Die Musik und der Tanz, der bei den Touristen gleichermassen wie bei den Einheimischen als Inbegriff der mauritianischen Seele und der hiesigen Lebenslust gilt. Ihr genauer Ursprung ist nicht eindeutig festzustellen, doch wird angenommen, dass Afrika einen großen Einfluss auf die Entstehung hatte. Ethnologen haben versucht, die Herkunft der Sega sprach-wissenschaftlich zu erklären. Mögliche Erklärungen für den Namen fanden sie in unterschiedlichen Sprachen, die auf der Insel gesprochen werden. Es könnte sich um die Kurzform des französischen "C'est malgache" (das ist madagassisch) ergeben haben, da eine Kurzform für "malgache" in Madagaskar "gache" ist, so dass nur noch "C'est gache" übrig bleibt. Nochmals verkürzt könnte "Sega" daraus geworden sein.
Eine weitere Möglichkeit bietet das Wort "Shega", was in der hinduistischen Sprache den Tanz der Schlange bezeichnet.
Sega entstand Ende des 18. Jahrhunderts unter den Sklaven. Vielleicht, um während der Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern zu singen, um die harten Stunden währen des Tages zu überbrücken, oder vielleicht als Vergnügen in ihrer spärliche Freizeit.
In den Liedern der Sega wird von Liebe und Alltag, aber auch auf ironische Weise von aktuellen politischen Problemen gesungen. Noch vor 25 Jahren nahm sie außer den Kreolen kaum jemand ernst, heute gilt sie nicht zuletzt durch den Tourismus als nationales Kulturgut: fast jedes Hotel veranstaltet einmal in der Woche einen Sega-Abend.
Der Tanz wird von mehreren Frauen und einem Mann ursprünglich um ein großes Lagerfeuer herum aufgeführt. Sega ist Ausdruck einer Stimmung, Erotik oder einer Situation im Leben des Sängers. Zu den wilden Rhythmen gehen die Frauen immer tiefer in die Knie, kreisen mit Oberkörper und Hüften und lehnen sich wie beim Limbo nach hinten, bis sie mit den Schultern fast den Boden berühren. Der Tänzer neigt sich über sie, ihre Bewegungen wiederholend. Je schneller der Rhythmus, desto ekstatischer wird der Tanz. Ursprünglich wurden die Stücke mit einfachen Instrumenten gespielt: einer Triangel, der Maravane (eine mit Korn gefüllte Büchse) und der Ravanne (eine flache, mit Ziegenfell bespannte Trommel). Gelegentlich wurde auch ein Bobre benutzt, ein auf einen hölzernen Bogen gespanntes Stahlseil mit einer Kalebasse als Resonanzkörper.
Bei der modernen Sega werden auch Elektrogitarre und Akkordeon eingesetzt.