Mauritius Früchte, Tiere, Pflanzen und Fische

Früchte:
Viele der tropischen Früchte, welche sich auf dem Frühstücksbuffet
finden, sind erst im Laufe der Jahrhunderte eingeführt worden
- sie waren auf Mauritius nicht heimisch.
Die Banane: es gibt verschiedene Sorten. Zum Beispiel die Gabou
de Maurice, oder die noch besseren, weil süßeren Mignone
und die Tahiti.
Die Brotfrucht: wächst auf bis zu 20 m hohen Bäumen.
Sie hat eine harte, gelbe Schale und innen gelblich-weißes
Fruchtfleisch, das roh nicht schmeckt. Man kann aber ein hervorragendes
Curry daraus machen oder in Fett ausbraten bzw. kochen.
Der Atherhoas-Baum: es gibt zwei Arten, den Karambola und den
Bilimbi; er stammt ursprünglich aus Malaysia. Die Karambolafrüchte
haben eine eigenartige fünfeckige Form und ein leicht säuerliches
Fruchtfleisch. Die Bilimbi wachsen direkt am Stamm, sie sind grün
und noch saurerer als die Karambola. Sie werden normalerweise
gerieben und mit Essig und Öl zu einem Salat bereitet.
Die Jackfruit: ist nah verwandt mit der Brotfrucht. Der Baum
hat einen 10 m hohen, geraden Stamm, aus dem die schweren, grünen,
an ihrer Außenhaut merkwürdig genoppten Früchte
herauswachsen. Die Früchte können bis zu 20 kg wiegen.
Wenn man sie aufschneidet, schlägt einem ein unangenehmer
Geruch entgegen, doch nimmt man das Fruchtfleisch heraus, wird
man feststellen, dass es hervorragend schmeckt.
Die Mango: eine ca. 10 cm lange, ovale Frucht. Die Haut leuchtet
bei Reife in Gelb- oder Rottönen. Das Fruchtfleisch ist leuchtend
gelb und der Geschmack wird sie begeistern. Auf Mauritius wird
sie auch in grünem Zustand aufgeschnitten und mit Salz bestreut
gegessen.
Die Papaya: wächst auf einem kleinen, schlanken Baum, doch
werden die Früchte bis 30 cm lang. Ihre Haut ist hellgelb
und ihr Fruchtfleisch weich und süß. Man findet sie
auf fast jedem Frühstücksbuffet.
Die Ananas: ist sicherlich jedem ein Begriff; sie wächst
aus einer kleinen, ca. 50 cm hohen Staude heraus. Die Ananas auf
Mauritius ist deutlich kleiner und süßer als die bei
uns üblichen Früchte. Einheimische essen sie gerne mit
Salz und Chilli!
Der Golden Apple: von Tahiti eingeführt, hat eine apfelartige
Form und ist grün. Man kann ihn roh essen, meistens wird
aber ein Salat daraus gemacht.
Der ideale Ort, um noch viele andere tropische Früchte zu
sehen und kennen zulernen, ist die Markthalle von Port Louis.
Tiere:
Wo Wälder abgeholzt werden - sei es in Deutschland oder
Südamerika, überall leidet die Tierwelt. Auch auf Mauritius
ging der Lebensraum für die ursprüngliche Tierwelt verloren,
Viele Arten, wie die Dronte (Dodo) starben aus und wurden durch
andere Tiere ersetzt.
In den ursprünglichen Regenwäldern lebten farbenprächtige
Papageienarten, schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
waren die letzten Exemplare verspeist. Heute bevölkern die
Wälder der ostasiatische Hühnervogel, die Sperbertaube,
Stare und Webervögel. Natürlich auch Schwalben und unzählige
Seevögel sowie eine kleine, braune Falkenart.
An Reptilien findet man nur Chamäleons und ganz selten eine
harmlose Schlangenart. Häufig zu sehen sind Geckos. Sie sind
harmlose, saubere Tiere, die sich einem nicht nähern werden.
Sie sind der beste Insektenschutz in einem Zimmer, denn sie jagen
die ganze Nacht. Sie besitzen an den Füßen mikroskopisch
kleine Haare, mit denen sie am Untergrund haften.
Die Riesenschildkröte ist heute nur noch in den Schutzgebieten,
wie dem Botanischen Garten in Pamplemousses, zu finden. Einst
bevölkerten sie die ganze Insel. Eins ihrer Zufluchtsgebiete
war auch Madagaskar, wo sie nach dem Eintreffen der Siedler aus
Asien und Afrika ausgerottet wurden. Die Riesenschildkröte
gibt es heute lediglich auf einigen abgelegenen Inseln, die nicht
von Menschen bewohnt werden, wie z.B. den Galapagos-Inseln. Hier
im Indischen Ozean gibt es sie noch auf dem Aldabra-Atoll, nördlich
von Madagaskar.
Rotwild wurde vor vielen Jahrhunderten von den Holländern
aus Java eingeführt. Man nimmt an, dass heute 20.000 Tiere
in den geschützten Weidegebieten leben. 3.000 Tiere dürfen
jährlich abgeschossen werden.
Jacot-Dans‚ - diese kleine Affenart haben die Portugiesen
vor 400 Jahren aus Asien mitgebracht. Sie bereiten den Mauritianern
jede Menge Sorgen. Die Äffchen fressen sich durch ganze Pflanzungen
und rauben Vogelnester aus. Die Ausrottung verschiedener Vogelarten
geht wahrscheinlich auf ihr Konto.
Fledermäuse und Fliegende Hunde sind häufiger zu treffen,
da sie auf Mauritius nicht gejagt werden.
