanden nicht mag, so geht man diesem einfach aus dem weg.

gruesse und herzlich willkommen hier
stefan


obs, nun sehe ich nach meinem langen re schreiben mit unterbrechungen zu Polo das ManuelaK schrieb.

ManuelaK, warum tauschen wir nicht das wort wahrheit gehen vorstellung und ich glaube das man eine recht gute vorstellung hier im forum finden kann, mit up's and down's.
hoffe nun wirklich nicht das dieses forum den anschein gibt alles im tollen licht erscheinen zu lassen.

aber nun gut und weiterhin viel freude hier, und es ist schoen zu sehen, das du noch hier liest und schreibst.
das koennte somit den neuen benutzern helfen, beide seiten der insel zu sehen und ihre vorstellungen ins rechte licht zu ruecken.
gruesse
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Beitragvon axel » Mi Okt 19, 2005 12:24

Mal ein andere Gedanke:


Mir ist bei der ganzen Diskussion eines aufgefallen:

Fragt man einen Deutschen, was er zum Lebensunterhalt macht, gibt er in der Regel seinen 8-Stunden-Job an.
Mehrere Jobs sind (ausser bei Studenten) eher die Ausnahme.

Hier haben sehr viele Leute eine "Haupteinnahmequelle" und mehrere kleine Dinge nebenher laufen oder in Planung.
Stefan hat es erwähnt, er ist ein gutes Beispiel dafür. Ich schliesse mich dieser Gattung an und rede ich mit Bekannten, Freunden u.s.w. höre ich das auch sehr häufig...

Du Polo wirst sicherlich auch nicht nur von der Hoffnung Deines zukünftigen Gästehauses leben...(Danke für diesen ausführlichen Gedankengang)
Axel
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