Wale und Seekühe gab es bis zum 19. Jahrhundert in den Gewässern
rund um Mauritius. Sie haben sich aber in unbewohntere Gegenden
zurückgezogen. Seekühe findet man noch auf den Komoren.
Vor einigen Jahrhunderten war Mauritius von dichtem tropischen
Regenwald bewachsen, in dem sich riesige Harthölzer hervorragender
Qualität befanden. Holländer und Franzosen exportierten
das Holz, um in Europa kostbare Möbel daraus schreinern zu
lassen. Der Rest wurde für den Schiffbau aufgebraucht, bis
nichts mehr übrig war. In den zugänglichen Teilen der
Insel ist nichts mehr von der ursprünglichen Vegetation vorhanden.
Die Nutzpflanze trat an die Stelle der alten Vegetation. Nutzhölzer
und Zierpflanzen wurden aus Indien, Kenia, Indonesien, Madagaskar
und anderen Ländern eingeführt. Zuckerrohr brachten
die Holländer aus Java mit und bedeckt heute 80% der nutzbaren
Fläche des Landes.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich herausgestellt, wie ungünstig
sich der frühere Raubbau ausgewirkt hat: das ökologische
Gleichgewicht auf der Insel wurde zerstört. Die kräftigen,
langsam wachsenden Edelhölzer boten den kleineren und schwächeren
Pflanzen Schutz vor der Gewalt der Zyklone. Heute sind die Bemühungen
der Wiederaufforstung mit solchen Pflanzen vergebens, da die jungen,
noch nicht fest verwurzelten Pflanzen von den Zyklonen geknickt
werden.
Die Filaos (Casuarinen), in Australien heimisch, wurden wegen
ihrer Resistenz gegen Zyklone an den Stränden angepflanzt,
Tamarinden und der Banyan Baum kamen aus Indien, den Flamboyant aus Madagaskar sieht man überall. Die Samen des Banyan Baumes
werden von den Vögeln gefressen und im Fluge ausgeschieden.Fällt
der Samen auf irgendeine Pflanze, beginnt er sich von dieser zu
ernähren. Er wächst mit dem Wirt zusammen und beginnt
seine Luftwurzeln zur Erde zu schicken. Diese werden dicker und
stärker, bis sie einen selbständigen Stamm bilden. Den
Wirt erdrückt er bald. Banyan Bäume haben oft Stämme
mit einem Umfang von mehreren Metern.
Die Kokospalme hat auf Mauritius nicht die gleiche wirtschaftliche
Bedeutung wie in anderen tropischen Ländern. Man versucht
aber heute, wieder mehr dieser nützlichen und sehr dekorativen
Palme anzusiedeln.
Muränen - gefährlich sehen sie aus mit ihrer nackten,
rauen Haut, dem harten, muskelbepackten Kiefer und den scharfen
Zähnen. Wenn sie nach einem Fisch schnappt, schießt
die Muräne plötzlich in ihrer vollen Länge aus
ihrem Versteck in den Korallen. Dem Mensch wird sie aber nicht
gefährlich, denn er gehört nicht zu ihren Beutetieren.
Die Korallenfische - bunt schillernd in allen Farben tummeln
sich die Papageifische mit ihrem harten, schnabelartigen Gebiss
zwischen den Korallenstöcken. Auch wunderschön, doch
viel gefährlicher als die Muräne ist der Rotfeuerfisch,
auch Tigerfisch genannt, dessen farbige Flossen an den Enden gefährliche
Giftstachel tragen. Der zweite wirklich gefährliche Fisch
ist der Steinfisch. Er verdankt seinen Namen seinem Aussehen.
Wer ihn nicht kennt, kann ihn tatsächlich für einen
Stein halten. Der Steinfisch trägt am Rücken mit Gift
gefüllte kleine Stachel, die gefährliche Vergiftungen
hervorrufen, wenn sie in den menschlichen Körper gelangen.
Ihretwegen, aber auch wegen der Seeigel und der scharf-kantigen
Korallen ist es angeraten, Badeschuhe mit fester Gummisohle zu
tragen. Damit sind auch schon alle gefährlichen Bewohner
der Korallen aufgeführt. Die übrigen, wie zum Beispiel
der Kofferfisch, die Dicklippe, der Trompetenfisch und der Kaiserfisch
sind harmlos und tun keinem Menschen etwas zuleide. Auch die schönen
Seeanemonen, die ihre langen Fangarme in das bewegte Wasser hinausstrecken,
sind harmlos.
Außerhalb des Korallenriffs kann man Thunfische, Lippfische,
Caranga, Stachelmakrelen und Barrakuda fangen. Für Sportfischer
sind die Gewässer rund um Mauritius ein Paradies. Am interessantesten
ist sicher der Blaue Marlin, aber man findet neben ihm auch schwarze
oder gestreifte Seefische und den Seglerfisch, der seine riesige
Rückenflosse ausbreitet, wenn er zum Kampf antritt.
Der Hai ist wegen der zu geringen Wassertiefe nicht innerhalb
des Riffs zu finden, und auch außerhalb wird er selten gefährlich.
Muscheln und Schnecken werden häufig nach Zyklonen an den
Strand gespült und häufig als Souvenir in Andenkenläden
verkauft. Verschiedene Arten von Spinnen-, Skorpion- oder Kegelschnecken
werden immer seltener. Man sollte sich genau überlegen, ob
man nicht auf ein solches Souvenir verzichten kann, zumal die
Einfuhr der meisten Arten laut dem Artenschutzabkommen nicht gestattet
ist und mit Strafen versehen wird.
Es ist Vorsicht geboten, wenn man lebende Schnecken findet: die
kleine, harmlos aussehende Kegelschnecke spritzt Gift durch die
kleinen Zähne auf der Zunge.